„Hybridfake“ ist die Beschreibung für Falschmeldungen, bei denen ein Teil der Realität entspricht, der andere Teil jedoch eine Falschmeldung. In ihrer Kombination sind sie daher als Fake zu werten, da die Information als Gesamtpaket so nicht stimmt.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Ein Klassiker unter den Hybridfakes ist die Verwendung von Bild oder Videomaterial, welches durchaus eine echte Aufnahme darstellt, jedoch mit einer völlig falschen Beschriftung erneut verwendet wird, völlig frei von seinem korrekten Kontext. Ein konkretes Beispiel für einen solchen Hybridfake ist die folgende Statussmeldung:

image

Das Video wurde mit der folgenden Statusmeldung veröffentlicht:

Mädchen überfallen, begrapscht, geschlagen in Österreich.

Update: Inzwischen haben wir die Info das dies in Tschechien geschehen ist und nicht in Österreich.
Es ging um Drogen.

Gleiches Video wird auch in Form von Statusmeldungen geteilt:

prag2

In diesem Statusbeitrag wurde gar eine komplette Geschichte um das Video inszeniert.

Inhalte verifizieren

An dieser Stelle ist die Rückwärtssuche von Bildern immer recht hilfreich. An dieser Stelle zeigen wir, wie das funktioniert. Nochmal der Hinweis: das kann jeder! Wir haben hier keine Zauberstäbe oder Einhornstaub rumliegen, mit denen wir irgendwelche besonderen Ergebnisse erzielen. Wir nutzen dieselben Wege, wie sie alle anderen auch zur Verfügung stehen haben.

1. Screenshots anfertigen

Während das Video läuft, fertig man eine Reihe von Screenshots des Videos an. Programme wie “Greenshot” sind dabei sehr hilfreich. Wichtig: diese Shots sollten besser keine Bedienelemente des Videos beinhalten, jedoch markante Inhalte aufweisen. Ein Screenshot reicht oftmals nicht, so dass man besser mehrere anfertigen sollte.

2. Rückwärtssuche

Nun lädt man diese Bilder in die Rückwärtssuche von Suchmaschinen. Exemplarisch zeigen wir hier ein Ergebnis, welches uns zu diesem Video in der Bildersuche bei Google angezeigt wird: Suchergebnis.

3. Ergebnis verifizieren

Es gilt nun, die Suchergebnisse zu sortieren. Dazu ist es hilfreich, die Ergebnisse anzuschauen: sind Zeitungen oder Newsportale dabei, sollte man dort zunächst einen Blick drauf werfen. In unserem Falle zeigen die Webseiten “expres.cz” und “blesk.cz” erstaunliche Ergebnisse.

Herkunft gefunden!

Gemäß unserer Suchergebnisse bekommen wir nun angezeigt, dass dieses Video aus Prag stammt und am 22. Mai 2016 aufgenommen wurde. Es wurde direkt vor der Polizeizentrale in Prag aufgenommen. Wie sich nach den Ermittlungen herausstellte, handelte es sich um einen Raub und Drogendelikt [1]

Originaltext

Hlavním důvodem napadení poškozené šestnáctileté dívky měly podle policie být peníze a drogy.
(Inhaltlich: Hauptmotiv des Angriffes auf dass Mädchen waren Geld und Drogen)

Eine hochauflösende Version des Videos befindet sich in einem Artikel von “blesk.cz” vom 06. Juni 2016 (hier)

Update

Mittlerweile wurde der ursprüngliche Statustext mehrfach geändert. Eingestehen mag man sich dennoch nicht so wirklich, dass es einfach nicht passte.

image

Nun kautet der Statustext:

Mädchen überfallen, begrapscht, geschlagen in Österreich.
Update: Inzwischen haben wir die Info das dies in Tschechien geschehen ist und nicht in Österreich.
Es ging um Drogen.

-Mimikama unterstützen-