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Eine Statusmeldung, die über die Gefahren von Inhaltsstoffen (E-Codes) informiert, verunsichert derzeit viele Facebooknutzer. “Was ist da dran, werden wir alle vergiftet? Werden diese Stoffe etwa verschwiegen?” Reden wir über E-Nummern und Zusatzstoffe!

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Zunächst: E-Nummer, was ist das eigentlich? Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) schreibt dazu: E-Nummern stehen für bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe, die die Eigenschaften von Lebensmitteln wie Aussehen, Haltbarkeit und Geschmack verbessern oder die technologische Verarbeitung erleichtern sollen. Diese Zusatzstoffe sind von der Europäischen Lebensmittelbehörde streng geprüft. Trotzdem sollten sich vor allem empfindliche Personen und kleine Kinder möglichst zusatzstoffarm ernähren.

In der Zutatenliste müssen alle verwendeten Zusatzstoffe genannt werden. Statt der komplizierten chemischen Bezeichnungen werden sie mit E-Nummern gekennzeichnet. Diese gelten in allen EU-Ländern einheitlich und kennzeichnen einen Zusatzstoff somit eindeutig und unverwechselbar über alle Sprachgrenzen hinweg.

Es gibt eine Vielzahl von Zusatzstoffen, diese findet man bei Produkten auf der Verpackung angegeben, bzw. sollte es sich um Produkte aus der Frischetheke handeln, müssen diese vor Ort abfragbar sein (zum Beispiel durch ein ausgelegtes Buch). Zusatzstoffe müssen deklariert sein, da führt kein Weg dran vorbei. Die Art der Angabe kann jedoch unterschiedlich sein, da sie sowohl in Form der E-Nummer geschehen kann, aber auch als ausgeschriebene Bezeichnung. Zusätzlich müssen auch Allergene gekennzeichnet sein.

Und nun gibt es diese Statusmeldung

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Der komplette Inhalt dieser Statusmeldung lautet:

Interessant!!!

E-Codes und ihre Bedeutung – BITTE UNBEDINGT TEILEN !!!
*1. Unschädliche Zusätze:*
E100, E101, E103, E104, E105, E111, E121, E126, E130, E132, E140, E151, E152, E160, E161, E162, E170, E174, E175, E180, E181, E200, E201, E202, E203, E236, E237, E233, E260, E261, E263, E270, E280, E281, E282, E290, E300, E301, E303, E305, E306, E307, E308, E309, E322, E325, E326, E327, E331, E333, E334, E335, E336, E337, E382, E400, E401, E402, E403, E404, E405, E406, E408, E410, E411, E413, E414, E420, E421, E422, E440, E471, E472, E473, E474, E475, E480
*2. Verdächtige Zusätze:*
E125, E141, E150, E153, E171, E172, E173, E240, E241, E477
*3. Gefährliche Zusätze:*
E102, E110, E120, E124
*4. Störung der Gesundheit:*
* Darmstörung: E220, E221, E223, E224
* Verdauungsstörungen: E338, E339, E340, E341, E450, E461, E463, E465, E466, Eiscreme E407
* Hauterkrankungen: E230, E231, E232, E233
* Zerstörung von Vitamin B12: E200
* Cholesterin: E320, E321
* Empfindlichkeit der Nerven: E311, E312
* Mundfäule: E330 ist am gefährlichsten (Krebserregend) enhalten in z.B. SCHWEPPES ZITRONE, AROMASENF, MEZZO-MIX, KRABBENFLEISCH, BONBEL-KÄSE, PILZE in DOSEN
*5. Krebserregende Zusätze:*
E131, E142, E210, E211, E213, E214, E215, E216, E217, E239
ACHTUNG: E123 ist sehr KREBSERREGEND!! In den USA und den GUS-Staaten verboten.
Auf diese Zusätze besonders bei folgenden Lebensmitteln achten:
E123/E110, VORSICHT!!
Gummibärchen, TREETS, SMARTIES, HARIBO Weingummi, Schokolinsen, ZOTTSahnepudding, IGLO-Fischstäbchen, KRAFT-Dorahm mit Creme-Fraiche, KRAFT-Salami, Streichkäse, Vanille-Pudding E102, E110, Fertigsoßen aller Art.
*6. VORSICHT!!!*
Bei Guanylat und Glutamat aus der E600-Reihe, E605 – Nervengift
Es geht um Ihre Gesundheit und die Ihrer Kinder. Verhindern Sie die Anwendung dieser Zusätze, indem Sie die Erzeugnisse genau auswählen, die Sie kaufen. Der Käufer bestimmt letztendlich die Zusammensetzung des Fabrikats. Denken Sie an die Gesundheit.
Quelle: Abschrift eines Aushanges der Kinderklinik UNI-Düsseldorf

Zu der vermeintlichen Quelle kommen wir später im Text. Der Text ist NICHT neu, die Spuren der Herkunft des Textes weisen Jahre zurück. Exakt dieser Text lässt sich im Netz auf verschiedenen Blogs in einer PDF-Datei finden. Diese Datei wurde im Jahr 2013 erstellt und auch häufig in dieser Zeit veröffentlicht.

E-Codes und ihre Erklärung

Eine komplette Auflistung der E-Nummern, inklusive der Bezeichnung und der jeweiligen Erläuterung findet sich unter bmel.de. Erweitert gibt es eine genaue Datenbank mit der Abfrage zu den einzelnen Zusatzstoffen. Diese bekommt man unter der Adresse zusatzstoffe-online.de.

Anhand dieser Datenbank kann man tatsächlich die einzelnen genannten E-Nummern abfragen. Ein Beispiel zu der Nennung “Mundfäule: E330 ist am gefährlichsten (Krebserregend) “ aus dem Statustext:

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(Screenshot: zusatzstoffe-online.de)

In dieser Datenbank spiegelt der Abschnitt “Sicherheit” die jeweiligen Probleme von Zusatzstoffen wider. Deutliche Warnungen finden sich dann in dem jeweiligen Infobereich (wie Beispielsweise bei E 213 oder E 239).

An vielen Stellen bemerkt man, dass die Statusliste auf Facebook wenig ausführlich ist und oftmals auch pauschale Angaben macht. Teilweise wird auch dramatisiert, da E 605 beispielsweise gar kein zugelassener Zusatzstoff für Lebensmittel ist. Ebenso sind die in der Auflistung erwähnten “Hauterkrankungen: E230, E231, E232, E233” keine für Lebensmittel zugelassene Zusatzstoffe. Dennoch gilt:

Wer unter einer Allergie oder einer Unverträglichkeit gegen bestimmte Inhaltsstoffe leidet, sollte diese auch kennen und meiden!

Daher ist es natürlich nicht falsch, auf vermeidbare Zusatzstoffe beim Einkauf zu verzichten. Hierzu gibt es sogar einfache Hilfestellungen:

Sicher beim Einkauf!

E-Nummern-Finder als App: wer direkt schon beim Einkauf auf Nummer sicher gehen will und bestimmte Zusatzstoffe vermeiden möchte, für den bietet der aid Infodienst eine kostenfreie App für Smartphones an, mit der man direkt im Supermarkt die Bedeutung von E-Nummern prüfen kann.

Die App steht kostenfrei zum Download im App-Store von iTunes und Android Market zur Verfügung.

Zu der Statusmeldung

Nun, wir haben das Universitätsklinikum  in Düsseldorf gefragt, ob dort diese Art von Aushang bekannt sei. Also bei der Aussage „Abschrift eines Aushanges der Kinderklinik UNI-Düsseldorf“ handelt es sich definitiv um eine urbane Legende:

Nach dieser Liste wurde immer mal wieder gefragt, – sie ist weder von der Kinderklinik des Universitätsklinikums (nicht der UNI) Düsseldorf autorisiert noch von ihr verfasst o.Ä. Die Inhalte haben keinerlei Zusammenhang zu einer wissenschaftlichen Bewertung der Ärzte der Klinik. Sie entbehrt auf jeden Fall aus Sicht des Universitätsklinikums Düsseldorf jeder Grundlage, ist aber leider nicht ausrottbar.

Wir danken an dieser Stelle der Pressesprecherin des Universitätsklinikums Düsseldorf

Quellen: