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Clicktivism, oder eingedeutscht Klicktivismus, ist ein Phänomen, welches sich speziell im Social Network stark verbreitet hat und für viele schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist.
Für die Älteren unter uns: Klicktivismus ist eine digitale Variante der Montagsdemonstrationen.

Nur ohne Montag. Und ohne auf die Straße gehen zu müssen. Und ohne großes Risiko für die  eigene Person.

Möglichkeiten des Klicktivismus

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Aufgrund der sozialen Netzwerke hat ein Klick natürlich eine enorme Reichweite und mit gut platzierten, sauberen Informationen lässt sich eine große Menschengruppe mobilisieren, die sonst nie von einer Problematik erfahren hätte. Sei es bei Twitter oder auch Facebook: mit einem Klick lassen sich Informationen verteilen und auch Beistand signalisieren.

Auch Petitionen lassen sich so zahlenmäßig stark unterzeichnen, Organisationen wie Change.org und Avaaz.org finden so starken Zulauf.

Die Kehrseite der Medaille

Leider führt Klicktivismus aber schnell zu einem Stillstand in der Unterstützung, denn hier liegt auch das Grundproblem: als naher Verwandter des Slacktivismus endet beim Klicktivismus die Unterstützung meist bei dem Klick, dem abgegeben Kommentar oder der geteilten Botschaft. Echter Aktivismus ist daher selten die Folge.

Klicktivismus bei Falschmeldungen

Speziell bei Facebook ist zu beobachten, dass ein Bild eines angeblich kranken Kindes,welches eine Spende von Seiten Facebooks bei jedem einzelnen Klick propagiert, oftmals stark mit den sog. „Gefällt mir“ Angaben versehen ist, jedoch sich bei genauem Betrachten als Fehlmeldung entpuppt und keinerlei Sinn ergibt. Noch dazu erscheinen diese reißerischen Aufrufe oftmals in Verbindung mit moralisch fragwürdigen Bildern, die aus themenfremder Quelle stammen. Als Beispiel hierfür dienen folgende Verweise:
http://www.mimikama.at/allgemein/help-burned-baby-alexandra-nein-facebook-spendet-nicht/

und

http://www.mimikama.at/allgemein/facebook-spendet-facebook-wirklich-120-dollar-wenn-man-ein-foto-teilt/

Hierbei scheint das gute Gewissen per Mausklick zu kommen, man hat ja etwas bewirkt (?). Und das auch noch bei persönlich niedrigem Einsatz. Gleichzeitig können andere auch sehen, dass man geklickt hat und als guter Mensch dasteht. Dass man dort einer absichtlich verteilten Lüge aufgesessen ist, mögen sich viele Klicker gar nicht ausdenken.

Klicktivismus und sozialer Druck

Like wenn du gegen Kinderschläger bist Ignorieren, wenn du herzlos bist –.-

(Quelle http://www.mimikama.at/allgemein/aufklrung-zu-like-wenn-du-gegen-kinderschlger-bist/)

Diese und ähnliche Beitrage bekommen Facebooknutzer immer wieder zu Gesicht, gerne auch mit einem dramatischen Bild. Hier wird mit Bildern gespielt, die innerlich berühren. Nun liegt das Problem auf der Hand: indirekt beschimpft dieses Bild jene, die richtiges Verhalten zeigen, nämlich sich nicht auf derartige Provokationen einlassen. Ein Like auf ein solches Bild bewirkt letztendlich rein gar nichts, außer, dass vielleicht für andere die eigene Glaubwürdigkeit in Frage gestellt wird.

Klicktivismus und der Datenschutz

Zum Abschluss sollte noch erwähnt werden, dass bei jedem Klick zu einer der genannten Aktionen immer ein Stück der eigenen Daten preisgegeben wird. Sei es der eigene (Account-)Name bei Like-Bekundungen, Informationen an versteckte Werbeanalysen oder unbedacht getätigte Einträge in Listen, die mit reißerischen Titeln blenden.

Daher gilt generell vor jedem Klick: Erst denken – dann klicken!

Autor: Andre, mimikama.at