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So schützen Sie Ihr Kind vor sexueller Belästigung im Internet!

Wissen eure Kinder immer mit wem sie chatten?

Cyber-Grooming: Wenn Kinder über das Internet kontaktiert – und sexuell missbraucht werden.

Eine Information der Polizei Hessen und Mimikama.

Wissen eure Kinder immer, mit wem sie chatten?

„Cyber-Grooming“ nennt sich die Masche, die das gezielte Anbahnen sexueller Kontakte mit Minderjährigen umschreibt. „Die Täter setzen auf die Anonymität des Internets und die Leichtgläubigkeit ihrer Opfer“, erklärt Niklas Siegenthaler, Opferschutzbeauftragter der hessischen Polizei.
Eure Kinder sind bereits im Internet unterwegs? Es liegt ein Smartphone, Tablet oder Laptop unter dem Weihnachtsbaum?
Unsere Tipps:

Was ist genau Cyber-Grooming?

Bei „Cyber-Grooming“ erschleichen sich (männliche) Erwachsene im Internet das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen, um sie sexuell zu belästigen bzw. zu missbrauchen. Der Kontakt beginnt meist harmlos mit Gesprächen über die Schule, Hobbys oder Computerspiele. Die Täter agieren dabei betont verständnisvoll und geben sich oft als Gleichaltrige aus. Nach einiger Zeit werden Fotos gefordert – anfangs noch harmlose Bilder („Du bist ja so hübsch, hast du noch weitere Bilder?“), später Nacktfotos. Oft verschicken die Groomer auch eigene Nacktaufnahmen an ihre jungen Chatpartner/innen.

Manche „Groomer“ arbeiten mit einer anderen Masche: sie geben sich als Modelagenten oder Talentsucher aus und versprechen den Jugendlichen, sie berühmt zu machen. In Gaming-Portalen oder in Spiele-Chats treten die Täter als professionelle Gamer auf, die den Jugendlichen angeblich zu mehr Erfolg in Computerspielen verhelfen möchten. Eine weitere Grooming-Strategie: Die Täter versprechen den Kindern eine Belohnung, wenn diese ihnen z. B. Nacktbilder schicken – in Form von Geld, Gutscheinen oder dem „Weiterzocken“ in einem Computerspiel.

Was sagt das Gesetz zu Cyber-Grooming?

In Österreich ist Grooming gemäß §208a Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen strafbar. Groomern kann demnach eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren drohen.

In Deutschland ist Cyber-Grooming als besondere Begehungsform des sexuellen Missbrauchs von Kindern bei unter 14-jährigen Personen nach § 176 Absatz 4 StGB verboten und wird mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft:

„(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer […]
3. auf ein Kind mittels Schriften (§ 11 Absatz 3) oder mittels Informations- und Kommunikationstechnologie einwirkt, um
a) das Kind zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einer dritten Person vornehmen oder von dem Täter oder einer dritten Person an sich vornehmen lassen soll, oder
b) um eine Tat nach § 184b Absatz 1 Nummer 3 oder nach § 184b Absatz 3 zu begehen, oder
4. auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts, durch Zugänglichmachen pornographischer Inhalte mittels Informations- und Kommunikationstechnologie oder durch entsprechende Reden einwirkt.“

In der Schweiz wurde 2011 der Bundesrat beauftragt, der Bundesversammlung eine Vorlage zu unterbreiten, die Grooming unter Strafe stellt. Diese wurde jedoch am 27.09.2013 abgeschrieben, weil sie seit mehr als zwei Jahren “hängig” war.

Welche Kinder sind gefährdet?

Cyber-Grooming kann Mädchen und Burschen gleichermaßen betreffen. Während noch vor einigen Jahren vor allem Jugendliche im Teenageralter zum Opfer wurden, können heute auch schon Volksschüler/innen bzw. Grundschüler/innen gefährdet sein. Bestimmte Risikofaktoren können Grooming begünstigen, müssen aber nicht zwangsläufig dazu führen:

Wie kann ich mein Kind vor Cyber-Grooming schützen?

Mein Kind wird im Internet sexuell belästigt – was kann ich tun?