Das Fake-Gewinnspiel vom Internationalen Hundeverband e. V.
Das Fake-Gewinnspiel vom Internationalen Hundeverband e. V.
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Da schauen sie aber lieb drein, diese süßen Vierbeiner. Und wie sie da vor ihren Hütten sitzen, das ist doch einfach nur herzig!

- Sponsorenliebe | Werbung -

Und diese zauberhaften Hütten kann man jetzt auch noch gewinnen! Wie toll ist das denn? Der „Internationale Hundeverband e. V.“ verlost nach eigenen Angaben 10 Hundehütten mit Ausstattung nach Wahl.

Da muss doch jeder Tierfreund mitmachen, oder? Wer will denn schon seinem kleinen lieben Freund so ein Luxuspenthouse für Hunde vorenthalten?

Nu, blöd ist hier: der „Internationale Hundeverband e. V.“ ist an dieser Stelle ein Fake. Das Gewinnspiel in dieser Form eine reine Lüge. Was hier genau passiert, werden wir im Folgenden beschreiben:

Gewinne jetzt eine Hundehütte für deinen besten Freund

Hundebesitzer aufgepasst!
Wir verlosen Zehn(10x) Hundehütten mit Austattung nach Wahl.
So sicherst du dir deine Teilnahme:
Schreib uns einen Kommentar wie alt dein Hund ist und schreib uns eine Nachricht (Messenger) mit „Teilgenommen“. Teile diesen Beitrag um deine Chance zu verdoppeln!

Das Gewinnspiel wird am
Sonntag, 30.09.2018 aufgelöst.
Die Gewinner werden via Facebook und Mail kontaktiert

Dieses Gewinnspiel besteht in keinem Zusammenhang mit Facebook.

Viel Glück!

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Klassisches Fake-Gewinnspiel in 3 Schritten

Liebe Hundefreunde, wie bereits erwähnt wird das nichts mit einem Gewinn. Zumindest nicht hier. Hier haben wir es mit dem typischen Ablauf von Fake-Gewinnspielen zu tun.

Letztendlich haben Fake-Gewinnspiele eine bestimmte Gemeinsamkeit: Sie laufen in drei Stufen ab, anhand derer man erkennen kann, worum es wirklich geht. Denn bei Fake-Gewinnspielen, die eine starke Viralität haben, handelt es sich um ein Geschäftsmodell. Im Gegensatz zu echten Gewinnspielen, die von Firmen zu Werbezwecken veranstaltet werden, nutzen Fake-Gewinnspielveranstalter das Produkt als Lockvogel.

3 Schritte

imageDen ersten Schritt stellt der Köder dar. Dieser Köder taucht zumeist in Form einer Statusmeldung auf Facebook, in einer WhatsApp Nachricht oder in seltenen Fällen auch als Instagram-Meldung auf. Diese Köder sind in ihrer Art alle identisch: Sie vermitteln die Aussicht auf einen Gewinn, den man im Grunde schon in der Tasche hat. Sie verleiten mit der Leichtigkeit der Teilnahme zum Mitmachen und locken auf eine Webseite. Es handelt sich hierbei um den Köder. Der Köder ist der virale Einstieg in den Gewinnspielablauf.

In diesem speziellen Fall stellt die Statusmeldung mit ihrer Aufforderung, eine Nachricht zu schreiben, den Einstieg in die 3 Schritte dar. Egal was man schreibt, es folgt immer eine automatische Antwort:

Screenshot Mimikama.at
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imageSchritt zwei stellt meist eine Webseite dar, die sich als ein vermeintliches Gewinnspiel mit einer Fragerunde ausgibt. Diese Fragerunde ist nicht zwingend immer vorzufinden, da sie zum einen irrelevant ist und zudem auch nur ein Gewinnspiel vortäuschen soll. Wir nennen diesen Schritt zwei auch die Brücke. Die Brücke zeigt sich in Form eines Fake-Gewinnspiels, in dieser Brücke wird einem zumeist der Gewinn direkt versprochen, es wird getäuscht und mit gefälschten Elementen gearbeitet. Diese Brücke ist letztendlich auch eine illegale Komponente, da die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden und sich die Seite in Aufbau sowie Darstellung geschützter grafischer Elemente bedient. Das Corporate Design bestehender Firmen und deren Produkte werden gnadenlos ausgenutzt, auf der Brücke gibt man sich auch gerne als die dargestellte Firma aus. Ziel der Brücke:

a) Viralität erzeugen (Beispiel: Leite dieses Gewinnspiel an 20 Kontakte weiter).
b) Ein Link wird eingebaut, der zu dem vermeintlichen Gewinn führen soll.

Screenshot Mimikama.at
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imageDen dritten und abschließenden Schritt stellt ein sogenanntes Affiliate Programm dar. Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenen Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang. Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal! Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann. Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt. Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten. Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man auf dubiosen WAP-Billing Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.

Besonders lustig in unserem Testfall: Wir wurden auf ein Gewinnspiel für ein iPad Air2 geleitet. Hundehütten kamen da an keiner Stelle vor.

©Mimikama.at
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Der Fake zählt!

Daher hat der Verfasser von Köder und Brücke, der durchaus auch der jeweilige Vertriebspartner des Affiliate-Anbieters sein dürfte, ein großes Interesse daran, dass seine Fake-Geschichte im Vorfeld so glaubwürdig wie möglich klingt, gleichzeitig aber auch ein hohes Viralitätspotential besitzt. Im Falle des hier analysierten Hundehütten-Gewinnspiels landet man am Ende tatsächlich nicht in einem thematisch entsprechenden Affiliate-Programm.

Gut gelogen ist daher im Falle von Fake-News, sowie auch Fake-Gewinnspielen, bereits halb gewonnen.

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