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Es wird auch weiterhin (Juni 2015) im Zuge der „Islamisierungsdebatte“ behauptet, in Grundschulen werde bereits fleißig „Islamisiert“.

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Dabei handelt es sich um den Hinweis, dass in einem Schulbuch für Grundschulen (Lehrmaterial 1. Klasse) zur Übung des Buchstabens “Ü” türkische Wörter als Hilfsmittel genutzt werden.

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(Screenshot: Facebook)

Die Anfragen hierzu beziehen sich auf das Bild selbst und den Einsatz der Materialien. Dazu lässt sich problemfrei erkennen: ja, es handelt sich tatsächlich um eine Seite aus einem offiziellen Schulbuch. Es handelt sich um das Buch

Zebra 1
Buchstabenheft
1. Schuljahr
978-3-12-270633-3 (3-12-270633-4) Klett Verlag

Die entsprechende Seite trägt die Nummer 63 und ist unter diesem Link einsehbar.

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(Screenshot: Klett)

Übel, Überführung und Überdruss …

… hätte man wählen können, um den Buchstaben “Ü” zu charakterisieren. Man scheint sich jedoch für türkische Wörter entschieden zu haben.

Ob das nun in einem Schulbuch für Erstklässler angebracht ist, ist subjektiv beurteilbar. Steckt Islamisierung dahinter? Oder hat da jemand zu viel Kaya Yanar geschaut? Dieser behandelt selbiges Phänomen und macht das “Ü” auch zu einem Charakteristikum der türkischen Sprache.

Den Buchstaben “Ü” nun mit Beispielwörtern aus dem Türkischen zu belegen, ist nicht abwegig. Natürlich hätte es alternativen aus dem deutschen Sprachgebrauch gegeben, “Verführung”, “Müll” und “Rübe” haben auch ein “Ü” und lassen sich optisch darstellen.

Einem Schulbuch, in welchem ein Drittel einer Seite in einem 112 Seiten großen Dokument mit 6 türkischen Beispielwörtern bedruckt ist, Islamisierung vorzuwerfen,  ist jetzt ein interessanter Ansatz, bei dem man schauen muss, warum und mit welchem Ziel dieser Vorwurf gebracht wird. Dazu muss man immer abwägen, welche Texte aus welcher Quelle entnommen werden, und was eine Quelle erreichen will.

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