-Mimikama unterstützen -

Gemeinsam gegen Fakes, Fake-News und anderen Unwahrheiten im Internet. Bitte hilf mit!

Wenn die Barbie unfreiwillig zum Spion wird, dann kann es sich nur um die “Hello Barbie” handeln!

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Mimikama: Information

Ja – die “Hello Barbie”, das kleine interaktive Ding mit WLAN Anschluss. Das blonde Püppi, welches sich mit Dir unterhältt, wenn Du ihr auf die Gürteschnalle drückst und der Du zum Aufladen einen Stecker in den Pops steckst (zumindest regional gesehen). Ungelogen, diese interaktive Barbie gibt es (siehe hier!). Wer jetzt schon Schnappatmung bekommt dem sei gesagt: ein Verkauf der sprechenden Puppe  in Deutschland derzeit nicht geplant.

image

Hello Püppchen kann vieles, da sie ja mit dem Internet verbunden ist. Sie kann zum Beispiel zuhören, Gespräche Aufzeichnen und an den Server des Herstellers senden. Der Sinn dahinter: Barbie lernt und kann Antworten geben. So wird sie zu einer ganz tollen Freundin, weil sie sprechen kann. Und je mehr sie “lernt”, also abhört, desto passender sind die Antworten.

Ein Livetalk aus dem Kinderzimmer also – oder aus dem Wohnzimmer , dem Bad oder dem Elterschlafzimmer. Je nachdem, wo Hello Pupperl gerade so liegen geblieben ist. Datenschützer und Werbeindustrie haben beide Ihren Spaß daran, jedoch in unterschiedlicher Weise. Laut einem Artikel von Gulli vom 17. März sei in den Nutzerbedingungen der neuen Hello Barbie ist sogar ein Hinweis darauf zu finden, dass die aufgezeichneten Gespräche zur Entwicklung und Datenanalyse genutzt werden.

Wer an diesen Datenschutzerklärungen Spaß hat, kann das gerne hier nachlesen: ToyTalk Datenschutzerklärungen (english).  Alleine hier kann man sich nun streiten, wie sinnvoll diese Art von Spielzeug ist. Letztendlich ist diese Art von Funktion und die Auswertung von Gesprächen nichts neues, seit Windows 10 und Cortana leben sehr viele Menschen damit. Aber hey – immerhin bekommen die Eltern die Audiodateien zur Kontrolle regelmäßig zugesendet. Ebenso muss man zur Inbetriebnahme ja auch die App bestätigen.


SPONSORED AD

Hack-me Barbie

Ebenso neu an dem Rede-mit-mir-Blondie ist nun die Tatsache, dass sie vernetzt ist. Dadurch ist sie nichts anderes als ein weiterer Teilnehmer im Netzwerk, der so wie alle anderen auch angegriffen werden kann. Damit stellt sich nun die Frage: wie gut ist Blondies Firewall? Wahrscheinlich eher nicht so gut, denn sonst hätte sie ja rote Haare.

Aber im Ernst: nach Aussagen des Sicherheitsexperten Matt Jakubowski sei es gar nicht so schwer und abwegig, eine Barbie zu hacken. So entnimmt man ihm im Guardian:

But US security researcher Matt Jakubowski discovered that when connected to Wi-Fi the doll was vulnerable to hacking, allowing him easy access to the doll’s system information, account information, stored audio files and direct access to the microphone.

Wenn die Barbie im Netz ist, ist sie demnach also angreifbar und er könne recht einfach auf die Systeminformationen der Puppe zugreifen, sowie auf die Account Informationen und die gespeicherten Audiodateien. Ebenso hätte er direkten Zugang zum Mikro.

Nach Aussagen von Mattel sei das nicht so drastisch, man spricht hier von einem “enthusiastischem Forscher, der gemeldet habe, man könne ein paar Gerätedaten finden und das nun einen Hack nennt (An enthusiastic researcher has reported finding some device data and called that a hack.). Ja, das ist mal abwiegeln.

Tja, wat nu, Barbie?

Zudem kommt jetzt noch die Frage: warum soll sich ein Kind mit einer WLAN Puppe unterhalten? Welchen Vorteil hat eine Kommunikation mit einer interaktiven Puppe – wie kindgerecht sind diese Arten von Unterhaltungen? Das ist zu diesem Zeitpunkt schwer zu beurteilen, jedoch sollte man auch diese Fragen nicht aus dem Blick verlieren.

Artikel- & Vorschaubild: YuriyZhuravov / Shutterstock.com