Die Flut von Pornokonsum-Bitcoin-Erpressermails reißt nicht ab

Es gibt kein Masturbationsvideo von dir!

Von | 11. Dezember 2018, 15:14

Auch wenn die Texte variieren, so existiert es immer noch nicht: Das heimlich aufgenomme Maturbationsvideo, mit dem man erpresst wird!

Auch wenn „Devon“, der schlimmer Finger, uns das Glauben machen will:

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

„Betreff: Dies ist meine letzte Warnung! [email protected]

LETZTE WARNUNG [email protected]!

Ich gebe Ihnen die letzten 72 Stunden, um die Zahlung zu tätigen, bevor ich allen Ihren Freunden ein Video mit Ihrer Masturbation schicke.

Als Sie das letzte Mal eine pornografische Website mit Jugendlichen besucht haben, haben Sie von mir entwickelte Software heruntergeladen und installiert.

Mein Programm hat Ihre Kamera eingeschaltet und den Vorgang Ihrer Masturbation aufgezeichnet. Meine Software hat auch alle Ihre E-Mail-Kontaktlisten und eine Liste Ihrer Freunde auf Facebook heruntergeladen.

Ich habe sowohl die vlxoilcp.mpg mit Ihrer Masturbation als auch eine Datei mit all Ihren Kontakten auf meiner Festplatte.
Du bist sehr pervers!

Wenn Sie möchten, dass ich beide Dateien lösche und das Geheimnis bewahre, müssen Sie mir eine Bitcoin-Zahlung senden. Ich gebe dir die letzten 72 Stunden.
Wenn Sie nicht wissen, wie Bitcoins gesendet werden sollen, besuchen Sie Google.

Senden Sie sofort 1000 EUR an diese Bitcoin-Adresse:
3JZhntXWoq8ntTiEQtToEKZMrQ3ncKnQdq

1 BTC = 3033 EUR, senden Sie also exakt 0.338640 BTC an die obige Adresse.

Versuche nicht mich zu betrügen! Sobald Sie diese E-Mail öffnen, werde ich wissen, dass Sie sie geöffnet haben.

Diese Bitcoin-Adresse ist nur mit Ihnen verknüpft, daher weiß ich, ob Sie den richtigen Betrag gesendet haben.
Wenn Sie die Zahlung nicht senden, schicke ich Ihr Masturbationsvideo an alle Ihre Freunde aus Ihrer Kontaktliste, die ich gehackt habe.

Hier nochmal die Zahlungsdetails:

Senden Sie 0.338640 BTC an diese Bitcoin-Adresse:

3JZhntXWoq8ntTiEQtToEKZMrQ3ncKnQdq

Sie können die Polizei besuchen, aber niemand wird Ihnen helfen.
Ich wohne nicht in deinem Land. Ich habe diese Nachricht in Ihre Sprache übersetzt, damit Sie verstehen können.

Betrüge mich nicht Vergiss die Scham nicht und wenn du diese Nachricht ignorierst, wird dein Leben ruiniert.

Ich warte auf Ihre Bitcoin-Zahlung.

Devon
Anonymous Hacker“

Da Devon, der wahnsinnig raffinierte „Anonymous Hacker“ uns ja so gut kennt, redet er uns auch absolut persönlich an… mit der Email-Adresse. Tolle Leistung, Devon!
Zudem hat Devon die Software, im Gegensatz zu den Angaben in anderen Mails, sogar selbst programmiert, ist also wahrscheinlich ein echter Teufelskerl!
Allerdings ist Devon auch gierig, er will ganze 1000 Euro in Bitcoins, da waren andere „Hacker“ vor ihm aber viel bescheidener.

Was haben all diese Mails gemeinsam?

Die Mails variieren im Text zwar immer wieder, doch haben sie alle bestimmte Gemeinsamkeiten:

  • Jemand behauptet, Zugriff auf den Rechner zu haben
  • Es wurden vom Nutzer angeblich Pornoseiten aufgerufen
  • Der Erpresser habe Webcam-Aufnahmen davon
  • Der Nutzer soll eine bestimmte Summe in Bitcoins zahlen

Einer der schönsten Beweise dazu, dass dies nur eine Betrugsmasche ist:
Viele Nutzer gaben an, überhaupt gar keine Webcam zu haben!

Faktencheck

Neu sind diese Erpressungsversuche nicht. Ähnliche E-Mails tauchten bereits im letzten Jahr auf und die Polizei warnte ebenfalls vor dieser Masche.

Bitcoins sind nach wie vor hoch im Kurs – auch bei Cyberkriminellen. Zumeist werden solche E-Mails wahllos an verschiedene Personen (mit persönlicher Anrede, aber auch ohne) gemailt. Ein Beweis für die Existenz des angeblich mitgefilmten Materials wird nicht mitgeliefert. So kann nicht eindeutig bewiesen werden, ob die Erpresser wirklich im Besitz von Videomaterial der Opfer sind oder nicht.

Bis jetzt gibt es nur einen ähnlichen Fall, in dem ein Nutzer auch wirklich erpresst wurde.

Eine Infizierung mit Schadsoftware kann man jedoch nie ausschließen. Denn beim Besuch von unseriösen Seiten kann es immer passieren, dass man sich Malware einfängt. Ein guter Virenschutz schützt Nutzer vor dieser potentiellen Gefahr.

Sollte ich den Erpresser bezahlen?

Es ist davon abzuraten, den Erpresser zu bezahlen. Abgesehen davon, dass man sich auf das Wort eines Kriminellen nicht verlassen sollte, qualifiziert sich jeder Nutzer, der einer solchen Forderung nachgibt, als potentielles “Daueropfer”. Sinnvoller ist es, derartige E-Mails und andere Erpressungsversuche umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle oder online zu melden.

Das LKA Niedersachen hat auch einige Links veröffentlicht, unter denen man selbst checken kann, ob die eigene Mailadresse in geleakten Datenbanken auftaucht:

Doch Vorsicht: Die Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch werden geleakte Datenbanken oftmals erst Monate oder sogar Jahre später bekannt, so dass man sich leider nicht komplett in Sicherheit wiegen kann, wenn die eigene Mailadresse nicht in den Datenbanken auftaucht.

Ergebnis:

Es handelt sich bei solchen E-Mails um reine Betrugsversuche, und der Erpresser befindet sich nicht im Besitz pikanten Videomaterials seines Opfers.

Allerdings kann man diese Möglichkeit nie komplett ausschließen, so dass es sinnvoll ist, die Erpressung auf jeden Fall der Polizei zu melden!

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Kamera seines Geräts mit einem kleinen Sticker abkleben und ihn bei Bedarf entfernen. Ein guter Virenschutz sollte trotzdem eine hohe Priorität einnehmen.

 

 

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