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Eine bizarre Theorie macht auch heutzutage immer noch die Runde, was auch der Grund ist, weswegen wir uns dieser mal annehmen müssen: Die Hohlwelt-Theorie.

Jene Besagt, dass der Planet Erde nicht einfach nur ein Planet ist, der durch verschiedene Gesteinsschichten bis runter zum Kern besteht, sondern, je nach Auslegung unterirdisch noch andere Wesen existieren, ja es sogar mehrere Sphären gibt inklusiver eigener Sonne, wo Reptilienwesen, „Außerirdische“, ausgestorbene Kreaturen sowie Nazis leben. Ja, sogar Hitler soll dorthin geflüchtet sein.

Es wird aber noch verrückter: vielleicht leben wir alle in einer Hohlwelt!

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Es gibt also zwei Theorien mit demselben Namen, die wir erst einmal entschwurbeln müssen

Theorie 1:
Die Erde ist hohl, unter uns leben andere Zivilisationen, die gelegentlich bei uns auftauchen

Theorie 2:
Die Erde ist nicht konvex, sondern konkav

Kommen wir mal erst zur Theorie 2, welche einige logische Fehler beinhaltet:

Wäre die Erde konkav, würde man z.B. ein Schiff, welches gen Horizont segelt, langsam immer höher steigen sehen, bis es irgendwann aus unserem Sichtbereich entschwindet. Ebenso dürften wir keine Nacht- und Tagphasen haben, wenn die Sonne sich in der Mitte dieses Systems befindet, und Mondfinsternisse wären auch schwer erklärbar (es sei denn, dass der Mond nicht um die Erde kreist, sondern in einer engeren Umlaufbahn um die zentrale Sonne… dann aber sehr schwankend).

Wir lassen diese Theorie mal außen vor, aber eine geniale Anekdote muss sein!

Tatsächlich war Adolf Hitler sehr esoterisch interessiert, und so strebte es ihm danach, jene Hohlwelt-Theorie beweisen zu können! So schickte er im April 1942 Dr. Heinz Fischer zu der Ostseeinsel Rügen, um präzise Messungen durchzuführen. Durch Ausstrahlung von Radarwellen im 45 Grad-Winkel in den Himmel sollte es demnach möglich sein, die exakten Positionen der bei „Scapa Flow“ anliegenden englischen Flotte ausfindig zu machen. In einem mittlerweile offiziell zugänglichen eBook kann man mehr über dieses Unternehmen lesen: Fads and Fallacies in the name of science

Zur Theorie 1: Was lebt unter uns?

Der Glaube, dass unter uns noch andere Zivilisationen leben, ist schon sehr alt.
Bereits in der babylonischen Mythologie besuchte Gilgamesch seine Vorfahren im Erdinneren. Auch die alten Ägypter waren der festen Meinung, dass unter den Pyramiden Gänge seien, die dazu dienen, die Verstorbenen ins Innere der Erde zu führen, wo sie künftig leben würden. Und auch in dem Jules Verne Roman „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ wird eine unterirdische Welt beschrieben, inklusive eigener „Sonne“, Vegetation und längst auf der Oberfläche ausgestorbener Kreaturen.

Wie kam es zu der Idee?

Interessanterweise machte ausgerechnet Edmund Halley, der Entdecker des Halley-Kometen, diese Idee populär.
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Bildquelle: unmuseum.org

Er bemerkte, dass es Schwankungen im Magnetfeld der Erde gab und zog die Schlussfolgerung, dass es nur daran liegen könnte, dass es weitere Erden innerhalb der Erde geben müsse. Zudem sind diese Sphären sicherlich auch bewohnt und sind „schuld“ an den sogenannten Polarlichtern

John Cleeves Symmes, ehemaliger Offizier und Geschäftsmann, war im 19. Jahrhundert der festen Meinung, dass sich die Eingänge zum Inneren der Erde an den Polen befinden würden, so machte sich 1838 eine Expedition aus, um diese Theorie zu überprüfen. Eingänge wurden keine gefunden, jedoch steht wenigstens seitdem fest, dass die Antarktis nicht nur aus Eis besteht, sondern dort tatsächlich sich auch feste Erde befindet und dies in dem Sinne der siebte Kontinent der Erde ist.

Machen wir nun einen Zeitsprung ins 3. Reich, Deutschland 1945

Nach dem Tod Hitlers 1945 spannten sich weitere Verschwörungstheorien. Hitler soll nicht nur leben, sondern sich sogar mit anderen Größen des dritten Reiches in die Hohlwelt abgesetzt haben. Auch sogenannte „Reichs-UFOs“ sollen dort ihre Basis haben und regelmäßig Erkundungsflüge starten.

Wie schaut es da mit Leben aus?

Was das angeht, ist das Innere der Erde mittlerweile sehr gut erforscht.
Die tiefste Bohrung in die Erde beträgt 12.3 Kilometer. Das klingt nach viel, aber kratzt gerade mal an der Erdoberfläche, denn die Erdkruste alleine geht bis zu 30 Kilometer in die Tiefe. Tiefer zu bohren ist zum momentanen Zeitpunkt gar nicht möglich, da alleine in einer Tiefe von 3 -5 Kilometern eine Temperatur von 200 Grad bis 300 Grad herrscht. Der feste bzw. spröde Bereich der Erde erstreckt sich bis ca. 160 Kilometer ins Innere, danach ist es eigentlich nur für Bakterien ein Überleben möglich, die solche Temperaturen gewöhnt sind (und die gibt es sogar).

Vielleicht leben diese Wesen ja nur 1 Kilometer unter der Erdoberfläche?

Denkbar. Vielleicht haben Altnazis, zusammen mit Reptilienwesen und „Greys“ eine unterirdische Unterkunft sich geschaffen. Mit Klimaanlage. Und starten von dort aus Flugobjekte, die uns ausspähen.
Jene Theorie klingt aber, im Zeitalter von Google Earth und unzähligen Expeditionen zur Arktis und Antarktis dermaßen unglaubwürdig, dass man sie einfach nur belächeln muss, es sei denn, man möchte an dem Glauben an einer großen Verschwörung zwischen Nazis, amerikanischen und russischen Forschern, unabhängigen Wissenschaftlern und Außerirdischen glauben.

Da diese Thesen weder belegt noch widerlegt (okay, die konkave Welt ist widerlegt, aber egal) werden kann, gehen übrigens Esoteriker darüber, mentalen Kontakt zu jenen Bewohnern herzustellen, was zu kruden Auswüchsen führt:

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Fazit:

Unter unseren Füssen kreucht und fleucht es.
Dabei handelt es sich aber eher um Insekten, Arachnoiden, Würmer und Bakterien, welche manchmal oder größtenteils unter der Erde leben. Von ganzen Zivilisationen ist nach heutigem Forschungsstand jedoch nichts bekannt, und auch die Wahrscheinlichkeit, jemals Kontakt zu einer „Erde in der Erde“ zu bekommen, ist mehr als gering.

Macht aber nichts. Wir denken mal, dass wir mit unserer eigenen Zivilisation genug zu schaffen haben.

Autor: Ralf, mimikama.at