Fake: Der Chemtrailzusatz aus einem BP-Tankwagen

Von | 12. November 2018, 11:14

Um die Existenz von Chemtrails, angeblichen Kondensstreifen mit gefährlichen chemischen Zusätzen, wird augenscheinlich kein Geheimnis mehr gemacht, wie ein Bild beweisen soll.

So wird hier mit dem inflationären Gebrauch von Ausrufezeichen gefordert, das Bild überall zu teilen:

Screenshot mimikama.at

Screenshot mimikama.at

„Tanklaster offiziell am Frankfurter Flughafen mit Giftcoktail Chemtrails als Beimischung zum normalen Kerosin.
Bitte überall teilen!!!!!!!!!!!!!!!“

…so schreit einem der Beitragsersteller entgegen, denn das Bild und die Info versetzen ihn wohl in helle Aufregung:

„Bitte genau lesen, was auf dem Tankfahrzeug steht!!!
Das Foto wurde auf dem Flughafen in Frankfurt gemacht!
Bitte lasst das Bild in der VK Welt rumgehen!“

Genau lesen? Können wir!

Und da fällt uns erst einmal auf, dass es einen kleinen Widerspruch gibt: Was macht denn ein österreichisches Tankfahrzeug in Frankfurt?

Screenshot mimikama.at

Screenshot mimikama.at

Nun gut, vielleicht hat es sich ja auch verirrt. Immerhin kommt Mimikama ja auch aus Österreich, der Autor jedoch sitzt zwischen Fulda und Frankfurt.

Importieren die Österreicher also nicht nur Mimikama, sondern auch Chemtrails? Ist unseren Nachbarn noch zu trauen? Haben wir denn keine eigenen Chemtrail-Chemiefabriken?

Die Antwort ist so alt, so einfach und so unspektakulär, dass wir uns wundern, dass dieses Bild wirklich noch ernst genommen wird:

Screenshot mimikama.at

Quelle: Wikipedia

Das Bild ist vom Oktober 2008 und zeigt die Betankung eines Flugzeugs am Flughafen Wien-Schwechat. Von der angeblichen Beschriftung „chemtrailzusatz“ ist nichts zu sehen.

Fazit

Irgendwann einmal fand ein Troll dieses Foto im Internet und bastelte mehr schlecht als recht den Schriftzug „chemtrailzusatz“ auf das Bild, machte sich nicht einmal die Mühe der Großschreibung oder der perspektivischen Ausrichtung des Wortes.

Man sollte eigentlich meinen, dass dieser plumpe Fake sofort durchschaut wird, besonders schnell geht das mit der Bilderrückwärtssuche von Google. Anscheinend ist es jedoch nicht so. Und was das Thema „Chemtrails“ angeht: Dazu haben wir ausführlich berichtet.

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