Diese Information schon wieder so verrückt ist, dass wir dazu Anfragen bekommen haben. Zurecht: denn diese Idee wirkt wahrlich befremdlich und – vor allem – lädt das Vorhaben zum Einbau von Sensoren in Windeln ideal zu Wortspielen ein! Doch beginnen wir ganz von vorne!


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Seit letztem Sonntag (26. Juni 2016) gibt es Meldungen, dass der Konzern Procter & Gamble Windeln mit Sensoren entwickeln würde. Ja, kann man machen. Um genau zu sein steht jedoch jetzt nicht wirklich die Windel-App auf dem Plan, sondern es handelt sich eher um die Möglichkeiten, denen sich der Konzern gegenüber sieht.

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Der Ursprung dieser ganzen Windelgeschichte, welche nun  per Weitergabe auf verschiedenen Webseiten mittlerweile schon fast zu einem bestehenden Projekt stilisiert wurde, findet sich in einem Interview zwischen der WELT und der Forschungschefin bei Proctor & Gamble Kathy Fish. Hier sagt sie:

Was ist mit anderen Produkten, beispielsweise Windeln, Cremes oder Waschmittel?

Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung. Ich bin mir aber sicher, dass die Digitalisierung noch sehr viele neue Möglichkeiten schaffen wird. Ich schließe zum Beispiel nicht aus, dass sich eine Pampers in Zukunft mittels Sensor auf dem Smartphone der Eltern meldet, wenn sie voll ist. Wenn jemand gute Ideen hat, kann er sich gern melden.

Aha, sie schließt nicht aus, dass das möglich ist. Es ist also eine potentielle Idee. Windel voll, App meldet sich. Vorbei die Zeiten, in denen sich die Eltern den Sprössling vor die Nase halten und einander zurufen “Du, riech mal!” Wenn hier die Sensoren beschissen wären, dann würden sie erst richtig funktionieren. Doch um auf dem Teppich zu bleiben: es handelt sich letztendlich um eine explizite Frage, die sie dahingehend beantwortet hat, dass der Konzern so etwas kann. Ober derzeit an Sensorwindeln gearbeitet wird, sagte sie nicht.

Die erste echte “Scheiß-App”?

Aus mehreren Gründen heraus kann man sagen: nein, es ist nicht die erste “Scheiß-App”. Diese Kack-Idee hatten bereits schon andere! Daher wäre es jetzt nicht soooo die Innovation. Bereits seit 2013 gibt es das schwirrt das Produkt “TweetPee” durch das Internet: da zwitschert dann ein Vöglein, wenn es vorher einen Knatterton gab. Dieser kleine Vogel “TweetPee” wird an der Windel angebracht und meldet sich, wenn es Zeit zum wechseln ist. Jedoch gibt/gab es das Produkt angeblich nur in Brasilien:

Nun ja, so richtig durchgesetzt hat es sich offensichtlich nicht, ebenso ist die dazu gehörige Webseite down, so dass man davon ausgehen kann, dass der Artikel auch nicht vertrieben wurde. Man liest an verschiedenen Stellen, dass es sich lediglich um ein Konzept handelte, welches nie vertrieben wurde [1]:

In what seems like a clear case of technology gone too far, Huggies has revealed a concept device and accompanying iPhone app that clips onto the diaper in the region where natural springs are expected to flow and sends parents a message when a rescue operation is called for.

Ok … also technisch möglich …

Aber wahrscheinlich kann man bei Entwicklungen dieser Art davon ausgehen, dass der Markt sich selber bereinigen wird: wer will per App wissen, ob sich der Nachwuchs in die Windeln gemacht hat? Zudem stellt sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, wegen jedem Scheiß eine Meldung auf dem Handy zu haben.

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