Artikelbild: Shutterstock / Von DenisNata

Darum gibt es Fake-Gewinnspiele

Von | 29. März 2019, 10:52

Facebooknutzer fallen zu Tausenden auf Fake-Gewinnspiele herein. Sie gewinnen schlichtweg nichts auf diesen Seiten. Die einzigen Gewinner sind die Hinterleute.

„Wir haben 1.000 falsche verpackte iPhones, die wir nicht mehr verkaufen können“, „Gewinne diesem AMG mit roter Schleife“, „Mach mit und erhalte eine Traumreise auf der AIDA!“. Diese und ähnliche Gewinnversprechen kennt man auf Facebook. Sie tauchen täglich auf, versprechen die gigantischsten Gewinne, halten aber ihr Wort nicht.

Es gibt Gründe, warum sie ihr Wort nicht halten, denn diese Fake-Gewinnspiele sind eine Geldeinnahmequelle. Hinter einem Fake-Gewinnspiel steckt immer eine Idee, mit der der Betreiber Geld machen möchte. Dabei gibt es verschiedene Modelle, die nicht grundsätzlich alle in Fake-Gewinnspielen genutzt werden.

Wir zeigen hier die häufigsten Modelle, wie wir sie in den letzten Jahren bei Fake-Gewinnspielen beobachtet haben!

Es geht immer um Geld!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man aus erfolgreich verlaufenden Fake-Gewinnspielen Profit schlagen kann. Angefangen von eher harmlosen Seitenverkäufen bis hin zu bösen Abofallen.

Modell „Seitenverkauf” / „Likefarming”

Die Veranstalter von Fake-Gewinnspielen „züchten“ Facebookseiten. Erfahrungsgemäß liefern Fake-Gewinnspiele viele Interaktionen und somit auch Fans. In den Fake-Gewinnspielen wird dazu aufgefordert, dass man Seitenfan werden muss. Dadurch wird die Fanzahl der Seite in die Höhe getrieben.

Wenn die Seite nach Ansicht des Seiteninhabers genug Fans hat, wird diese auf dem Schwarzmarkt zum Verkauf angeboten. Die Fans bemerken es meist nicht.

Modell „Affiliate”

Bei deinem Affiliate handelt es sich um ein Provisionsprogramm. Es ist eine Form der Werbung, bei der man Geld bekommt, wenn Menschen an diesem Programm teilnehmen.

Wir reden an dieser Stelle von einem 3-stufigen Gewinnspiel. Die erste Stufe ist der Köder auf Social Media, also das Fake-Gewinnspiel an sich. In diesem Gewinnspiel wird man gebeten, einen bestimmten Link zu klicken oder man wird über eine private Nachricht vom Veranstalter angeschrieben.

Die zweite Stufe ist eine kleine Schnittstelle. Diese Schnittstelle besteht entweder aus einer Webseite, die man ansteuern soll oder aus einer private Nachricht des Veranstalters. Dieser kleine Zwischenschritt verspricht immer den Gewinn, fordert jedoch dazu auf, dass man seine Adressdaten bestätigen soll. Dazu bekommt man am Ende immer einen Link zu einer weiteren Webseite

Die dritte und letzte Stufe ist entsprechend das Affiliate. Dieses ist nicht illegal, sondern das eingangs erwähnte Partnerprogramm. Im harmlosen Fall sind es Partnerprogramme in Form von Gewinnspielen, die dem Teilnehmer einen Haufen Werbung bescheren. Im extremen Fall verbirgt sich für die Besucher via Smartphone eine WAP-Billing Abofalle hinter dem Link (bei welcher der Veranstalter natürlich ebenso Provisionen kassiert). Hin und wieder findet man diese hochgezüchteten Facebookseiten dann auch bei eBay zum Verkauf angeboten.

Problemfall Spam

Speziell die Teilnahme an Affiliates zieht eine Menge Spam nach sich. Wenn es sich um Affiliate-Programme von sog. Lead-Generierern handelt, gibt man die eigenen Daten zum Verkauf frei.

Ob per Mail, SMS oder auf dem klassischen Postwege: Ab jetzt gibt es zusätzlich Werbung! Diese Werbung kann sogar irreführend und teuer werden. Teilnehmer berichten beispielsweise von vermeintlichen Traumreisen, die sich am Ende als Kostenfalle entpuppt haben (wir berichteten).

„Aber wenn ich da mal mitspiele, dann tut das doch keinem weh!“

Stimmt. Nur euch selbst, indem ihr eurem kompletten Freundes- und Bekanntenkreis auf Facebook zeigt, wie leichtgläubig ihr seid. Das zeigt ihr auch den Hinterleuten eines Fake-Gewinnspiels, die in Zukunft weiterhin daran interessiert sind, euch mit Gewinnspielen zu locken. Denn das bringt ihnen viel Geld.

Artikelbild: Shutterstock / Von DenisNata

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