Wir bekommen im Moment sehr viele Nutzeranfragen zu einem angeblichen Video, welches die Folter von Elefanten im Wiener Zoo Schönbrunn zeigt.

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Anmerkung: dieser Artikel hat ein umfassendes Update am 27.10.2017 bekommen.

Es geht um ein Video, welches im Schönbrunner Zoo aufgenommen wurde. Dieses Video wurde bereits im Jahr 2005 aufgenommen, ging  im Jahr 2013 erneut viral.

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Das Video wird auf sehr vielen Tierschutzseiten auf Facebook veröffentlicht.

Wir von ZDDK haben bei dem Wiener Zoo Schönbrunn angefragt, was es mit dem Video auf sich hat. Neben der Stellungnahme des Zoos liegt jedoch auch eine Aussage des Urhebers Friedrich Mülln vor (

Hier die Stellungnahme vom Zoo Schönbrunn:

Zoo Vienna Schönbrunn
Guten Tag! Der Tiergarten Schönbrunn bedankt sich für die Möglichkeit, zu diesem Video aus dem Jahr 2005 Stellung zu nehmen und einiges richtig zu stellen. Dieses manipulierte Video stammt von einer Gruppe von Zoogegnern, die immer wieder versucht, die Medien und auch die Besucher gegen den Tiergarten aufzubringen.

Dieses Video stammt aus dem Jahr 2005 und alle damit sofort befassten Behörden hatten nach Sichtung des Originalvideos und der tatsächlichen Gegebenheiten festgestellt, dass unserer jungen Elefantenkuh „Mongu“, die auf dem Video zu sehen ist, beim Training keinesfalls Schaden oder Schmerzen bereitet wurden und dass unsere Elefantenhaltung allen gesetzlichen Vorgaben bestmöglich entspricht.

Weiters wurde auch gerichtlich festgestellt, dass das Video entsprechend bearbeitet war, das heißt, dass z.B. mehr als 80 Prozent des ursprünglichen Filmes weggeschnitten wurden, auf dem das innige Verhältnis zwischen Pfleger und Elefant und das Belohnen durch Tätscheln nach dem Niederlegen gezeigt wurde. Stattdessen wurden einige Sequenzen vertauscht und wiederholt.

Mittlerweile hat der Tiergarten seine Elefantenhaltung auf „protected contact“ umgestellt, das heißt zwischen Tier und Pfleger gibt es keinen direkten Kontakt und die Tiere lernen ihre Kommandos durch positive Verstärkung. Übrigens hat „Tonga“ im September wieder Nachwuchs bekommen und „Mongu“ war die ganze Zeit dabei und kümmert sich von der ersten Minute an rührend um ihre kleine Schwester.

Jeder kann sich auch selbst gerne vom Wohlergehen unserer Tiere überzeugen, genauso wie Journalisten und natürlich die Behörden, und auch beim täglichen Training können unsere Besucher im Rahmen der kommentierten Fütterungen zuschauen.

Liebe Grüße aus dem Zoo!

verkleinerter Schreenshot der Nachricht an ZDDK

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Aussage Mülln

(Hierbei handelt es sich um ein Upate vom 27.10.2017) Der Journalist und Gründer des Vereins „Soko Tierschutz“ (gleichzeitig Urheber des Videos) sieht in der Stellungnahme jedoch Probleme und ungerechtfertigte Argumente. So sagt Mülln uns gegenüber:

Es gab Informationen, die auf regelmäßige Misshandlungen des Elefanten hinwiesen. Zudem kommt es in allen Zoos, die mit Kontakt zu den Elefanten arbeiten bei Jungtieren zu solchen Szenen, die Methode ist in Fachkreisen als „pulling down“ bekannt.

Das Video wurde nicht von mir editiert. Es wurde von einer damaligen ÖTV Redakteurin bearbeitet und im Auftrag des österreichischen Tierschutzvereins veröffentlicht. Es lief im ORF, wurde in der Presse thematisiert und befindet sich seit einigen Jahren auf YouTube.

Die Stellungnahme versucht zu beschönigen, zu verzerren und arbeitet mit Tricks um normale Vorgänge zu kriminalisieren.  Das Video zeigt die Abläufe in korrekter Reihenfolge, beinhaltet direkte und unnötige Gewalt gegen den Elefanten mittels Eisenhaken und Knüppel. Ich könnte die Schreie des Elefanten sehr deutlich hören.

Das Video beinhaltet eine offensichtliche Wiederholung in Zeitlupe der Kopfschlagsequenz. Die Taktik, die offensichtliche redaktionelle Bearbeitung von journalistischen Material als Manipulation zu bezeichnen ist bei Tierausbeutern sehr beliebt, da sie einen erheblichen diffamierenden Effekt hat, aber juristisch kaum begegnet werden kann.

Ob es von Seiten des ÖTV rechtliche Gegenmaßnahmen gab, ist mir nicht bekannt. Aus meiner Erfahrung sind diese zwecklos, da selbst massivere Diffamierungen gerade gegen NGO‘s als Meinungsfreiheit gedeckt sind.

Da der Zoo in Folge der Veröffentlichung von seinen Zirkusnummern ( Es gab damals regelrechte Shows mit Tierpfleger Tier Interaktion) für das Publikum Abstand nahm und diese Praktiken nicht mehr stattfinden, beweist die Effektivität der Aufdeckung.

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