Wenn Wahlschlachten aus Facebook ausgetragen werden. Heute: angebliche Wahlmanipulation bei den “Wiener Linien”.

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Die Wiener Linien, der große Wiener Verkehrsbetrieb mit ca. 8500 Angestellten, manipuliere nach Aussage eines Facebookstatements die eigenen Mitarbeiter. Die Aussage lautet:

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Habe soeben von meinem freund dessen kind bei WIENER LINIEN lernt erfahren das sie von seinem kind verlangen es müsse am kommenden WAHLSONNTAG den WAHLZETTEL fotografieren das er bei SPÖ sein X macht. FINDE DAS EINE BODENLOSE FRECHHEIT DA DIES GEGEN DAS WAHLGEHEIMNIS VERSTÖSST. BITTE SO OFT WIE MÖGLICH TEILEN

Es klingt ein wenig wie stille Post, speziell in der aktuellen Zeit, sozusagen am Vorabend der Wahlen in Wien klingt dieser Vorwurf dramatisch.

Fehler, Gruppe existiert nicht! Überprüfen Sie Ihre Syntax! (ID: 1)

Was ist dran?

Die Wiener Linien sehen sich natürlich nun auf Facebook mit diesem Vorwurf konfrontiert. Das Facebook-Statement ist auch bereits bis zu die Linien vorgedrungen, so dass es auch einen Stellungnahme in Form eines Kommentars bereits gab:

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Das ist natürlich kompletter Schwachsinn. Schade, dass die Wiener Linien so schäbig für den Wahlkampf missbraucht werden.

Dieses Dementi verwundert nun nicht, denn allein vom Verständnis her wäre so eine interne Anweisung ja weder durchsetzbar, noch überhaupt “geheim” zu halten. Bei über 8000 Mitarbeitern ist das wohl nicht möglich.

Lehrlingsscherz?

So oder so: man kann definitiv davon ausgehen, dass es sich hier weder um eine Dienstanweisung, noch um eine interne Order handelt. Was man jedoch niemals ausschließen kann, wäre ein “Lehrlingsscherz”. Davon können viele ein Liedchen singen: ob man eine “Kolbenrückholfeder” aus dem Lager besorgen muss, oder zur benachbarten Bank  gehen soll, um den Zinsfuß von dort abzuholen, oder aber auch die Gewichte für eine Wasserwaage besorgen soll: Lehrlinge sehen sich immer Scherzen ausgesetzt. Wir wissen es nicht.

Zieht weite Kreise

Gleiches Gerücht wurde nun auch augenscheinlich auf das „Die 48er“ gemünzt. ( Die 48er: Das MA48 ist die Magistratsabteilung 48 in Wien, zuständig für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark). Auch dort wurde auf der offiziellen Facebookseite dementiert:

ma48

Grundsätzlich

Grundsätzlich gilt: man sollte niemandem, auch nicht dem eigenen Ehepartner oder den Eltern, schon gar nicht Freunden und Kollegen erzählen, was man wählt. Klar, man darf es jedem Menschen erzählen, davon abgesehen, aber es empfiehlt sich, die eigene Wahl für sich zu behalten. Das ist der Sinn einer geheimen Wahl und das Recht hat auch jeder.

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