“Vorsichtsmaßnahme!” – so lautet der Titel eines Briefes, der gerade auf Facebook geteilt wird.

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Seit einigen Tagen erhalten wir Anfragen zu einem Brief, der in den sozialen Medien geteilt wird.

Es geht um ein Schreiben der Albert-Schweitzer-Schule Albershausen, in dem darauf hingewiesen wird, dass am Donnerstagnachmittag ein Mädchen von einem fremden Mann angesprochen wurde.

Dies zum Anlass, wird darauf hingewiesen, dass Eltern mit ihren Kindern sprechen sollen.

Man fragte uns, ob der Brief wirklich echt wäre und der Inhalt stimme.

So sieht der Brief aus, der als Bild auf Facebook geteilt wird:

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Bild im Klartext:

Vorsichtsmaßnahme!

Sehr geehrte Eltern,

am Donnerstagnachmittag wurde ein Mädchen unserer Grundschule von einem fremden Mann in der Schulstraße angesprochen und zum Mitgehen aufgefordert.

Glücklicherweise hat sie richtig reagiert und ist weitergegangen. Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet.

Bitte sprechen Sie vorsichtshalber mit Ihren Kindern das richtige Verhalten in solchen Situationen ohne unnötige und übertriebene Ängste zu wecken. Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer werden dies auch tun.

Manfred Mettang

Ja, es handelt sich hierbei um einen ECHTEN BRIEF.

Auf Nachfrage von Mimikama hat uns Direktor Manfred Mettang bestätigt, dass dieses Schreiben an die Eltern der Schule verteilt wurde.

Hallo Frau Helmreich,
der Brief ist ein Original, aber man sollte ihn genau lesen. Vielleicht war der konkrete Fall auch harmlos. Ich habe ihn trotzdem als Anlass genommen und halte ich es immer für sinnvoll, dass Eltern mit ihren Kindern das richtige Verhalten in solchen Situationen von Zeit zu Zeit besprechen, ohne dabei übertriebene Ängste zu wecken. Genau diese werden aber geweckt, wenn ein Brief, der für die Eltern der Schüler unserer Schule bestimmt war, unkommentiert durch die neuen Medien geistert.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Mettang
Rektor

Aus dem Kontext gerissen?

Damit spricht Herr Mettang ein wichtiges Thema der digitalen Zeit an.

Inhalte, Bilder, Fotos, die aus dem Kontext gerissen werden und zumeist ohne Quellenhinweise und weitere Kommentare einfach neu hochgeladen werden, können Verwirrung stiften.

Vor allem nach etwaigen Skandalen stehen Fake News hoch im Kurs und Nutzer hinterfragen – zu Recht – mehr denn je, ob etwas wirklich wahr ist oder nicht.

Da reicht es nicht aus, dass das Logo einer Schule auf einem Blatt Papier steht, denn es gibt genug Betrüger, die sich zur Aufgabe gemacht haben, möglichst authentisch wirkende Webseiten, Briefe, E-Mails, etc. zu erstellen und Menschen um ihr Geld zu bringen oder aufzuhetzen.

Nichts destotrotz sollte man als privater User darauf achten, welchen Inhalt man auf sozialen Plattformen teilt und wie man diesen Inhalt korrekt aufbereitet, um eben solche Verwirrungen zu vermeiden.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.
Kurt Tucholsky

Also: Zuerst denken, dann klicken! Und die Ratschläge der Polizei zum „Schutz vor Fremden“ beherzigen!Zwinkerndes Smiley

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