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Wenn sie diesen Artikel angeklickt haben, warum haben sie das getan? Hat sie die Überschrift hierher gelockt? Der Gedanke, was möglicherweise hier wartet? Oder war es das ehrliche, sachliche Interesse an der Kolumne?

2016-10-24 20_10_49-Lars Rewald ZDDK / Mimikama Kommentar, Autor Lars. Dieser folgende Kommentar ist kein „ZDDK“, sondern spiegelt die subjektive Sichtweise des Autors wieder. Wer also KEIN Interesse daran hat, einen Kommentar zu lesen, darf an dieser Stelle die Seite schließen.
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Ich hätte auch eine andere Überschrift wählen können, etwa: „Die schmutzigen Tricks der Redakteure: Wie uns Überschriften hinters Licht führen sollen“. Das klingt doch viel Interessanter, oder? Und mal ehrlich, in einer Kolumne, in der es um das Thema Cklickbaiting geht, wäre das doch ein tolles Negativ-Beispiel geworden, oder?

Ich habe mich tatsächlich bewusst dagegen entschieden. Ich möchte ihnen, lieber Leser, hier in diesem Text näher bringen, was Click-Baiting eigentlich ist, wem es etwas nützt und wieso wir darauf anspringen. Und deshalb bevorzuge ich die Leser, die keine reißerische Überschrift brauchen, um sich für ein Thema begeistern zu können.

Clickbaiting…was ist das genau?

Vor allem auf Facebook begegnet uns das Wort „Clickbaiting“ immer wieder. Mit dem Englischen Kunstwort sind meist Überschriften oder Beschreibungen von Links gemeint, die extrem reißerisch geschrieben sind, um so möglichst hohe Klickzahlen zu bekommen. Und wenn sie jetzt sagen „Irgendwoher kenne ich das doch“ dann haben sie recht. Stichwort: Schlagzeilen.

Clickbaiting ist nämlich kein Phänomen des Internets oder der Sozialen Netzwerke, es existiert, seit der Mensch angefangen hat, Informationen weiter zu geben. Diese Informationen sollen möglichst viele Leute bekommen. Und wie kriegt man das am besten hin? Genau, man macht sie reißerisch. Ein schönes Beispiel in den Printmedien ist hier z.B.die BILD. Sie macht sich große und auffällige Schlagzeilen zunutze, um so das Interesse der Menschen zu wecken. Und wer interessiert ist, der kauft auch vermutlich.

Wem nützt es denn nun was?

Abseits der großen Zeitungen, deren Motive klar sind, kommen immer mehr Facebook-Seiten und Online-Blogs daher, die sich dieser Masche bedienen. Ziel ist es natürlich, möglichst viele Nutzer auf die eigene Seite zu locken um damit Klicks zu generieren. Diese erzeugen nämlich wiederum Werbeeinnahmen. Die einfache Gleichung ist: Viele Klicks = Viel Geld. Und da es nur natürlich ist, das ein funktionierendes System übernommen wird, steht man vor einer wahren Flut solcher Seiten. Selbst etablierte Medien, wie etwa Focus Online greifen bereits auf Clickbaiting zurück. Es funktioniert also offensichtlich.

Fairerweise muss man an dieser Stelle allerdings auch erwähnen, das dies oft die einzige Möglichkeit ist, den Scroll-User von heute zum hinschauen zu animieren. Ansonsten verschwindet der Beitrag gnadenlos in der Timeline des Facebook-Users, weshalb wir bei mimikama auch mal hin und wieder zu milden Formen des Clickbaiting greifen.

Und warum funktioniert das so gut?

An dieser Stelle muss ich einmal meine Sozialpädagogik-Lehrerin zitieren: „Wir sind Emotional nur ein winziges Stück vom Urzeitmenschen entfernt“. Und das ist der Grund weshalb diese Masche so gut Funktioniert. Im Grunde sind wir die gleichen primitiven Geschöpfe wie vor 50.000 Jahren. Das einzige was sich geändert hat ist unser Wissen. Und da Wissen ja bekanntlich nicht den Menschen leitet, sondern Emotionen, setzen diese Überschriften genau darauf. Sie wollen beim Leser Gefühle wachrufen. Starke Gefühle. Und die stärksten sind nun einmal Zorn, Angst und Trauer. Und wenn man sich einige der Überschriften mal genau anschaut, sieht man es ziemlich deutlich.

Was bleibt mir zum Abschluss noch zu sagen? Bevor sie etwas anklicken: Fragen sie sich selbst ob sie das wirklich wichtig finden. Ob das Thema so interessant klingt, das man sich unbedingt informieren muss. Wenn darauf die Antwort „Nein“ lautet scrollen sie weiter. Der nächste interessante Beitrag kommt bestimmt.

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