Muss man einen Fake nur oft genug teilen, bis irgendein Spinner auf die Idee kommt, diesen vielleicht in die Tat umzusetzen? (Stand: 27.11.2017)

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So vielleicht geschehen in Hemer im Märkischen Kreis. Hier könnte man zunächst annehmen, jemand hätte in der Warnung vor vergifteten Briefen eine tolle Vorlage gesehen und hat einen Fake in die Wirklichkeit umgesetzt. Das führte zumindest zu einem Großeinsatz an der Polizeiwache Hemer. Ungeklärt ist jedoch noch, ob es wirklich ein vergifteter Brief war, denn es wurden keine giftigen Substanzen gefunden.

Am 24.11.2017 gegen 19:00 Uhr, erschien eine 31-jährige Hemeranerin auf der Polizeiwache Hemer. Sie übergab den Polizeibeamten einen verdächtigen Gegenstand. Einige Augenblicke später zeigten sich bei vier Polizeibeamten und der Dame gesundheitliche Reaktionen in Form von Juckreiz, Übelkeit und Schwindelgefühl. Bei dem Gegenstand handelte es sich um einen Briefumschlag. Dieser wurde nach draußen verbracht und die Feuerwehr verständigt. Da zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Gegenstand mit einer unbekannten Substanz kontaminiert war, sperrten Polizei und Feuerwehr den Bereich um die Wache großräumig ab. Aber an dieser Stelle wird es nun noch verrückter!

Und nun? Woran lag es?

Die analytische Taskforce der Feuerwehr Dortmund wurde angefordert und führte Untersuchungen durch. Es konnten keine giftigen Stoffe aufgefunden werden. Was letztlich zur Verletzung der Personen führte, der genaue Geschehensablauf und die Herkunft des Briefes sind nun Gegenstand der Ermittlungen. Der Brief wurde sichergestellt. Die insgesamt fünf leicht verletzten Personen konnten nach medizinischer Versorgung noch vor Ort wieder entlassen werden.

Es wird weiter nach der Ursache für die Beschwerden und der Herkunft des frankierten Briefes ermittelt.

Und nun stehen wir alle hier und niemand weiß etwas Genaues: Keine giftigen Stoffe gefunden, jedoch 5 leicht verletzte Personen. Was ist wirklich in Hemer vorgefallen? Wir werden die Presse- und Polizeiberichte der nächsten Tage abwarten müssen. Was jedoch unumstößlich ist: Die Hysterie, welche aus den tausendfach verteilten Falschmeldungen entstanden ist, dürfte sich hier in irgendeiner Form manifestiert haben.

Vielleicht hat jemand wirklich einen Brief als zentrales Element genutzt, vielleicht hat der Brief damit gar nichts zu tun und ist zufälliges symbolträchtiges Beiwerk oder am Ende gibt es ein ganz anderes Ergebnis. Wir werden definitiv eine Auflösung zu dieser Geschichte bringen, denn sie ist auf mehreren Ebenen interessant und auch wichtig, denn sie wirft auch Fragestellungen auf:

  • Wie sehr können tausendfach verteilte Falschmeldungen ihre Empfänger beeinträchtigen? Ab wann wurden sie so oft geteilt, dass jemand auf die Idee kommt, diese Abläufe in die Realität umzusetzen?
  • Oder war gar etwas anderes der Auslöser und das Fake-Sharepic hat letztendlich dazu geführt, dass der Briefumschlag als Grund angesehen wurde, während jedoch die Ursache für die Verletzungen an anderer Stelle liegt und der Brief aufgrund des Fakes ins Spiel kam?

Man dürfte jedoch davon ausgehen, dass die Polizei zukünftig ihre Überwachungsaktivitäten hierauf verstärkt.

Quelle: Pressemeldung Polizei

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