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Der Daten- und Adresshandel ist auch bei dubiosen Jobanietern bekannt: was früher noch recht einfach als unpersönlicher Spam abgetan werden konnte, trägt heute mittlerweile die volle Adresse und auch die Telefonnummer des Empfängers im Text. Das ist für viele Empfänger beängstigend.


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Bekannt sind diese eingebauten Datensätze bereits in Phishing- und Malwareversand geworden, jetzt findet man sie auch in dubiosen Jobangeboten vor. Diese geben sich als offizielles Schreiben von Arbeitsagenturen, sie locken mit günstigen Arbeitsbedingungen und hohen Löhnen, jedoch sind sie alles andere als seriös.

Diese Mails sehen sich alle recht ähnlich, als ein Beispiel hierfür dient nun eine aktuelle Mail, welche von einer angeblichen „Weber GmbH“ <[email protected]>” stammen soll:

Betreff: Arbeitsagentur Online 24 stellt neue Stellenausschreibungen vor.

Persönlich an:
Carl [***]
[***]straße  **
6*** [***]
Tel. 06***

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Wenn Sie interessiert sind, wollen wir Sie kennenlernen, dazu mailen Sie uns Ihre Bewerbung an: [email protected]
Ihre privaten Daten behandeln wir selbstverständlich vertraulich.
Mit freundlichen Grüßen
Weber GmbH

Wir weisen darauf hin, dass Namen und Tätigkeit, sowie auch Gehaltsangaben variieren können.

Nicht antworten!

Bitte geht auf gar keinen Fall auf diese dubiosen Angebote ein. Es gibt verschiedene Szenarien, welche hinter diesen Angeboten stecken können. Im harmlosesten Falle handelt es sich lediglich um Datendiebe, welche aus den eingesendeten Bewerbungen die persönlichen Daten ziehen wollen. In schweren Fällen kann man in der Tat einen Job bekommen, welcher jedoch illegal ist und man sich als Helfershelfer in Geldwäschegeschäften beteiligt.

Dies haben wir umfassend in unserem Artikel “Finger weg von dubiosen Jobangeboten!” beschrieben.Dabei bleiben die Opfer auf hohen Schulden sitzen und haben sich gleichzeitig noch strafbar gemacht.

“Woher kennen diese Betrüger meinen Namen und meine Adresse?”

Diese Frage stellen sich viele der Empfänger aus der aktuellen Welle von Trojanermails, da in diesen Mails der echte Name, zumeist die Realadresse des Empfängers und unter Umständen auch die echte Rufnummer aufgeführt ist. Da steht ja mein Name und meine Adresse drin!

Natürlich ist fast allen Empfängern solcher Mails bewusst, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt, darauf muss man nicht erneut eingehen. Der große Moment des Staunens liegt eh dort, wo man den eigenen Namen und die eigenen Adresse in der Mail sieht!

Die Frage nach der Herkunft der Daten wirft sich unweigerlich auf, doch an dieser Stelle muss man resignierend sagen: es ist nicht wirklich schwierig, Adressdatensätze zu kaufen. Ehrlich. Das geht sogar völlig legal. Allein die Googlesuche spuckt genügend Ergebnisse aus.

Adresshandel

Der Handel mit Adressen ist nicht neu. Ebenso die Variante, wie diese Adresshändler in den Besitz von Adressen gelangen. Das Stichwort ist hier: Leadgenerierung! Na, jetzt sollte es in den Köpfen klingeln: Onlinegewinnspiele zu Gutscheine von H&M, Mediamarkt, Saturn etc ….

Hinter diesen Gewinnspielveranstaltungen stecken fast immer Leadgenerierer. Ein “Lead” ist im Sinne des Marketing ein Kundendatensatz. Eine Agentur, welche Leads generiert, bemüht sich also darum, so viele Datensätze wie möglich aufzubauen. Dabei sind die wertvollen Datensätze jene, die recht vollständig und umfangreich sind. Name, Adresse, Telefonnummer, Mobilnummer und E-Mail Adresse sind da schon recht interessant. Wenn nun Alter, Schulbildung und Interessen dazu kommen, wird der “Lead” noch wertvoller. Und wenn man anschließend in einem Fragebogen sogar noch sein Konsumverhalten preisgibt, lacht die Agentur für Leadgenerierung und freut sich über einen sehr wertvollen Datensatz.

Diese werden natürlich letztendlich auch verkauft! In erster Linie zu Marketingzwecken. Dazu hat man ja auch bei den Gewinnspielen immer schön artig zugestimmt. Doch ist ein solcher Datensatz erst einmal auf dem freien Markt, kann er natürlich illegal durch Dritte weitergegeben werden. Kopierbar ist im Grunde genommen alles. Und schon landen Adressdatensätze aus dem Marketingbereich auf dem Schwarzmarkt. (an dieser Stelle halten wir uns mit der Aussage zurück, dass Datensätze aus der Leadgenerierung auch direkt an Betrüger weiterverkauft werden könnten).

Daher gilt allgemeinhin unsere Warnung: Vorsicht bei Onlinegewinnspielen (wir warnen ja nicht erst seit gestern).

Weitere Quellen

Neben dem Adresshandel gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, wie Betrüger an Adressen für Spammails gelangen können. Datenlecks sind zum Beispiel eine nicht überschaubare Quelle. Die Webseite spam.tamagothi.de beschrieb bereits 2013, wo die Lücken liegen und dass es häufig Mitarbeiter der Firmen seien, die sich mit illegalem Datenhandel das eigene Gehalt ein wenig aufbessern:

Betroffen waren unter anderem die belgische Staatsbahn, Coca-Cola, verschiedene so genannte „Singlebörsen“ (hier nur meetOne als ein Beispiel) und mutmaßlich DHL. Desweiteren können im Regelfall schlecht bezahlte Mitarbeiter gewisser Callcenter frei auf Daten zugreifen, und es würde mich sehr überraschen, wenn da nicht der eine oder andere nach Möglichkeiten suchen würde, sein mieses Gehalt aufzubessern. Dass selbst bei großen Anbietern von Pornografie sehr wenig Wert auf Datensicherheit gelegt wird, sei hier nur eine kleine Ergänzung.

Social Media Anwendungen

Noch ein Punkt, vor dem wir immer gewarnt haben: diese ganzen kleinen Test- und Spass-Apps auf Facebook, welche Zugriffe auf das eigene Konto benötigen, können natürlich auch Daten auslesen. Weißt Du, was am Ende mit diesen Daten geschieht? Liest Du bei jeder Facebookanwendung genau, auf welche Daten diese Zugriff verlangt? Schaust Du auch immer genau, wie seriös die einzelnen Anbieter der Anwendungen sind? Schwarze Schafe ziehen mit ihren Facebook-Anwendungen bewusst den Nutzern die Daten aus der Tasche.

Daneben sei auch erwähnt, dass die sozialen Netzwerke (Facebook oder aber auch der WhatsApp Messenger) auch nicht zimperlich im Verkauf von Daten sind.

Vorsicht walten lassen

Daher gilt: man sollte immer vorsichtig im Umgang mit den eigenen Daten sein! Gerade im Bezug auf Onlinegewinnspiele sollte man sich immer Fragen, wie hoch die eigene Gewinnchance ist und ob man nicht grundsätzlich eher verliert, wenn man Adresshändlern seinen Daten preisgibt.

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