Und jetzt soll man ihnen sogar eine Nachricht senden! Der Grund ist einfach erklärt.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Wir haben ihn ja auch schon lange nicht mehr gesehen: Den Audi mit der roten Schleife. Er ist mittlerweile auch schon zu einem Synonym für Fakegewinnspiele auf Facebook geworden, so wie die 100.000 falsch verpackten iPhones. Bei seinem Erscheinen weiß man, dass man gerade verarscht werden soll.

Und genau das macht die Facebbookseite „AUDI RS7 – 2018” gerade, denn sie erzählt Geschichten und fordert Facebooknutzer zu überflüssigen Aktionen auf. Schauen wir also einmal auf diese kleine Facebookstatusmeldung, die es mit einem Trick zu umgehen weiß, einen Spamlink im Text einzubauen:

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Hier liest man:

​Wir möchten uns bei euch allen für das tolle Jahr 2017 bedanken, gleichzeitig starten wir mit einem großen Gewinnspiel Zu Gewinnen gibt es für Fans unserer Seite ein AUDI Komplettpaket!

Wie Ihr gewinnen könnt ist ganz einfach:
– Werde gerne Fan unserer Seite
– Kommentiere mit deiner Wunschfarbe!
– Like und teile diesen Beitrag
-> Schicke uns eine Nachricht mit „Teilgenommen“

Teilnahmeschluss bei uns ist der 08.01.2018, 23.59 Uhr.
Der Gewinner wird Privat Kontaktiert.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Facebook oder Audi ist weder Veranstalter noch Sponsor dieses Gewinnspieles. Die Teilnahme erfolgt über uns und nicht über Facebook Inc.

Viel Glück!

Like, Share, Comment

Die Klassiker, die übrigens für eine Teilnahme an diesem „Gewinnspiel” völlig überflüssig sind. Laut Meldung soll man mit der Statusmeldung interagieren, um gewinnen zu können. Diese Interaktion bewirkt jedoch, dass diese Statusmeldung prominenter wird und von so vielen Menschen wie möglich gesehen wird.

Die Teilnehmer werden hier genutzt, um eine hohe Reichweite zu bekommen, mit irgendwelchen Gewinnspielchancen hat das rein gar nichts zu tun.

Die Nachricht

Hier kommen wir nun der eigentlichen Geschichte schon ganz nah! Die Statusmeldung verlangt „-> Schicke uns eine Nachricht mit „Teilgenommen“”. Als Antwort zu dieser Nachricht bekommt man einen Link gesendet. Es ist übrigens irrelevant, welchen Text man sendet: Es handelt sich bei der Antwort um eine automatische Antwort.

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Warum per Nachricht? Ganz einfach: So müssen die Seiteninhaber in ihrer Statusmeldung keinen Link posten, der von Facebook als Spam gewertet werden könnte. Insofern überlebt die Statusmeldung auch länger.

Keine Barauszahlung, 30.000 € oder Audi im Wert von 50.000 €?

Ja, was denn nun? Der nächste Bullshit in der Statusmeldung ist der Gewinn selbst. Der Statustext spricht von einem Audi Komplettpaket, eine Barauszahlung des Gewinns sei nicht möglich. Folgt man dem Link, den man per PN bekommt, so wird dort ein „Audi oder 30.000 € in bar” versprochen.

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Und wenn du denkst, dass es nicht noch bescheuerter geht, dann muss man lediglich dem roten Feld mit der Aufschrift „Jetzt teilnehmen!” folgen. Hier gibt es dann einen Audi Q3 als Gewinn angeboten. Dieses letztendlich verlinkte Affiliate Gewinnspiel ist übrigens das einzige Ziel in dieser gesamten Geschichte, denn wir haben es hier mit einem Gewinnspiel zu tun, welches von Datenhändlern veranstaltet wird,

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Hier liest man in den Teilnahmebedingungen:

Ja, ich bin damit einverstanden, dass eine Auswahl der in der Sponsorenliste aufgeführten Firmen mich postalisch, telefonisch oder per E-Mail oder SMS über Angebote aus ihrem jeweiligen Geschäftsbereich informiert. Die Auswahl der werbenden Unternehmen können Sie selbst beeinflussen. Das Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Weitere Infos dazu hier.

Es handelt sich also um ein Partnerprogramm, über welches die Person, die die Statusmeldung auf Facebook verfasst hat, Provisionen einsackt. Egal was da noch passiert: Die auf Facebook konstruierte Geschichte dient lediglich dazu, die Nutzer zu einem Affiliate Gewinnspiel zu locken. Dort wiederum profitieren Datenhändler von der Teilnahme. Welche Gewinnchancen man bei der Teilnahme hat, ist ungewiss. Gewiss ist lediglich, dass man nach Teilnahme mit Werbespam überhäuft wird.

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