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Stierkampf ist eine grausame „Tradition“ in Spanien. Darüber muss man nicht diskutieren. Wenn nun aber ein Matador mitten im Kampf die Reue packt, ist das herzzerreißend.

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Insbesondere für alle Portale, die auf „Clickbait“ angewiesen sind. Doch zeigt das Bild wirklich das, was es vorgibt, zu sein?

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Da wird gesagt:
„Dieses unglaubliche Foto kennzeichnet das Ende der Torero-Karriere von Alvaro Munera. Er brach mitten im Kampf zusammen, als er realisierte, dass er dieses im Gegensatz freundliche Biest bis zum Ende zu bekämpfen hatte. Er wurde ein bekennender Stierkampfgegner.
Alvaro Munera zitiert den Augenblick mit den Worten: “Und letztlich schaute ich den Stier an. Er hatte die Unschuld, die alle Tiere haben, in seinen Augen. Und er hatte dieses Flehende in seinem Blick. Es war wie ein Aufschrei nach Gerechtigkeit, tief in mir. Ich beschreibe es wie bei einem Betenden – weil so der eine bekennt, ist es die Hoffnung, dass der andere vergibt. Ich fühlte mich wie der mieseste Haufen Scheisse auf Erden.“

Das klingt dramatisch. Das klingt herzzerreißend.

Aber leider ist es nicht die Aussage jenes Matadors. Sondern es sind die Worte des Melodramatisten Antonio Vala Velasco, der 1995 jene Worte in der spanischen Zeitung El País“ formulierte.

Klärt mich auf! Wer ist nun dieser Munera?

Álvaro Múnera Builes, so sein voller Name, ist ein Tierrechtsaktivist, der tatsächlich früher unter dem Namen „El Pilcario“ als Stierkämpfer in Kolumbien und Spanien aktiv war.
Der Mann auf dem Bild ist jedoch nicht Munera, sondern Francisco Javier Sánchez Vara.

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Total verwirrt? Und was ist nun mit Munera?

Der Munera, welcher angeblich in dem Bild zu sehen ist und jenes Zitat gehabt haben soll, war in Wirklichkeit ein „Novillero“, also ein blutiger Anfänger. So sah er damals aus:

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Damals, das war 1984!
Da jagte nämlich ein Stier Munera durch die Manege und brach ihm den fünften Halswirbel, wodurch er permanent querschnittsgelähmt wurde. Später wurde er in ein Krankenhaus in Miami, USA überwiesen, wo ihm dann seine Familie endgültig überzeugte, Dass der Stierkampf keine gute Idee war und nie sein wird.

Okay… und was macht der Matador da auf dem Foto?

Wie schon geschrieben, ist das der Matador Sánchez Vara. Und die Szene zeigt, dass der Kampf so ziemlich am Ende ist. Ist er vielleicht erschöpft? Oder zweifelt er vielleicht wirklich an dem, was er da gerade tut?

Nein. Leider, das müssen wir sagen, gehört das Sitzen dort zu einer Tradition während den Stierkämpfen. Es ist eine Art improvisiertes Schauspiel, was viele Stierkämpfer dort vollführen, eine visualisierte Art, zu sagen: „Würdest du jetzt bitte endlich sterben? Ich bin erschöpft!“
Das ist grausam und widerlich, keine Frage.

Fazit:

Dass Stierkämpfe gegen jegliche Ethik verstoßen, ist klar. Wir wollen das auch keinesfalls damit verteidigen!
Es ist aber auch falsch, dass solche Bilder mit falschen Zitaten verbreitet werden. Echte Matadore vollführen ihren „Job“ mit Stolz und würden niemals solche Aussagen machen.
Verurteilt also nicht den Boten (uns), sondern die Verursacher. Wir können dafür nichts, wir mögen das auch nicht. Und wir verurteilen jedwede Art von Tierquälerei.

Leider müssen wir das als Hoax entlarven. Und das tut uns leid.

Ralf, mimikama.at