In dem Schreiben wird zu Gewalt gegen Muslime aufgerufen – handelt es sich hierbei um einen Fake?

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Im Vereinigten Königreich Großbritannien wurden ab dem 09. März 2018 Flugblätter per Post verschickt. In dem Schreiben wird dazu aufgerufen, am 3. April 2018 gewalttätige Handlungen gegen Muslime durchzuführen. Auch hierzulande wird in verschiedenen Gruppen auf dieses Flugblatt aufmerksam gemacht:

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Bild im Klartext:

[Nazis in den USA und Europa rufen unter anderem auf #Twitter zu Angriffen gegen Muslime am 3. April auf. Schützt Euch und informiert andere! … ]

Gibt es diesen Flyer wirklich oder handelt es sich nur um einen Fake?

Unsere Kollegen von Snopes wurden bereits vor einiger Zeit mit dieser Frage konfrontiert. Das Flugblatt wird in Großbritannien sehr ernst genommen, eine Untersuchung zur Terrorismusbekämpfung wurde bereits eingeleitet.

Die Herkunft der verschickten Blätter konnte noch nicht geklärt werden. Laut Snopes gab die National Police Chief’s Association am 29. März eine Erklärung heraus, in der sie der Öffentlichkeit versicherte, dass die Drohungen ernst genommen und Maßnahmen ergriffen wurden, um potentielle Opfer vor Schaden zu bewahren sowie alle Täter vor Gericht zu bringen. Einzelheiten der Untersuchung wurden bewusst nicht veröffentlicht, um einen Erfolg nicht zu gefährden.

Empfänger der Flugzettel stellten die Schreiben vor allem auf Twitter online:

Laut Tell MAMA (Measuring Anti-Muslim Attacks) wurden Kopien in London, den Midlands und Yorkshire verschickt und empfangen. Tell MAMA arbeitet eng mit der Polizei zusammen, um die Versender identifizieren zu können. Einen Zusammenhang mit den im Juli 2017 verschickten Hassbriefen an Moscheen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten kann nicht ausgeschlossen werden, da sich einige Merkmale der Schreiben decken. Dazu gehört die Verwendung von Schwertbildern und die Androhung von Gewalt gegen Muslime.

Die stellvertretende Polizeichefin Angela Williams von der West Yorkshire Police erklärt in einem Statement am 12. März folgendes:

We are aware of a number of reports of potentially malicious communications having been sent to individuals in West Yorkshire and across the UK. The investigation into these instances is currently being co-ordinated by the North East Counter Terrorism Unit (NECTU) and these enquiries are on going. What I want to do is to reassure the communities of West Yorkshire that these communications are being taken extremely seriously. We understand that they may have caused concern and upset to people, especially the more vulnerable members of society. We are working with the communities we serve to reassure residents that, as always, everything possible is being done to ensure their safety and to catch the person or persons responsible for this. Public safety remains our priority and I would urge our communities to be vigilant but not frightened. If you see anything suspicious please call police on 101 or if it is an emergency, 999.

Uns ist bekannt, dass eine Reihe von Berichten über potenziell bösartige Nachrichten an Einzelpersonen in West Yorkshire und im gesamten Vereinigten Königreich gesendet wurden. Die Untersuchung dieser Fälle wird derzeit von der North East Counter Terrorism Unit (NECTU) koordiniert und diese Untersuchungen laufen weiter. Ich möchte den Gemeinden von West Yorkshire versichern, dass diese Mitteilungen sehr ernst genommen werden. Wir verstehen, dass sie bei den Menschen, insbesondere bei den schwächeren Mitgliedern der Gesellschaft, Besorgnis und Verärgerung ausgelöst haben könnten. Wir arbeiten mit den Gemeinden zusammen, denen wir dienen, um den Bewohnern zu versichern, dass wie immer alles getan wird, um ihre Sicherheit zu gewährleisten und die dafür verantwortlichen Personen zu fangen. Die öffentliche Sicherheit bleibt unsere Priorität, und ich möchte unsere Gemeinden auffordern, wachsam zu sein, aber keine Angst zu haben. Wenn Sie etwas Verdächtiges sehen, rufen Sie bitte die Polizei unter der Nummer 101 oder im Notfall unter der Nummer 999 an.

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Hinweis: Britische Opfer von Hassdelikten oder Gewalttaten werden aufgefordert, diese über die Website des Metropolitan Police Service oder durch direkte Kontaktaufnahme mit der örtlichen Polizei zu melden.

Obwohl es bisher keine Berichte über den Erhalt von „Punish a Muslim Day“-Flyern in den Vereinigten Staaten gab, sagte mindestens ein Schulbezirksleiter (in Vermont), er plane, den Eltern ein Memo zu schicken, das sie auf die Drohungen aufmerksam macht, nur für den Fall.

Ergebnis:

Es sind tatsächlich Flugblätter per Post in Großbritannien verschickt worden und fanden ihren Weg in soziale Netzwerke.

Die britischen Behörden untersuchen diese Schreiben und nehmen den Inhalt sehr ernst.

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