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Der Moment, in dem man auch bei Mimikama unruhig wippelt und fast auf Satire hereingefallen wäre.

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Es ist Freitagabend, 23:31 Uhr. Du liegst auf dem Sofa, läßt den lieben Gott einen guten Mann sein. Doch urplötzlich rappelt das Smartphone. In einer Facebookgruppe wirst du markiert, per PN kommen schreiend private Nachrichten herein. Da muss was passiert sein.

Mit meinen leicht wochenendgetrübten Augen schaue ich mir die Nachrichten an und falle fast von meinem Sofa (trotz halbliegender Position). Frauke Petrys Kind wurde schwul geimpft?

 

So mag man es sich bei der Lektüre der „Apotheken-Rundschau“ denken. Ich öffne die Seite. Im Kopfteil der Seite sehe ich das für Apotheken typische große rote A in gebrochener Grotesk-Schrift. In der Adresszeile sehe ich eine plausible Adresse mit .de Länderkennzeichen.

Und nun sitze ich da, lese den Text und frage mich, wie dieser Inhalt zustande gekommen ist.

Impfgegner warnen ja schon seit Jahren davor und jetzt hat es ausgerechnet den jüngsten Spross der AfD-Frontfrau Frauke Petry erwischt, weiß zumindest die „Apotheken-Rundschau“ zu berichten. Der arme Knabe, Ferdinand mit Namen, wurde auf ruchlose Weise von einem als linksextrem bekannten, muslimischen Arzt mit Migrationshintergrund geimpft, aber nicht nur das, die Impfung war eine sogenannte „Homo-Impfung“, der darin enthaltene Virus beeinflusst die Sexualität des Menschen durch eine Veränderung der Hirnchemie. Ach egal, Hauptsache gesund, sagen wir ja immer.

Doch wie kommt das Apothekenblatt dazu, eine solch verrückte Geschichte zu veröffentlichen?

WHAT?

Doch halt Moment… „Apotheken-RUNDschau“? Die Seite sollten wir uns genauer anschauen, „Alles was gesund macht“ steht ja eigentlich in der „Apotheken Umschau“.

Ach nu gugge – Satire, erstellt wurde der Artikel mit Paul Newsman.

Mein Puls senkt sich, mein Körper nimmt langsam wieder die Liegeposition auf dem Sofa ein. Mittlerweile ist es 23:36 Uhr, ich tippe genüsslich über alle Anfragekanäle die Lösung in die Welt. Man merkt deutlich, wie sich dort ebenfalls die Drähte beruhigen.

Das waren knackige 5 Minuten. 5 Minuten, die es gedauert hat, einfach mal bis zur richtigen Stelle zu scrollen.

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