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Immer wieder erreichen uns Bilder aus Griechenland, die für uns irritierend und schwer verständlich wirken. Wenn dann noch Kinder ins Spiel kommen, gehen die Meinungen weit auseinander, durchaus auch zurecht, denn Kinder zu instrumentalisieren ist kein wirklich schönes Mittel.


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Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn eine Situation thematisiert wird, in dem ein Baby im Mittelpunkt steht: in einem Flüchtlingslager in Piräus ist es in dieser Woche zu wütenden Protesten gekommen, bei denen ein Man ein Kleinkind hochhob und es der Polizei vorhielt.

In den Tumulten haben Kleinkinder dieses Alters sicher nichts verloren, da kann man sich durchaus einig sein, wenn man die Situation nun näher betrachtet, dann findet man dazu auf Facebook ein 22 Sekunden langes Video über die verstörende Szene.

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Klären wir jedoch vorab die Grundlegenden Punkte:

  • Herkunft
  • Aufnahmezeit
  • Umstände
  • IST DAS BABY ECHT?

Die Bilder und das Video dazu sind echt. Sie stammen aus Piräus in Griechenland, wo Flüchtende in einem Behelfslager untergebracht sind. Dieses Lager kann man in keiner Weise mit den Flüchtlingsunterkünften und Aufnahmestellen vergleichen, wie wir sie kennen. Der Kurier schreibt über dieses Lager in einem aktuellen Artikel [1]:

Hunderte Flüchtlinge stecken in Piräus fest. Was aus ihnen werden soll, wissen die Griechen nicht

Nach Angaben des Kuriers besteht dieses Lager aus kleinen Zelten besteht und ursprünglich als Transitlager gedacht war. Gemeint: dort sollte niemand lange bleiben. Jetzt sind die Grenzen jedoch dicht. Diese Menschen können nicht in die Türkei abgeschoben werden, da sie vor dem 20. März in Piräus angekommen sind. Sie können aber auch nicht nach Europa.

Der Standard schreibt [2] über dieses Lager:

Am Hafen von Piräus leben derzeit 5.800 Migranten; sie schlafen in den Wartehallen des Hafens und zelten im Freien. Angebote, in vorhandene Auffanglager umzusiedeln, haben sie bisher nicht angenommen.

Beide Artikel reden von schwierigen Umständen vor Ort. Auf der Webseite von “The Blaze” [3] findet man nähere Angaben zu dem Kleinkind und der Aufnahme selbst: hier wird erwähnt, dass diese Proteste am Mittwoch, den 06. April 2016 stattfanden. Es ging darum, dass die Flüchtlinge dazu bewegt werden sollten, in andere Camps umzusiedeln, die sich innerhalb von Griechenland befinden. Dies wiederum lehnten die Flüchtenden ab, sie wollen selber weiterreisen dürfen. Auch die Zeit berichtet [4] über diese Unruhen, geht jedoch nicht auf das Video ein.

Um letztendlich noch die Frage zu klären: JA! Das Baby ist echt. es handelt sich NICHT um eine Puppe, auch wenn man das aus dem Kurzvideo folgern könnte.

Kurzvideo?

Mit Kurzvideo ist gemeint, dass da nur ein Teil eines längeren Videos gezeigt wird. Das Kind wurde recht schnell dem Mann wieder entnommen und zu der Mutter gebracht. In einer längeren Version kann man dann erkennen, dass es sich um ein echtes Kind handelt. Ebenso bemerkt man anhand der der Reaktionen der Flüchtlinge selbst, dass sie dieses Verhalten nicht billigen: die Gruppe umringt den Mann mit dem Baby und nimmt ihm das Kind ab. Nun … das kann man in der 22 Sekunden-Version nicht mehr sehen. Ein anderer junger Mann bringt das Kind direkt aus der Gefahrenzone heraus.