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Bevor irgendjemand diesen Text liest ein Hinweis: der Artikel beinhaltet keine Bilder! Es dreht sich jedoch thematisch um die Herkunft eines Bildes und somit auch darum, wie die Aussage auf Facebook zu diesem Bild zu bewerten ist.


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Bei diesem Artikel handelt es sich aufgrund der Bilder, die beschrieben werden, um eine rein-Text Variante. Die ursprüngliche Version ist >> hier << zu sehen.

Es geht um folgende Statusmeldung auf Facebook:

Das ist ein Hund,
oder vielmehr das, was von dem armen Geschöpf ( er lebt noch!) übergeblieben ist, nachdem man ihm am LEBENDIGEN LEIBE sein Fell abgezogen hat, um Jacken, Mützten, etc. mit schönen lustigen , flauschigen Pelzaplikationen, und Bummeln versehen kann….
Denkt mal drüber nach, wenn ihr so „MODE“ kauft…

Diese Meldung ist mit einem drastischen Bild unterlegt, welches diesen beschriebenen “Hund” darstellt. Wir setzen “Hund” in Anführungszeichen, weil das Ergebnis ein wenig anders ist.

Das Bild lässt sich per >> Klick << anzeigen.

Die Statusmeldung möchte zin erster Linie darauf aufmerksam machen, dass man keine Fellprodukte nutzen oder kaufen sollte. Dies wird damit beschrieben, dass Tieren bei lebendigem Leibe das Fell abgezogen wird. Als Beispiel dafür dient das Foto des gehäuteten Hundes.

Herkunft des Bildes

Dieses Bild taucht nicht zum ersten Mal auf, sondern es ist bereits früher in Erscheinung getreten. So gibt es beispielsweise eine aktuell laufende Petition auf Change.org, in der dieses Bild ebenso genutzt wird. In dem Beschreinbbungstext wird, ganz ähnlich der Statusmeldung auf Facebook, auch erwähnt, dass dieses Tier bei lebendigem Leibe gehäutet wurde (Se la quitan aún vivos) [1].

Das Bild lässt sich per >> Klick << anzeigen.

Doch auch dies zeigt nicht die Herkunft des Bildes, sondern ist ebenfalls “nur” eine Verwendung, um auf das Leid von Tieren aufmerksam zu machen.

Letztendlich stammt dieses Bild jedoch aus Polen und trägt eine sehr ähnliche, jedoch leicht andere Information. Das Bild wurde im November 2015 im Zuge eines Protests gegen die Fellindustrie aufgenommen. Diese koordinierte Protestaktion unter dem Namen “Dzień Bez Futra” (Tag ohne Fell) fand in 10 polnischen Städten statt. Ursprünglich war die Aktion für den 25. November angesetzt, jedoch starteten die Aktivisten von “Otwarte Klatki” (Offener Käfig)  bereits 7 Tage früher einen Protest.[2]

Die Meldung per >> Klick << ansehen

Kleine Unterschiede!

Die Facebookseite der Organisation “Otwarte Klatki” (Offener Käfig) beschreibt recht deutlich die eigene Protestaktion und hier fallen nun kleine Unterschiede zu der eingangs beschriebenen Statusmeldung auf:

An dieser Stelle nur der englische Teil im Klartext:

300.000 foxes will be killed and skinned in Poland this autumn to supply the fashion industry’s demand for fur. Let’s finish this madness.
Sign the petition: http://otwarteklatki.pl/petycja-zakaz/
If you want to support our actions and help us to ban the fur farming in Poland, consider a donation: http://www.otwarteklatki.pl/donate/ (you can do it via PayPal)

Bei dem abgebildeten Tier handelt es sich also nicht um einen Hund, sondern um einen Fuchs. Ziel der Protestaktion ist es also, dem Massentöten der Füchse durch die Pelzindustrie ein Ende zu setzen. Nach Angaben von “Otwarte Klatki” (Offener Käfig) sterben jedes Jahr 300.000 Füchse für die Modeindustrie.

Ohne zu mildern

Protest bleibt Protest – und der durchaus berechtigte Protest gegen das Nutzen von Pelz soll an dieser Stelle auch nicht geschmälert werden. Dennoch muss an der Aussage des Bildes auf Facebook einiges ins richtige Licht gestellt werden: die Sache mit dem Hund ….. es ist nun mal ein Fuchs. Ebenso muss man an dieser Stelle verdeutlichen, dass “Otwarte Klatki” (Offener Käfig) mit dem Bild, bzw. der Protestaktion nicht davon spricht, dass die Füchse lebendig gehäutet werden, was auch ein schwieriges Unterfangen wäre, sondern sie schreiben deutlich “killed and skinned “, also getötet und gehäutet.

Nochmals: das ist keine Schmälerung des Protests gegen das Tragen von Fellen. Aber auch Proteste sollte man nicht auf Fehldarstellungen basieren.