Corona-Kritiker Thomas Binder wegen Drohungen festgenommen

Corona-Kritiker Thomas Binder wegen Drohungen festgenommen

Von | 17. April 2020, 11:31

Ein Schweizer Arzt und Corona-Kritiker wurde festgenommen – schon wird gemunkelt, er solle damit mundtot gemacht werden.

Der Arzt Thomas Binder hält seine Meinung über den neuen Coronavirus nicht hinter dem Berg:
SARS-CoV-2 sei harmloser als eine Grippe, der neue Mobilfunkstandard 5G sei Schuld an der Verbreitung, der Test auf das Virus sei die eigentliche Krankheit.

Nun wurde Binder festgenommen und in eine Psychiatrie eingeliefert, und diverse Seiten wussten auch augenscheinlich ganz schnell, warum: Wegen seiner Corona-Kritik solle der Arzt mundtot gemacht werden.

So schreibt jene Seite zu der Festnahme und der Einweisung:

„Das reichte den Behörden scheinbar schon, um ihn als „Staats­feind“ und „Gefahr für die öffent­liche Sicher­heit“ zu klas­si­fi­zieren. Nicht näher genannte „Drohungen“, eine vermu­tete „labile Psyche“ und der eben­falls nur vermu­tete „Waffen­be­sitz“ recht­fer­tigten dann scheinbar den Groß­ein­satz schwer­be­waff­neter Poli­zisten.“

Die Formulierung selbst ist recht interessant, und zwar aus folgendem Grund:
scheinbar = aufgrund einer Täuschung wirklich, als Tatsache erscheinend, aber in Wahrheit nicht wirklich gegeben
anscheinend = wie es scheint; dem Augenschein, Anschein nach; offenbar

Die Seite ist sich also aufgrund der Nutzung des Adjektivs „scheinbar“ selbst nicht sicher, ob ihre eigenen Behauptungen stimmen, dass er als Staatsfeind klassifiziert wurde, der Eindruck ist nicht offensichtlich, sondern in Wahrheit nicht wirklich gegeben.

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Der Grund für die Festnahme und Inhaftierung

Die Kantonspolizei Aargau teilte selbst in einer Pressemitteilung am 12. April mit, dass der 58-jähriger Schweizer aus dem Bezirk Baden Drohungen gegen Angehörige und Behörden verbreitet habe. Der mutmasslich psychisch labile Mann wurde festgenommen und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Ermittlungen nach den genauen Umständen der Drohungen laufen nun an.

Mehr oder weniger subtile Drohungen finden sich auch in dem Blog von Binder, auf dem er zur Waffengewalt gegen Regierungen und Behörden aufruft:

„Armee, Polizei, Feuerwehr, schaut sofort wie es Euren Regierungen und den Anstalten der Massenmedien geht und sonst, liebe Bürger, raus, Waffe laden und helfen wir Ihnen!“

SRF interviewte Alex Dutler von der Aargauer Staatsanwaltschaft zu den Behauptungen. Demnach habe Binder in sozialen Medien verschiedene auffällige Äusserungen gemacht, zudem wurde der Polizei mitgeteilt, dass er eine Schusswaffe besitze, weswegen sie reagieren mussten. Bei der Hausdurchsuchung wurde auch eine Schusswaffe gefunden.

Nach einer ärztlichen Untersuchung stellten fest, dass Binder aus gesundheitlichen Gründen nicht haftfähig sei und deshalb für genauere Untersuchungen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert werden müsse.

Wurde Binder dadurch mundtot gemacht?

Nein.
Zwar befindet sich Binder zum jetzigen Zeitpunkt noch in der geschlossenen Abteilung, jedoch kann er von dort aus weiterhin auf Facebook und Twitter aktiv sein, verbreitet auf seinen Accounts derzeit alle möglichen Artikel über seine Verhaftung.

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Fazit

Würde es wegen Meinungen, wie von Binder geäußert, zu Verhaftungen kommen, wären die Gefängnisse wahrscheinlich bereits überfüllt. Binder jedoch wurde nicht wegen seinen Äußerungen zum neuen Coronavirus, sondern wegen Drohungen gegen Behörden und Angehörige festgenommen.

Alex Dutler betonte dazu noch, dass die Intervention auch stattgefunden hätte, wenn der Verhaftete kein Corona-Kritiker sei.

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