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“Wir haben heute den Bus des BVB mit eigens hierfür angefertigten Sprengsätzen attackiert. Der Bus ist hierbei ein Symbol für die Politik des BVB, die sich nicht genügend gegen Rassist_innen, Nazi_innen und Rechtspopulist_innen einsetzt.” lautete es in einem Text auf der Webseite “Linksunten.Indymedia“.

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Glaubwürdig? “Wenig authentisch!” sagen die Faktenfinder der Tagesschau. Patrick Gensing von der Tagesschau analysiert ausführlich, warum es sich hier durchaus um eine Täuschungsaktion handeln dürfte.

Offenkundig hat hier jemand versucht, Parolen und Sprachcodes der linksradikalen Szene zu imitieren – beispielsweise, indem eine Feminin-Endung wie „Nazi_innen“ oder „Rechtspopulist_innen“ benutzt wird. Allerdings hat sich der Urheber sonst wenig Mühe gemacht, denn die inhaltliche Begründung für das angebliche Motiv des Anschlags ist nur sehr knapp formuliert. Für die linke Szene, die zu sehr ausführlichen theoretischen Abhandlungen neigt, eher untypisch.

Die komplette Analyse des Bekennerschreibens durch die Faktenfinder der Tagesschau gibt es hier:

Nach Anschlag in Dortmund: Ist das Bekennerschreiben der Antifa ein Fake?

Über Linksunten.Indymedia

Auf der genannten Seite hat JEDER USER die MÖGLICHKEIT BERICHTE zu veröffentlichen. Es benötigt keine Anmeldung und Verifizierung eines Kontos. Bei Indymedia steht in Klammern hinter dem Register (eine der ersten Zeilen über dem Artikel) zunächst „unmoderiert“. D.h., dass der Beitrag noch von keinem Admin beäugt wurde und somit erstmal von jedem verfasst worden sein könnte. Nach Begutachtung /Moderation verschwindet diese Klammerbemerkung – oder der komplette Beitrag.

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Wir haben im September 2016 im Zusammenhang mit einem anderen angeblichen Bekennerschreiben getestet, wie die Plattform funktioniert und konnten problemlos selbst einen Inhalt veröffentlichen. Insofern ist die Verfasserschaft auf der Plattform nie zu 100% feststellbar.

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Ein weiteres Beispiel ist dieser aktuelle Testartikel, verfasst von einem „DPA-Newsdesk Chefredakteur. Oder doch nicht?“:

Hiermit bekennt sich DIE ANTIFA © zum Anschlag auf die russische U-Bahn am 3. April 2017, zum Autobombenanschlag in Pakistan am 13. Februar 2017 und zum Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914. Dieses Bekennerschreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig, da es ja auf Indymedia veröffentlicht wurde – ein Garant für die Authentizität eines Bekennerschreibens. Das klingt dämlich, wird leider aber von vielen (auch Journalisten) immernoch für bare Münze genommen, wie ein aktuell von Nazis gefälschtes Bekennerschreiben auf Indymedia beim Anschlag auf den BVB zeigt.

Jeder kann dort schreiben, jeder kann alles mögliche Behaupten.

Zum Abschluss nochmals:

Lasst das Spekulieren sein!

Es wird noch Antworten geben. Die Pressestelle wird heute (12.04.2017) um 14 Uhr über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren. Zu diesem Zweck wird die Pressesprecherin der Bundesanwaltschaft eine Erklärung vor Medienvertretern abgeben.

Quelle: Generalbundesanwalt.de