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Das Bundesministerium für Arbeit entschuldigt sich? Auch wir mussten genau lesen und hinschauen, denn die Seite Deutschland-sagt-sorry zeigt sich in einer perfekten und überzeugenden Darstellung, dem Besucher stellt sich beim Lesen der Seite jedoch unweigerlich die Frage:  “was ist da los?”


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“Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales will den Verliererinnen und Verlierern der Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 Dank und Entschuldigung aussprechen.” Inhaltlich geht es also auf der Seite darum, dass sich die Bundesregierung öffentlich bei jenen um Entschuldigung bittet, welche trotz wirtschaftlich guter Gesamtlage der BRD unverschuldet in Notlagen geraten sind, sich daraus nur schwer befreien können und letztendlich auch Sanktioniert wurden. Siehe dazu auch die Webseite „Deutschland-sagt-sorry.de

Man sollte sich das gut produzierte Video wirklich bis zum Ende anschauen, denn gerade die letzten Sätze treiben den Inhalt nochmal auf die Spitze:

Wir möchten uns entschuldigen. Schreiben Sie uns, wie Sie benachteiligt wurden und Sie erhalten ein handsigniertes Entschuldigungsschreiben von Bundespräsident Joachim Gauck.

Ernsthaft, steckt da wirklich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Öffentlichkeitsarbeit und Internet hinter?

Nein!

Auf der Suche nach Indizien stolpert man recht schnell über die Wahren Gestalter des Projektes “Deutschland sagt sorry”. Es handelt sich hierbei um das PENG! Collective aus Berlin [1], die in der Vergangenheit bereits mehrfach professionell aufgezogenen Fake-Kampagnen auffielen. Bei Peng! handelt es sich um einen eingetragenen Verein und einer NGO (Nichtregierungsorganisation)[2].

Ein weiteres Beispiel der Arbeit ist die „Vattenfall Responsibility Initiative“ [3], bei der sich ein Peng! Aktivist im April 2015 in der Zentrale des Energieriesen Vattenfall vor der Presse als Pressesprecher des Unternehmens ausgab und der Presse und „im Namen“ von Vattenfall für Verwirrung sorgte.

Auch hierzu gibt es ein amüsantes Video, die Kampagne wurde seinerzeit ebenso von einer professionell gestalteten Seite und gut produziertem Video begleitet.

In einem kurzen Schriftwechsel haben wir Peng! darum gebeten, diese Kampagne zu beschreiben, was Peng! sehr wohlwollend und gerne für uns tat. Diese Antwort gibt es in unserem Artikel „Deutschland sagt sorry – die Hintergründe!

Stellungnahme des BMAS

Aber zunächst: danke an Peng! für diesen amüsanten Fake. Solche Aufgaben lösen wir gerne!