Sie stöbern durch die Immobilienanzeigen im Internet und stoßen plötzlich auf ein unschlagbares Angebot, vielleicht ganz in ihrer Nähe. Bevor Ihnen das Schnäppchen jemand vor der Nase wegschnappt, nehmen Sie schnell per Mail Kontakt zum vermeintlichen Verkäufer auf.

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Einige Zeit später geht eine Mail bei Ihnen ein. Aus einer Mischung aus Englisch und schlechtem Deutsch versucht Ihnen der Absender zu vermitteln, dass er das Haus nicht mehr braucht, inzwischen im Ausland lebt und es Ihnen gerne verkaufen möchte. Alles klingt plausibel und glaubwürdig.

Ihr Ausweis bitte

„Die Agentur zu kontaktieren, ich brauche eine Kopie des Personalausweises der potentiellen Kunde, habe ich bereits Mine angebracht“,

lesen Sie weiter. Das schlechte Deutsch können Sie entschuldigen, schließlich finden sie im Anhang der Mail die Kopie eines spanischen Passes. Das Bild einer sympathisch wirkenden jungen Frau öffnet sich vor Ihnen und Sie haben keine Zweifel daran, dass ihre geschilderte Geschichte in der Mail nicht stimmen könnte.

Sie wollen nur Ihr „Bestes“

Und doch, es ist nur eine unwahre Geschichte! In Wirklichkeit versucht über diese Mail gerade jemand mit Ihnen in Kontakt zu kommen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, an Ihre Daten zu gelangen. Und später dann vielleicht auch an Ihr Geld.

Viele Bürgerinnen und Bürger meldeten sich in den letzten Tagen bei der Polizei und schilderten den Inhalt solcher und ähnlicher Mails, die ihnen im wahrsten Sinne des Wortes „spanisch“ vorkamen. Und in allen diesen Fällen bestätigte sich der Verdacht, dass sie offenbar in betrügerischer Absicht versandt wurden.

„Mein Haus ist nicht zu verkaufen!“

Ein Haus in Bad Vilbel beispielsweise wurde in einem Online-Portal zum Verkauf angeboten, für etwa ein Drittel des eigentlichen Marktwertes. Wie sich herausstellte, wusste der Hauseigentümer nichts davon, dass sein Haus zu verkaufen ist. Er hatte die Anzeige weder geschaltet, noch beabsichtigte er sein Hab und Gut zu veräußern.

Mehrere Interessenten hatten mit dem vermeintlichen Verkäufer Kontakt aufgenommen, unterschiedliche Antworten mit ähnlichem Inhalt erhalten und verschiedenste Ausweise als angeblichen Beleg der Seriosität des Angebotes zugesandt bekommen.

Von Bürger zu Bürger

Bislang liegen der Polizei glücklicherweise nur solche Meldungen vor, bei denen die Kaufinteressenten keine Daten weitergegeben oder gar Geld gezahlt haben. Dass dies so bleibt ist nicht nur im Interesse der Polizei, sondern auch im Interesse der Bürgerinnen und Bürger, die sich meldeten.

Sie möchten explizit Ihre Erfahrungen teilen und andere Kaufinteressenten warnen.

Das rät die Polizei

Betrügerische Absichten lassen sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen, auf jeden Fall sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Stellen Sie die Plausibilitätsfrage: Der Kaufpreis liegt unterhalb der marktüblichen Niveaus? Das Bild der Immobilie passt nicht zur Beschreibung? – Im Zweifel lieber keinen Kontakt aufnehmen und die Annonce dem Portal-Betreiber melden!
  • Die Geschäftsabwicklung soll über das Ausland erfolgen? Überlassen Sie solche Geschäfte einem Profi, die Gefahr für den Laien betrogen zu werden ist zu groß.
  • Sie werden aufgefordert vorab Geld zu überweisen oder Daten zu übermitteln: Bitte auf keinen Fall! Das Geld sehen Sie wahrscheinlich nie wieder und Ihre Daten könnten missbräuchlich andernorts eingesetzt werden.
  • Bevor Sie näher auf Verkaufsangebote eingehen: Nehmen Sie sich Zeit. Durchforsten Sie das Internet, vielleicht warnen andere schon vor dem vermeintlichen Verkäufer. Eventuell finden Sie die Immobilie der deren Bild auch bei anderen Portalen mit anderen Beschreibungen und merken so, dass etwas nicht stimmt. Tauschen Sie sich auch mit Freunden/Bekannten aus, vielleicht erkennen Sie etwas, was Ihnen nicht aufgefallen ist.
  • Wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, dann sehen Sie lieber vom Kauf ab. Meistens berichten Geschädigte davon, dass Ihnen etwas komisch vorkam, trauten diesem Gefühl aber nicht.
  • Und zu guter Letzt: Sollten Sie Opfer geworden sein: Schämen Sie sich nicht. Versuchen Sie sofort über die Bank Ihr Geld zurückzuholen und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Quelle: Polizei Wetterau – Friedberg

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