Warnung vor Erpressermails nach angeblichem Pornokonsum!
Warnung vor Erpressermails nach angeblichem Pornokonsum!
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Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt aktuell vor Erpressermails, die beinhalten, dass man angeblich während des Pornokonsums mit der Webcam gefilmt wurde.

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So schreibt das LKA Niedersachsen:

„+++ Warnung vor Erpressermails nach angeblichem Pornokonsum +++

Liebe Facebook-User,

in den letzten Monaten berichteten wir bereits von Erpressermails, die wahllos an zahlreiche Mailempfänger geschickt wurden. Die Täter behaupteten, dass man das Opfer beim Pornokonsum erwischt hätte.

Nun gibt es eine neuere Variante. Die Täter sprechen die Mailempfänger nun auch persönlich mit Namen an. Dies ist ein Unterschied zu den bisherigen Mails, die alle unpersönlich waren und auch keinen Beweis für ein solches Video hatten.“

Zusätzlich verweist das LKA auf eine Seite mit Tipps, wie man im Schadenfall vorgeht.

Bereits im Mai 2018 berichteten wir über diese Erpressermasche, jedoch enthalten die neuen Mails ein wichtiges Detail, was den Nutzer verunsichert: den vollen Namen in der Anrede. Diese Mails werden sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verschickt. Ein Nutzer sandte uns diese aktuelle Version zu, in der sogar das Passwort stimmte, jenes ist allerdings, wie der Nutzer uns mitteilte, schon „uralt“.

„I know that, pokemon717, is your pass word. you don’t know me and you’re most likely wondering why you are getting this e mail, correct?

Well, I actually setup a malware on the adult vids (adult porn) and do you know what, you visited this web site to have fun (you know what I mean). When you were watching videos, your web browser started operating as a Rdp (Remote desktop) having a key logger which gave me accessibility to your screen as well as cam. After that, my software collected your entire contacts from messenger, social networks, and email.

What did I do?
I created a double-screen video. 1st part displays the video you were watching (you have a fine taste rofl), and next part shows the recording of your webcam.

Exactly what should you do?
Well, I believe, $1800 is a reasonable price for our little secret. You’ll make the payment through Bitcoin (if you don’t know this, search „how to buy bitcoin“ in google).

BTC ADDRESS: 1QBAEdrGm3FaFHZ3U1QNSYvvgYpbkM8usS
(It is case sensitive, so copy and paste it carefully)

Note:
You have one day to make the payment. (I have a unique pixel within this mail, and now I know that you’ve read this email). If I don’t get the BitCoins, I will definately send your video to all of your contacts including close relatives, colleagues, and many others. however, if I do get paid, I will erase the video immediately. If you want proof, reply with „yes!“ and I will certainly send out your video recording to your 12 contacts. It’s a non-negotiable offer, thus don’t ruin my personal time & yours by replying to this e mail.“

Der unbekannte Erpresser behauptet also, dass jener Nutzer auf einer Pornoseite mit schadhaftem Videoinhalt war, er dadurch die Webcam des Nutzers aktivieren konnte und nun ein Video erstellte, das auf der einen Seite den Nutzer beim Schauen und auf der anderen Seite den geschauten Porno zeigt. Zusätzlich sammelte der Erpresser sämtliche Kontakte vom Rechner und drohte, das Video an diese zu verschicken, sollte der Nutzer keine 1.800 Dollar in Bitcoins zahlen.

Ich bekam auch so eine Mail! Woher wissen die mein Passwort?

In den letzten Jahren wurden immer wieder Datenbanken verschiedener Unternehmen gehackt, die Inhalte der Datenbanken wurden auf diversen einschlägigen Webseiten und im Darknet veröffentlicht. Oftmals enthielten diese Datenbanken „nur“ den vollen Namen und die Mail-Adresse, die Passwörter manchmal verschlüsselt, manchmal aber sogar unverschlüsselt.
Jene Erpresser scheinen sich nun an diesen Datenbanken zu bedienen: Sie schreiben reihenweise Nutzer an, die sie in den Datenbanken finden können, und versuchen sie quasi „auf gut Glück“ zu erpressen.
Dies erklärt übrigens auch, was uns der Nutzer schrieb: Da manche der Datenbanken mehrere Jahre alt sind, sind auch oftmals die geleakten Passwörter nicht mehr aktuell.

Kann ich herausfinden, ob meine Daten in einer solchen Datenbank stehen?

Das LKA Niedersachsen hat dazu einige Links veröffentlicht, unter denen man selbst checken kann, ob die eigene Mailadresse in geleakten Datenbanken auftaucht:

Die Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch werden geleakte Datenbanken oftmals erst Monate oder sogar Jahre später bekannt, so dass man sich leider nicht komplett in Sicherheit wiegen kann, wenn die eigene Mailadresse nicht in den Datenbanken auftaucht.

Fazit

Die Behauptung in diesen Mails, man wurde beim Pornokonsum gefilmt, sind falsch. Es wird versucht, mittels Daten aus gehackten Datenbanken Geld von den Nutzern zu erpressen.

Das LKA Niedersachsen rät, keinesfalls auf die Forderung einzugehen!

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