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Ich seh, ich seh, was du nicht siehst… und zwar das Kleingedruckte am Ende.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Das Problem mit Satire ist, dass viele Menschen für bare Münze nehmen, was sie im Internet finden und dann stört es auch nicht mehr so sehr, dass man eventuell ein paar wichtige Informationen übersieht.

Schon länger ist uns das Kölner Abendblatt ein Begriff und trotzdem erhalten wir noch immer empörte Anfragen, ob dies oder jenes stimmt.

Wie auch bei diesem Artikel vom 25. September, der seinen Weg in die sozialen Netzwerke gefunden hat.

Mit der Überschrift „Eilmeldung: Frauke Petry wechselt spontan in die CDU!“ schlägt dieser Artikel auf Facebook doch recht kontroverse Wellen.

Während die einen darüber lachen, gibt es sehr wohl auch einige verstimmte Reaktionen, die sich in Form von empörten Kommentaren äußern.

Das kann dann in etwa so aussehen:

Quelle: Facebook / Screenshot Mimikama

Nun ja, befindet sich der Mensch in Rage, sagt und tut er oft Dinge, die er im Nachhinein bereut. Also ist dieser Artikel wirklich das, was er auf den ersten Blick vorgibt zu sein?

Die Antwort lautet: Nein.

Wir können an dieser Stelle mit zu 100% gutem Gewissen sagen:

Frauke Petry wechselt nicht zur CDU. Auch sonst ist da nichts Wahres dran. Denn bei diesem Artikel handelt es sich um SATIRE!

Und das ist nur ein Beispiel von unzähligen Beiträgen, die im perfekten Deckmäntelchen der Satire auf den ersten Blick sehr echt aussehen.

Denn Name und Design der Webseite lassen zunächst wirklich auf eine klassische redaktionelle Nachrichtenwebseite schließen.

Das Kölner Abendblatt

Hinter dieser Aufmachung steckt jedoch Satire.

Es handelt sich um ein Onlineangebot von paulnewsman.com, mit dem man eigenständig Texte verfassen kann.

Man soll und darf also Geschichten erfinden, die ein perfekt seriöse Auftreten und eine glaubhafte Webadresse erhalten.

So kann man seinen Freunden einen Streich spielen oder anderen Schabernack treiben…

Um jedoch Missbrauch vorzubeugen, steht unter jedem Artikel ein Aufklärungstext. Dieser verdeutlicht, dass es sich um einen mit Paul Newsman erstellen Artikel handelt, der nicht als seriöse Quellangabe angesehen werden darf.

Dieser Text liest sich wie folgt:

Dieser Zeitungsartikel wurde mit Paul Newsman erstellt. Hier kann jeder innerhalb von Sekunden eigene Satire oder Scherzartikel in verschiedenen fiktiven Magazinen veröffentlichen. Daher solltest du diesen Artikel auf gar keinen Fall als seriöse Quellenangabe nutzen. Sofern du diesen Artikel für unangebracht hältst, kannst du ihn melden. Oder nimm selbst jemanden auf’s Korn: Sei kreativ und genieß deinen Ausflug in den nicht ganz ernst gemeinten Journalismus! Erstelle jetzt deinen eigenen Zeitungsartikel oder folge uns für eine Auswahl der besten Artikel: http://facebook.com/paulnewsmancom

Also Augen auf!

Woran liegt es dann, dass trotzdem viele Leser glauben, es würde sich um einen ernst gemeinten Artikel handeln?

Oft passiert es, dass Leser/innen nur beim so genannten “Teaser” (Facebookvorschau) hängenbleiben und den Inhalt oft gar nicht selbst auf seinen Charakter prüfen.

Dabei kann es sehr einfach sein, einer gut gemachten Satire nicht auf den Leim zu gehen.

Welche Fragen sollte man sich als Leser/in stellen?

  • Wer schreibt? (Impressum)
  • Welchen Charakter hat die Webseite?
  • Welcher Gattung gehört der vorliegende Text an? (entsprechende Anmerkung über dem Inhalt oder unter dem Inhalt vorhanden?)

Darauf basierend knüpfen dann die klassischen Prüfpunkte an (falls überhaupt noch notwendig):

  • Inhaltlicher Gegencheck –> Suchmaschinen nutzen
  • Bildercheck –> Rückwärtssuche

Auch wenn es ein bisschen mehr Arbeit bedeutet, als schier eine Überschrift zu lesen, lohnt es sich am Ende! Allein schon, weil man seine Nerven schonen kann, die eine Empörung in Wallung bringt.

MERKE:

Kölner Abendblatt = Satire

Weitere Linkadressen

Natürlich ist das Kölner Abendblatt nicht die einzige Satire-Seite, die Paul Newsman betreibt.

Folgende Seiten gehören ebenfalls zu seinem Angebot:

  • britta-magazin.de
  • blitz-kurier.net
  • graetsche.com
  • ostdeutscher-anzeiger.de

Ergebnis:

Im Notfall Ruhe bewahren!

Wer hinter die Kulissen blickt, entdeckt, dass man sich oft gar nicht so sehr in etwas reinsteigern braucht.

Leidenschaft ist wunderbar, Kontrolle in dem Fall besser. Das tut dem Blutdruck gut und beugt Fettnäpfchen vor.