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Was hat das ganze Gerede von Daten, ihrem Schutz usw. eigentlich mit meinem Alltag zu tun? Und was kann ich tun, um mich zu schützen?

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[Eine Information unseres Kooperationspartners checked4you.de] Viele empfinden Datenschutz ja eher als trockenes Thema. Aber „dank“ der NSA ist richtig Leben in die Bude gekommen. So soll es vorgekommen sein, dass die Behörde sogar die Daten von Online-Gamern in Spielen wie z. B. WOW gesammelt haben soll. Sollte euch bei Einreise in die USA ein Grenzer fragen, ob eure Ork-Tötungsrate wirklich korrekt ist – schaut nicht allzu verwundert. Aber trotzdem scheint all das nicht so richtig viele zu stören. Man sieht ja nicht plötzlich Demonstrationen an jeder Ecke gegen NSA-Belauschung oder Vorratsdatenspeicherung. Bleibt doch irgendwie abstrakt, das Ganze…? Es gibt aber durchaus Anschauungsbeispiele dafür, wieso das mit den Daten extrem viel mit unserem alltäglichen Leben zu tun hat…

Man stelle sich nur vor, man würde…

  • …beim Antritt seines Schüleraustausches oder Au-Pair-Jahres an der Grenze zur USA wieder weggeschickt, weil die Gesundheitswerte nicht stimmen, man bei Amazon die falschen Bücher bestellt oder einfach bei Facebook „verdächtige“ Dinge gepostet hat. So etwas in der Art ist  Schriftstellern schon passiert.
  • …an der Grenze der Türkei bei der Einreise verhaftet werden, weil man auf Facebook das Staatsoberhaupt kritisiert hat.
  • …bei der Wohnungssuche als Bewerber abgelehnt, weil man zu wenig verdient, bisher in einem schlechten Viertel wohnte, zu viel Bier trinkt oder sowieso als Mieter bisher nicht immer artig war.
  • …beim Beantragen eines Kredits abgelehnt, weil man leider in der falschen Wohngegend lebt, wo ja laut Datenlage ganz schön viele wohnen, die irgendwann Probleme mit der Rückzahlung kriegen.
  • …für die Autoversicherung mehr zahlen müssen als andere – auch wegen der Wohngegend. Oder auch wegen des eigenen Fahrverhaltens.
  • …wegen seines Lebensstils nur noch teurere Versicherungen angeboten bekommen.
  • …sogar gleich seiner ganzen Identität beraubt

„Ich hab doch nichts zu verbergen“

Schon mal gehört, das Argument? Zieht immer gut, weil es so einleuchtend erscheint. Kleiner Selbsttest: Man muss sich nur mal fragen, ob man auf einer Party allen erzählen würde, dass man an den Nägeln kaut. Welche Hautkrankheiten man schon hatte. Dass man mehr als eine/n liebt. Oder umgekehrt: Wie würde man im Gespräch mit jemandem umgehen, der schon mal im Gefängnis oder als Patient in der Psychiatrie war? Und schließlich stelle man sich vor, auf dieser Party auch noch ständig gefilmt und ins Internet gestreamt zu werden – verhältst du dich dann genau so wie sonst? Falls nein: Warum eigentlich, du hast doch nichts zu verbergen…?

Außerdem: Man muss gar nichts gemacht haben, um vielleicht ein Problem zu bekommen – man kann ja durch jemand Anderen zu unrecht in Verdacht geraten. Dann nämlich dürfte alles, was man je getan hat bzw. Jede/r, mit dem man zu tun hatte, wohl gründlich durchleuchtet werden.

Und was kann man dagegen tun?

  • Nicht an jedem Preisausschreiben und jeder Online-Befragung teilnehmen – vor allem nicht solchen, die mehr als unbedingt nötig von dir wissen wollen.
  • Einstellungen im Browser: Die meisten haben einen Privatmodus. Wenn du den nutzt, werden keine Cookies, Seitenbesuche, Sucheinträge oder Formulardaten gespeichert. Du kannst viele Browser auch so einstellen, dass sie all diese Informationen löschen sollen, wenn du sie beendest.
  • Privatsphäreeinstellungen im Netzwerk: Wenn man schon Facebook nutzt, sollten die Daten wenigstens nicht auch noch von da aus zu Google getragen werden… mehr Infos dazu hier! Und auch bei Google kannst du einstellen, welche Infos es über dich speichern darf.
  • Smartphone generell: Ja, das ist die Datenquelle schlechthin für andere. Am sichersten wäre tatsächlich: Einen alten Handy-„Knochen“ nutzen und fertig. Ansonsten kann man es ein wenig eingrenzen: Online-Zugang nur nach Bedarf aktivieren, GPS ausschalten, bei Apps wählerisch sein…
  • Thema Apps: Beim installieren schauen, worauf die App zugreifen will. Wenn da z.B. „Kontaktdaten lesen“ dabei ist, kann es gut sein, dass du die Daten deiner Freunde gleich mitlieferst. Und die umgekehrt deine natürlich auch… Die Überprüfung geht auch nachträglich – bei Android z.B. im Anwendungsmanager, indem man auf eine App klickt und sich dort die „Berechtigungen“ ansieht. Ihr könnt ja mal gucken, was beispielsweise bei WhatsApp an der Stelle so steht…
  • Wer professioneller zu Werke gehen möchte, kann sich intensiver mit der Verschlüsselung seiner E-Mails beschäftigen. Ist aber ein bisschen Aufwand, mehr dazu u.a. hier.
  • Wer sich generell verbreiteter US-amerikanischer Standard-Anwendungen bedient (Windows, Internet Explorer, IOS, Facebook, diverse Google-Tools usw.), dürfte letztlich anfälliger für die (un)freiwillige Verbreitung seiner Daten sein. Alternativen wie Open Source Software oder das Betriebssystem Linux können hier eine Alternative sein.
  • Standards wie Virenschutz (auch für Smartphones), Firewall oder WLAN-Sicherheit auf jeden Fall einhalten. Software immer aktualisieren, nicht zuletzt das Betriebssystem.

Und wie wir dank NSA wissen, hilft das alles womöglich auch nicht unbedingt. Aber je weniger persönliche Daten ungewollt in der Welt sind, desto besser…

Quelle: Checked4you.de