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“Hallo! Auf meiner Facebook-Seite habe ich einen Beitrag gelesen über die Pflanze Dieffenbachia.”

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So beginnt eine Anfrage auf unserer Seite und endet mit folgenden Worten: “Dies soll so gefährlich sein, dass wenn man sie berührt, man die Hände sofort waschen soll, ein Glas Milch trinken und dann sofort in eine Notaufnahme fahren sollte. Diese Pflanze wird heute noch verkauft und vielfach als Zimmerpflanze gehalten. Wäre diese Meldung denn keine Fake, wäre diese Pflanze doch längst aus dem Verkehr gezogen worden ?!?!? Danke ganz herzlich, dass Sie diesen Fall überprüfen werden. Freundliche Grüsse”

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Stimmt das?

Im Detail: Die Dieffenbachie, auch Giftaron genannt, gehört zur Familie der Aronstabgewächse und ist in Süd- und Mittelamerika beheimatet, besonders in Brasilien kommt sie vor. Sie wird als Zier- und Zimmerpflanze genutzt, da sie sehr einfach zu pflegen ist.

Alle Teile der Pflanze sind giftig.

Allerdings muss niemand in Panik ausbrechen, denn nur durch das reine Anfassen der Pflanze passiert nichts, es sei denn, man reibt sich Pflanzensaft in die Augen, dann kann es zu Hornhautverätzungen kommen. Es wird empfohlen, die Pflanze mit Handschuhen bekleidet zu beschneiden oder umzutopfen.  

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Was ist das denn für ein Gift?

 

U.a. enthalten sind Dicarbonsäure und deren Salze, die in den sogenannten Schießzellen als nadelförmige Calcium-Oxalat-Kristalle vorliegen, aber auch 0,5% lösliche Oxalsäure. Beim Zerbeißen oder Zerreiben der Pflanze werden die Oxalat-Kristalle aus den Schiesszellen explosionsartig entlassen und dringen in Schleimhäute ein. In den Kristallen befinden sich Rinnen, an denen auch die lösliche Oxalsäure und andere Giftstoffe in den Körper gelangen.

Durch die mechanische Reizung kommt es zu Bläschenbildung und Entzündungen im gesamten Magen-Darm-Trakt. Die Zunge kann stark anschwellen, Schluckbeschwerden sind häufig. Reibt man sich den Pflanzensaft ins Auge, kann es zu starken Hornhautverätzungen kommen. Die Aufnahme der Oxalsäuren über Haut und Schleimhaut kann zu einer Hypokalzämie und einer Hypomagnesiämie führen. Das kann zu Herzrhythmusstörungen, Benommenheit, starken ZNS-Symptomen, Nierenversagen, und Gehirnentzündungen führen. Schon 3 – 4g der Pflanze sind tödlich giftig. Auch das ablaufende Gießwasser ist stark toxisch.

Allerdings besteht bei Erwachsenen kaum die Gefahr, dass sie ihre Zimmerpflanzen anknabbern, bei Kleinkindern und Tieren sieht das jedoch deutlich anders aus, von daher sollte man mit Kindern und Tieren im Haushalt auf diese Pflanze verzichten.

 

Was tun, wenn Gift aufgenommen wurde?

 

Sofort zum Arzt gehen und die Pflanze oder Teile davon mitnehmen. Auf keinen Fall Milch trinken, denn die kann die Giftaufnahme sogar noch begünstigen!

 

Fazit:

Diese Pflanze ist hoch toxisch, aber Panikmache ist unbegründet (Pflanze nicht anfassen!). Schlimm ist es aber, wenn wie hier in der Anfrage auch noch falsche Tipps bei einer Vergiftung gegeben werden, die die Vergiftung sogar fördern können.

Autorin: Anke M., mimikama.at