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Die neue Messenger-App von Facebook verängstig mit ihren möglichen Zugriffen viele Nutzer sehr. Die App wurde als Ergänzung der aktuellen mobilen Facebook-App entwickelt. Der Großteil der gestellten Fragen beschäftigt sich mit diversen Einwilligungen, welche die App benötigt, um korrekt arbeiten zu können, und welche Auswirkungen dies auf die geschützte Privatsphäre der User haben kann.

Zuerst einmal: Es ist wahr, dass die Messenger-App ein Unmenge von Zustimmungen benötigt, und dass eine große Anzahl an Nutzern deswegen besorgt ist. Das liegt vor allem an deren Formulierung.

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Die Menge an Einwilligungen müssen zunächst alle Androidnutzer geben. Hier wird von den Usern die komplette Einwilligungen einfordert, bevor eine App installiert werden kann, die potentiell Zugriff auf verschiedene Funktionen fordert. IOS hingegen fragt erst zum entsprechenden Zeitpunkt, also dann wenn tatsächlich ein Zugriff erfolgen soll, nach dem Einverständnis des Users.

Zu viele Zugriffe?

Während viele Nutzer vorschnell behaupten, dass die App zu viele Zugriffe verlange und andere dazu aufrufen sie zu meiden, besteht nichts desto trotz viel Verwirrung wie sicher der Messenger tatsächlich ist. Wir wollen hier klären worum es sich dabei handelt.

Der Großteil der Verwirrung resultiert aus der Art und Weise wie die Einwilligungen (siehe oben) formuliert sind. Allerdings wissen viele nicht, dass diese nicht von Facebook selbst, sondern von den Entwicklern der Androidplattform, geschrieben worden sind.

Diese wurden so geschrieben, um das Gravierendste, am meisten eingreifende Szenario darzustellen. Es ist bspw. davon die Rede, dass die App Ton-, Bild- und Videoaufnahmen erstellen kann. Das heißt dass die App theoretisch die Möglichkeit dazu hat, aber nicht dass sie dass auch jederzeit macht bzw. machen möchte.

Ergo

Der Grund aus dem der Messenger diese Zustimmung braucht ist, dass der Zugriff auf das Mikrofon genötigt wird, um Anrufe von der App aus an die Kontaktliste zu tätigen. Es liegt nicht daran, dass Facebook plant sich an den Aufnahmen gütlich zu tun, so wie die Formulierung es vermuten lassen könnte.

Das folgende Foto zeigt links den Bildschirm, welcher ankündigt, dass es bald soweit ist. Mit einem Klick auf den linken Button landet man noch für 7 bis 10 Tage bei gewohnten Nachrichten. Beim rechten Bild gibt es kein entrinnen. Die Messenger-Funktion der App ist deaktiviert.

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Ganz simpel dargestellt:
Ich will einem Freund ein Bild senden, das ich gerade aufgenommen habe. Das Foto muss ich eventuell noch speichern. Dann öffne ich in FB (egal ob Browser oder App) die Nachrichten, wähle meine Freund aus, lade das Bild hoch, schreibe den Text und ab geht die Post. Das macht auch der Messenger. Um auf die Kamera zugreifen zu können, braucht er aber dazu das Recht, das gleiche gilt für das schreiben und lesen der Fotodatei im Speicher. Will ich mit meinem Freund über den Messenger telefonieren, braucht der Messenger das Recht, um auf meine Kontakte und Telefon zugreifen zu können. Das Beispiel lässt sich mit jedem Recht, das der Messenger haben möchte, logisch fortsetzen.
(Vielen Dank an Hans-Joachim T.)

Wenn man sich ein wenig intensiver mit den jeweiligen Zustimmungen beschäftigt, bemerkt man dass die App die Einwilligung benötigt, um richtig zu funktionieren.

Potentiell sind alle Ängste möglich

Das heißt also, dass die Einwilligung sicher verunsichern kann. Wie erklärt, ist diese aber für den extremsten Fall geschrieben und reflektiert nicht immer das, was der vermutete Nutzen hinter einer Anwendung ist. Viele andere Apps, wie Instagram, Google oder Whatsapp, benötigen die gleiche Zustimmung um richtig auf dem Endgerät zu funktionieren.

Letztendlich muss es jeder User für sich selbst entscheiden, ob er den Entwicklern zutraut verantwortungsvoll mit seinen Daten umzugehen.

Und wenn dem nicht so sein sollte, dann wird er eben nicht die betreffende App installieren.

Autoren: Larissa & Andre, mimikama.at

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