Bereits vor zwei Jahren verunsicherte diese urbane Legende Eltern – und so auch dieses Jahr.

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Wir erhielten erneut Anfragen zu diesem etwas älteren Statusbeitrag auf Facebook.

Seit 2015 kursiert dieser Beitrag in sozialen Netzwerken, wurde von verschiedenen Seiten als Clickbait missbraucht, dies verunsichert vor allem Eltern an Halloween.

So sollen Unbekannte Ecstasy-Pillen, getarnt als bunter Traubenzucker, in Halloween-Tüten geworfen haben, um Kinder mit einer Überdosis zu vergiften.

Wer hier nur die Überschrift liest und nicht auf den weiterführenden Link klickt, merkt vielleicht nicht, dass dies absolut nicht mehr aktuell ist. Denn der Link ist tot und führt ins Leere.

Nichtsdestotrotz sieht der Beitrag wie folgt aus und löst auch noch im Jahre 2017 Panik aus:

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Quelle: Facebook / Screenshot Mimikama

Bild in Klartext:

Wenn Du Traubenzucker in der Halloween-Tüte Deiner Kinder findest, dann schmeiß es dieses Jahr weg!

Manchen sind Totenköpfe, andere haben sogar das Superman Zeichen drauf gedruckt.

Niemand muss sich aber fürchten. Denn auch in den letzten zwei Jahren ist es nicht in Mode gekommen, Drogen in die Halloween-Tüten der Kinder zu werfen.

Es handelt sich um einen FAKE. Genau genommen um eine URBANE LEGENDE.

Ursprung und Wahrheitsgehalt

Auch wenn es sich um eine urbane Legende handelt, gab es damals eine offizielle Warnung des MS Metro Department in Form einer Statusmeldung auf Facebook, die eben dieses Bild zeigte.

Mittlerweile ist der Beitrag nicht mehr zu erreichen, doch so sah diese Meldung damals aus:

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Quelle: Mimikama Archiv

Bild im Klartext:

If your kids get these for Halloween candy, they ARE NOT CANDY!!!
They are the new shapes of “Ecstasy” and can kill kids through overdoses!!!
So, check your kid’s candy and “When in doubt, Throw it out!!!”
Be safe and always keep the shiny side up!!!

Wenn eure Kinder zu Halloween diese Süßigkeiten bekommen – das SIND KEINE SÜßIGKEITEN!!!
Dies sind die neue Form von “Ecstasy” und kann Kinder durch eine Überdosis umbringen!!!
Also überprüft die Süßigkeiten eurer Kinder und “wenn Zweifel bestehen, rausschmeißen!!!”
Bleibt sicher und positiv eingestellt!!!

Warum also handelt es sich um eine urbane Legende, wenn sogar die Polizei darüber informiert?

Nun ja, es gab bis heute keine bestätigten Fälle, dass jemals ein Kind solche Ecstasy-Pillen in seiner Tüte gefunden und konsumiert hätte.

Davor zu warnen ist schon richtig, doch schüren das auch Panik bei besorgten Eltern und auch bei Menschen, die keine eigenen Kinder haben.

Der Wert dieser gezeigten Pillen soll bei ca. 350 Dollar liegen. Also rein vom logischen Standpunkt aus betrachtet: Welcher Dealer würde Ecstasy im Wert von 350 Dollar an Kinder verschenken, nur damit diese an einer Überdosis sterben?

Schäden durch Halloween-Süßigkeiten?

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich einige Fälle von gesundheitlichen Schäden an Halloween. Aber nicht unbedingt in Form von Drogenkonsum.

Die Kollegen von Snopes haben ebenfalls mit diesem Hoax aufgeräumt und sogar Statistiken zu Todesfällen an Halloween angeführt.

Laut der Los Angeles Times, stellen sich die meisten “gesundheitlichen Schäden” als schlechter Scherz raus, doch es gibt immer wieder mal Todesfälle, die aber wenig damit zu tun hatten, dass Fremde die Drogen in die Tüten gelegt hatten.

In einem Fall wurde das Kind absichtlich vom Vater vergiftet, in einem anderen hielt ein Kind den Heroin-Vorrats des Vaters für Süßigkeiten und starb in Folge an einer Überdosis.

Zudem gab es Fälle von präpariertem Obst, gespickt mit Nadeln und Rasierklingen. Die Polizei stellte fest, dass diese hauptsächlich von anderen Kindern in die Tüten geschmuggelt wurden.

Jedoch gibt es bis heute keinen bestätigten Fall, in dem diese Ecstasy-Pillen tatsächlich in Candy-Tüten gelegt wurden.

Alle Jahre wieder …

Es ist nur natürlich, dass sich Eltern Sorgen um ihre Kinder machen und auch sehr gut!

364 Tage im Jahr predigt man seinen Kindern, dass sie keine Süßigkeiten von Fremden annehmen sollen und dann gibt es diesen einen Tag, wo sie es dürfen.

Auch hierzulande erfreut sich Halloween immer größerer Beliebtheit und birgt eben auch das Risiko, seine Kinder dadurch in Gefahr zu bringen.

Und vielleicht wurde auch dadurch diese Legende geboren, vom “Fremden, der Drogen an Kinder verteilt”.

Ergebnis:

Es ist sehr vorbildlich und verantwortungsbewusst, sich um die Sicherheit seiner Kinder zu sorgen.

Bei diesem Statusbeitrag, der auf Facebook geteilt oder in den Archiven gefunden wird, handelt es sich aber um eine urbane Legende, die so nie bestätigt wurde.

Seine Ausbeute aus einer Halloween-Tour sollte man trotzdem gut unter die Lupe nehmen.

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