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Facebook, die Plattform für Inhalte aller Art. Facebook ebenso als Plattform für Sender, zu Zeiten vor Facebook gar nicht Inhalte hätten in dieser Weise senden können und auch gar nicht auf Empfänger gestoßen wären. Facebook hat daher vieles verändert, und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass so mancher Inhalt auf Facebook verändert widergegeben wird.

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Eine Frau mit Bombe – in einem Einkaufszentrum. Diese Frau solle sich nun angeblich vom Dach des Einkaufszentrums gestürzt haben, mit entsicherter Bombe:

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Im barrierefreien Klartext liest man:

Was letzten Donnerstag gegen 13.00 Uhr in Frankfurt am Main passierte

Vor ein paar Tagen hörte ich davon, dass jemand von der Zeilgalerie, die sich in der Haupteinkaufsmeile von Frankfurt befindet, Selbstmord begangen hatte.

Heute, Donnerstag, eine Woche später, erfahre ich von einem guten Freund, was am Donnerstag letzter Woche tatsächlich passiert sein soll:

Eine Frau stürzte sich Donnerstag, den 30. Juni gegen 13.00 Uhr mit einer Bombe von diesem Einkaufszentrum direkt auf die Haupteinkaufsstraße. Als unser Freund dann etwas später dort ankam, war der Platz weiträumig abgeriegelt worden. Die Leute vor Ort wussten alle, was tatsächlich passiert war. Die Bombe ist allerdings nicht explodiert, obwohl sie von dieser Person wohl vorher entsichert worden war.

Kaum vorzustellen, was es für ein Blutvergießen gegeben hätte, wenn ihr Plan gelungen wäre.

Ich frage mich nun,

WARUM KONNTE KEINER VON UNS IN DEN MEDIEN DAVON LESEN ODER HÖREN?

Polizei – Revier Frankfurt 1?

Medien?


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An dieser Stelle gilt es nun: woher stammt die Meldung? Gab es da was? Wir sind fündig geworden, mit erstaunlichem Ergebnis:

Mann springt von der Zeilgalerie

Ääääähhh? Mann? Ja. Ein Mann. War denn wenigstens eine Bombe dabei? Nein! Die Frankfurter Rundschau berichtete am 30. Juni [1]:

Ein Mann ist am Donnerstagmittag gegen 13.30 Uhr von der Zeilgalerie an der Frankfurter Hauptwache in den Tod gesprungen. Mehrere Passanten sind nach Angaben eines Sprechers der Frankfurter Polizei so geschockt, dass sie betreut werden müssen.

Ok, es war nicht nur die FR, sondern auch viele andere Medien, die darüber geschrieben haben. Von “Frau” oder “Bombe” liest man jedoch nirgends.

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Warum wir jedoch gerade die FR angeführt haben, hat einen besonderen Grund: die Frankfurter Rundschau hat heute (11. Juli 2016) einen weiteren Artikel veröffentlicht.

Kritik zu Falschmeldung

Die FR hat sich in einem Artikel mit exakt der obigen Meldung (Frau/Bombe) befasst und unter dem Titel “Heidi Mund erfindet Selbstmordattentäterin” [2] [3] die Herkunft der Behauptung, sowie die Person beleuchtet, welche die Behauptung gepostet hat:

Die radikale Christin und rechte Politaktivistin Heidi Mund ist wieder da. Lange war sie nicht größer in Erscheinung getreten, hatte lediglich mit Bibelzitaten gegen den Islam gekämpft, betend mit Gatte Mathias die USA aufgemischt.

Die FR setzt sich nun damit auseinander, wie diese Behauptung entstanden sein könne, welche Methode dort verwendet werde und fragt auch kritisch, wieso jemand sich von einem Dach in den Tod stürzt, wenn man doch eine Bombe bei sich trägt. Doppelt tot hält besser? Man kann daher an dieser Stelle auch mit den Worten der FR schließen:

Wieso sollte eine Selbstmordattentäterin mit Bombe von einem Dach springen? Springen statt sprengen? Oder gar springen und sprengen? Und wieso meint der gute Freund, seine Exklusiv-Info sei gerade bei Frau Mund am besten aufgehoben? „Auffällig ist, dass die Bomben in Deutschland bisher nicht explodierten“, rätselt diese ins blaue, und eigentlich möchte man ihr nur noch zuflüstern: Liebe Frau Mund, das haben Bomben, die nicht existieren, nun mal so an sich.

Noch eine abschließende Anmerkung zum Wort „Selbstmord“: dieses Wort haben wir aufgrund der Zitierweise übernommen, entspricht ansonsten nicht unserer Wortwahl.