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Gemeinsam gegen Fakes, Fake-News und anderen Unwahrheiten im Internet. Bitte hilf mit!

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Immer wieder berichten wir auf unseren Seiten von Fake-Abmahnungen, in denen Usern per E-Mail Urheberrechtsverletzungen und illegale Downloads vorgeworfen werden.

Ziel dieser Fake-Mails ist es, die Empfänger dazu zu bewegen, eine Phishing-Seite zu besuchen, in ZIP-Dateien versteckte Malware wie z.B. Trojaner auf ihren Rechner herunterzuladen oder eine – eigentlich ungerechtfertigte – Zahlung zu leisten.

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Um hierbei erfolgreich zu sein, kommt es den Absendern vor allem auf eines an:

die Empfänger ihrer Fake-Mails zu beeindrucken und einzuschüchtern!

Neben einem mal mehr, mal weniger gelungenem Juristendeutsch und der Anführung vieler Paragraphen gehört dazu natürlich auch der gute Name einer Anwaltskanzlei.

Klar ist: mit einem erfundenen Namen wie „Anwaltskanzlei Weihnachtsmann & Osterhase“ kommt man als Betrüger in der Zeit von Google nicht weit. Zu schnell kann der Empfänger ermitteln, dass es diese nicht gibt.

Schlaue Betrüger stehlen und benutzen daher einfach die Namen echter Anwälte!

Dabei bauen sie auf einen wichtigen Effekt: Zwar können fast alle User googeln, jedoch schaut sich eine Vielzahl davon die Ergebnisse offenbar nicht genauer an!

So berichtete uns der Büroleiter einer kleinen Anwaltskanzlei, dass diese über Nacht von einer Flut von Mail-Anfragen überrollt wurde. Es handelte sich dabei um die Reaktionen unzähliger Empfänger von Fake-Abmahnungen. Die Betrüger hatten sich in diesem Fall leider ausgerechnet den Namen seiner Kanzlei ausgesucht.

Die Reaktionen bestanden hauptsächlich aus Beschwerden gegen die Abmahnung.

Einige davon bedienten sich einer äußerst unfreundlichen Ausdrucksweise.

Den Usern war ganz offensichtlich nicht klar, dass es sich um einen Fake handelte.

Denn obwohl sie die Homepage der Kanzlei besucht hatten, um deren Kontaktdaten herauszusuchen, war ihnen dabei etwas Entscheidendes entgangen:

Die betroffenen Anwälte reagieren natürlich schnell und bringen auf ihrer Website entsprechende Hinweise auf Fälle von Namensmissbrauch an!

Diese findet man inzwischen häufiger, wie eine kurze Recherche ergab:

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Heute morgen erreichen uns viele Anrufe von Personen, die eine E-Mail erhalten haben, die angeblich von unserer Kanzlei stammen soll. Es wird behauptet, dass eine Abmahnung durch unsere Kanzlei ausgesprochen wurde. Angehängt ist eine ZIP-Datei. Es handelt sich bei dieser E-Mail nicht um eine Mail von uns! … Wir versenden niemals Abmahnungen … per E-Mail und werden das auch nie tun.

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Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass unter Ausnutzung meines Namens … Emails versandt werden, die den Betreff haben ‚Rechtsanwalt verlangt 297,88 Euro für eine außergerichtliche Einigung‘. Hierbei handelt es sich nicht um eine von mir oder meiner Kanzlei verfasste Email!!! Der Email ist eine .zip Datei angehangen, deren Inhalt mir nicht bekannt ist. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass diese Datei ggf. Schadsoftware enthält.

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In letzter Zeit wurden unter unserem Namen an verschiedenste E-Mail-Adressen deutschsprachiger Empfänger Mails versandt, in denen den Mailempfängern Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen wurden. Diese E-Mails stammen nicht von uns. Bitte lassen Sie die Anlage der E-Mail ungeöffnet.

Wer Mimikama kennt, fällt (hoffentlich!) kaum noch auf eine Fake-Mail herein.

Auch, wer auf unseren Seiten mal keinen Hinweis auf einen bestimmten Fake findet, sollte zunächst einmal auf die Homepage des angeblichen Absenders googeln und dort nachschauen.

Ihr erspart damit auch den Anwaltskanzleien viel Arbeit, denn ein durch Fake-Mahnungen ausgelöster Mail- und Telefon-Shitstorm kann eine kleine Kanzlei über Tage massiv stören, da die echten Kunden aus dieser Flut von Eingängen erst herausgefiltert werden müssen.

Sofern ihr auf der Seite eines Anwalts bereits einen Hinweis vorfindet, spart euch daher bitte auch Mitteilungen wie „Ich weiß, dass es sich um einen Fake handelt und wollte Ihnen nur Bescheid sagen, dass auch ich so etwas bekommen habe“. Solche Nachrichten halten den Betrieb mehr auf, als dass sie helfen.

Dies ist also die andere Seite der Fake-Abmahnungen:

Zu den Opfern gehören nicht nur die betrogenen User, sondern oft auch die Anwälte, deren Namen missbraucht wurden.

ZDDK-Gastautor Nils