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"Chemtrails-Flugzeuge" und Wolkenbilder - Was ist da wirklich zu sehen?

„Chemtrails-Flugzeuge“ und Wolkenbilder – Was ist da wirklich zu sehen?

Von | 29. Mai 2020, 10:11

Gleich eine ganze Sammlung von Bildern werden auf Facebook präsentiert – als scheinbarer Beweis, dass Chemtrails existieren.

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Bisher über 12.000 mal wurde jene Bildersammlung geteilt, darunter finden sich angebliche „Chemtrails-Flugzeuge“ inklusive Angela Merkel, die sich jene von innen ansieht, und seltsame Wolkenformationen, die damit wohl auch zu tun haben sollen.

Um diese Bildersammlung handelt es sich:

Der Nutzer nennt als Beschreibung der Bilder:

Chemtrails womit man euch jahrelang vergiftet hat

Und es ja nie einer glauben wollte

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Die Flugzeuge mit den Tanks im Inneren

Was auf den Bildern zu sehen ist, sind Ballasttanks.

Diese Tanks sind mit Wasser befüllt. Die Ingenieure können während der Testflüge das Wasser zwischen den Tanks hin- und herpumpen und somit Passagiere und Waren simulieren, die sich unterschiedlich im Flugzeug verteilen.

Das Bild mit Angela Merkel findet sich auf den offiziellen Seiten der Bundesregierung und stammen von 2014. Die Beschreibung dazu lautet „Die Kanzlerin hat Gelegenheit das Innere des neuen Airbus A 350 zu besichtigen“. Die Beschreibung ist kurz genug, um viel zu spekulieren, deswegen erklären wir mal, was sie da genau besichtigte.

Die Bilder entstanden auf der ILA Berlin Air Show 2014, die Merkel eröffnete.
Im Rahmen der Veranstaltung besichtigte sie auch den Airbus A350. Dieses Langstrecken-Großraumflugzeug befindet sich erst seit 2014 in Serienproduktion, auf der Messe landete er für eine Stunde, allerdings nicht nur, damit die Kanzlerin ihn sich anschauen kann, sondern auch, um die Software des Fliegers zu testen. So schreibt „Flugrevue“:

„Die Kabine von MSN4 ist innen leer. Bis auf Ballasttanks und eine Computerkonsole für die Testingenieure sind nur im Heck wenige Sitze für mitreisende Techniker installiert.“

Der Mann unter den Düsen

Auch dieses Bild ist weit verbreitet, angeblich sähe man dort die „Chemtrails-Düsen“ eines Flugzeugs. Das stimmt allerdings nicht!

Wie „Flyingmag“ berichtet, sehen wir hier eine von Evergreen Airlines modifizierte 747. Wahrlich stellt dieses Flugzeug Böses an: Mittels des weltgrößten Wassertanks innerhalb eines Flugzeuges wird es dazu verwendet, Waldbrände zu löschen

Eine größere Auswahl dieser und ähnlicher „Beweisfotos“ haben wir in einem gesonderten Artikel behandelt.

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Die Wolkenbilder

Auf einigen der Bilder sieht man kreisförmige Löcher in der Wolkendecke, was so manche ein eindeutiger Beweis einer Wettermanipulation ist. Dabei handelt es sich allerdings um ein seltenes, aber bekanntes Wetterphänomen welches Skypunch, Hole-Punch Cloud oder Fallstreak Hole genannt wird.

Diese Löcher in den Wolken sind ein Wetterphänomen, was in Cirrocumulus- oder Altocumulus-Wolken auftauchen kann, wenn die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, sich aber noch keine Eiskristalle gebildet haben („supercooled state“). Wenn sich dann Eiskristalle formen, gibt es eine Art Kettenreaktion, bei der die Wassertröpfchen um die Kristalle herum verdunsten. Dieses hinterlässt dann große, meist kreisförmige Löcher in der Wolkendecke.

Auf anderen Bildern sieht man Roll Clouds. Diese sind oftmals orange gefärbt und scheinen in einer perfekten Linie horizontal zu rollen. Diese Wolken sieht man häufig in Australien und den USA vor Gewitterstürmen.

Die Rollbewegung ist das Ergebnis von Windveränderungen der Geschwindigkeit und/oder Richtung bei der Inversion – wenn die Lufttemperatur sich von ihrem üblichen Zustand umkehrt, was zu warmer Luft über kühler Luft führt -, während der sich die Wetterstörung fortbewegt.

Fazit

Keines der Bilder ist ein Beweis für Chemtrails oder bewusster Wettermanipulation.
In den Flugzeugen sind Ballasttanks, die großen Düsen dienen der Bewässerung von Feldern oder zur Brandbekämpfung, die Wolkenformationen sind allesamt natürlich erklärbar. Die Seite „Wired“ zeigt eine ganze Reihe solcher seltsamen Wolkenformationen und die meteorologische Erklärung, wie diese entstehen.

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