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Und da sind sie wieder aufgetaucht… die Fotos von scheinbar bein- oder armamputierten hübschen jungen Frauen.

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Mit diesen Fotos wird vor allem auf Facebook versucht, auf die Tränendrüse zu drücken und Internetnutzer emotional dahingehend zu manipulieren, dass dieses Foto kommentiert, geliket oder geteilt wird.

Erst vor wenigen Wochen wurde zum Beispiel folgendes Bild hochgeladen:

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Quelle: Facebook / Screenshot Mimikama

Bild in Klartext:

Niemand wird diesen teilen. Weil sie behindert ist. Schreibt amen.

Und dies ist auch ein Paradebeispiel für den klassischen “Like-Bait”!

Die Zutaten sind sehr einfach:

  • Natürlich ein Foto einer hübschen jungen Frau, der scheinbar Extremitäten fehlen.
  • Ein Begleittext, der einem das Gefühl gibt, man sei ein Monster oder würde “Behinderte” diskriminieren, wenn man nicht kommentiert.
  • Diesen Statusbeitrag auf Sozialen Medien posten.

Und das war es schon. Einfacher als ein Becherkuchen.

Aber was ist eigentlich ein “Like-Bait” genau?

Den “Like-Bait” kann man mit einer Art emotionaler Erpressung vergleichen.

Der Leser wird mit Hilfe eines emotionalisierenden Bildes oder Videos dazu getrieben, eine Interaktion (like/teilen/kommentieren) zu hinterlassen.

Dazu wird er in die Zwickmühle moralischer oder ethischer Fragen gedrängt:

Tippst du etwas, bist du ein herzensguter Mensch und musst dir kein schlechtes Gewissen machen, ignorierst du jedoch den Statusbeitrag, bist du böse und ein Monster und diskriminierst vielleicht sogar Menschen mit einer Behinderung.

Interagierst du dann, weil du ja ein lieber, guter, wohlerzogener Mensch bist, bekommt der Statusbeitrag, die Seite oder das Profil mehr Reichweite und wird bekannter.

Warum man eine “gehypte” Seite haben möchte, kann viele Gründe haben, über die man spekulieren kann.

Aber dazu mehr an anderer Stelle.

Auf jeden Fall berührt ein solches Foto und wird auch fleißig geteilt und verbreitet:

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Quelle: Mimikama

Bild in Klartext:

Es kommt nicht darauf an ob ein Mensch 100%komplett ist, viel mehr zählt für mich der Karater einer person. Und weil ich so Denke teile ich auch gerne dieses Bild bis dann bye

Sieht man aber ganz genau hin, wird man erkennen, dass dieses Foto manipuliert ist.

Photoshop und Co

Stellt man dann auch noch das Originalfoto neben das “geshoppte” Bild, wird man schnell erkennen, dass hier etwas nicht stimmt, denn die Wand hinter der Frau sieht sehr seltsam aus.

Und tatsächlich: Nach einer kurzen Recherche von 0,7 Sekunden können wir uns sicher sein, dass dieses Foto nicht das ist, was es einmal war, nämlich vollständig und echt.

Stolpert man auf Facebook über solche Beiträge, lohnt es sich absolut ein bisschen nachzuforschen.

Dazu kann man die gratis Webseite TinEye verwenden.

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Quelle: TinEye

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man Informationen über ein Foto recherchieren kann:

Möglichkeit URL

Man klickt das gewünschte Bild mit der rechten Maustaste an und kopiert die Bildadresse. Diese fügt man in das Suchfeld bei Tineye ein.

Jetzt nur noch die Suche bestätigen.

Möglichkeit Upload

Eine zweite Variante stellt ein temporärer Download dar.

Man speichert kurz das gewünschte Bild auf der Festplatte ab,wechselt in die Suchmaschine, tippt dort auf das Fotosymbol und wählt die Funktion “Bild hochladen”.

Nun muss man nur noch das gewünschte Bild von der Festplatte auswählen.

Die Ursprünglichkeit eines Bildes

Es gibt drei einfache Merkregeln, um die Ursprünglichkeit eines Bildes zu bewerten.

  • Je älter die Fundstelle…
  • Je höher die Auflösung…
  • Je größer der Bildausschnitt…

… desto ursprünglicher ist der Fund.

Ergebnis:

Bei diesem Statusbeitrag handelt es sich um einen FAKE!

Das Foto wurde digital manipuliert, um Likes und Kommentare zu sammeln.

Es handelt sich demnach um einen “Like Bait”, der Betrachter in eine emotionale, moralische oder ethische Zwickmühle bringen soll.