Produktempfehlung: Kaspersky lab

Es handelt sich hierbei um eine Mail, welche nahezu perfektes Phishing darstellte. An dieser Mail war so gut wie gar nichts auffällig.

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“So gut  wie” – das bedeutet, dass wirklich Kleinigkeiten noch auf einen Betrug hinweisen. Ansonsten ist in dieser Mail nahezu alles auf fatale Weise perfekt.

krone1

Fatal!

In dieser Mail ist so wirklich an alles gedacht worden:

  • die Anrede ist korrekt
  • es existiert tatsächlich bei ebay ein solches Angebot (Dauerangebot)
  • die Verkäuferdaten existieren
  • die Adresse des Empfängers ist korrekt
  • alle eingebauten Links führen auf korrekte und existierende Seiten – auch auf eine existierende Verkaufsseite!
  • der Aufbau der Mail ist sowieso 1:1 einer original Mail von PayPal nachempfunden

Fatal2!

Es gibt einen kleinen Unterschied, welcher auch kaum auffallen würde, der sich aber für alle Empfänger goldrichtig platziert sieht: Die Konfliktlösung!

krone2

Da es sich bei dieser Mail um Phishing handelt, hat logischerweise niemals ein Einkauf stattgefunden. Aufgrund der überzeugenden Auftretensweise der Mail denken viele Empfänger nun jedoch, es hätte ein Einkauf stattgefunden und es wäre fälschlicherweise ein Betrag gezahlt worden.

Hier kommt diese kleine, erst im späteren Verlauf auftretende Information zur Konfliktlösung sehr günstig.

Probleme mit Ihrer Zahlung?
Wenn diese Zahlung nicht von Ihnen ausgeführt worden ist, klicken Sie auf Konfliktlösung, um die Zahlung zu stonieren.
Konfliktlösung
Sie werden anschließend auf die PayPal Konfliktlösung Seite weitergeleitet und aufgefordert eine Konfliktlösung durchzuführen.

Dies ist auch der wohl einzige Satz, der aus der Hand der Betrüger geschrieben wurde und auch gleich einen Fehler (“stonieren”) enthält. Diese Konfliktlösung ist nichts anderes als ein Link zu einem Phishingformular.

An dieser Stelle offenbart sich nun die einzige Stolperstelle in der Mail, denn der lange Link, welcher in der Mail eingebaut ist, hat mit PayPal rein gar nichts zu tun.

krone3

Phishing wird immer gefährlicher!

Gefährliches Phishing ist letztendlich auch ein Resultat des schlampigen Umgangs mit eigenen Daten. Denn das Herzstück an Glaubhaftigkeit in Phishingmails sind die korrekten Angaben von real existierenden Daten. Die Angabe realer Daten in solchen Mails ist nur möglich, wenn die Betrüger auch eine Datenbank vorliegen haben, in der alle wesentlichen Daten genannt sind. Aus welchen Quellen diese Datenbanken stammen, ist natürlich nach außen nicht ersichtlich. Das beginnt von der Möglichkeit, über Telefonbuchdienste (wie z.B. Klicktel) die Datenbanken zu extrahieren, bis hin zu einem Einkauf der Daten von Adresshändler.

Wir haben immer schon vor Gutschein- oder sonstigen Onlinegewinnspielen gewarnt, bei denen die Daten weitergegeben werden. Die Möglichkeit, dass Daten aus den Quellen von Lead-Generierern stammen, ist zumindest nicht unwahrscheinlich.

Das hilft immer

Da man sich mittlerweile auf keine Indizien innerhalb der Mail verlassen sollte, gibt es nur die Möglichkeit der manuellen Kontrolle:

per Hand die Adresse des Anbieters in die Adresszeile des Browsers eintippen, dort einloggen und im Menü des jeweiligen Anbieters (hier PayPal) schauen, ob Probleme vorliegen. Im Falle von Phishingmails liegen hier nie Probleme vor, sollte tatsächlich ein Problemfall vorliegen, kann man das nach einem manuellen Login erkennen.

Zusätzlich bietet PayPal die Möglichkeit, nach einer Transaktion eine SMS zu senden. Somit kann man auf einfache Weise abgleichen, ob eine Zahlung stattgefunden hat.