“camerasale.club”: Fake-Shop oder vertrauenswürdig?
“camerasale.club”: Fake-Shop oder vertrauenswürdig?

Und wieder erreichten uns Anfragen zu einem dubiosen Webshop. Auch hier wird mit hochwertiger Technik zu unglaublich niedrigen Preisen gelockt.

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Ein aufmerksamer Nutzer schickte uns folgende Anfrage:

Hallo,
Ich habe euren Beitrag über den gefaketen Online Shop gelesen und glaube, das es zzt auf Facebook eine menge dieser shop fakes gibt. (Und ich wohl selber mit anlauf „in die Falle getappt“ bin.
Die Internetseite www.camerasale.club sowie die kopie unter http://eu.dealshu.club/nxw1.php und
http://www.camerabestsales.club/

Könnt ihr das mal prüfen?

Und so sieht die Webseite camerasale.club aus:

Schön gemachter Webauftritt der Seite camerasale.club - doch einige Punkte sprechen für einen Fake-Shop. / Screenshot by mimikama.at
Schön gemachter Webauftritt der Seite camerasale.club – doch einige Punkte sprechen für einen Fake-Shop. / Screenshot by mimikama.at

Der Faktencheck

Interessant ist der Fakt, dass es von dieser Seite mind. zwei weitere Ausführungen gibt. Zum einen unter der Webseitenadresse cameralovershop.club und zum anderen unter camerabestsales.club.

Beide Webseiten ähneln sehr stark camerasale.club. Preise und angebotene Waren sind exakt dieselben. Auch das Design unterscheidet sich nur minimal.

Schickt man alle drei Webadressen durch die Prüfung über Whois, bemerkt man, dass alle drei denselben Registrar haben, nämlich “GoDaddy.com, Inc.”. Auch stammen alle drei aus Fife, USA. Des Weiteren liefern die Registrierungsdaten interessante Ergebnisse, denn camerabestsale.club wurde am 2018-05-22 registriert, camerasale.club am 2018-05-24 und cameralovershop.club gibt es erst seit dem 2018-07-02. Zufall?

Betrachten wir camerasale.club genauer:

Auf der Seite werden Sofortbildkameras der Marke Fujifilm, Polaroid und auch Produkte von HP angeboten und das zu unglaublich niedrigen Preisen.

Statt knappe 70 Euro kosten hier die Instax Kameras lausige 18,87 Euro, auch die HP Pocket-Drucker glänzen (oder vielleicht auch eher blenden?) mit einer Preissenkung von ca. 100 Euro – bei einem Stattpreis von 129,99 Euro auf 30,78 Euro… und diese Dumpingpreise findet man bei jedem einzelnen Produkt, das auf der Seite angeboten wird. In der Regel ein starkes Anzeichen für einen Fake-Shop.

Wer den Shop wirklich betreibt, wird auch nicht verraten. Nach einem Impressum sucht man vergebens. Bei Online-Shops, die nicht transparent machen, wer hier wirklich verkauft, ist gesundes Misstrauen durchaus angebracht.

Sieht man sich in den angebotenen Rubriken “Shipping & Return”, “Privacy Notice” und “Payment” um, fällt auch die interessante Schreibweise auf, bei der jedes Wort mit einem Großbuchstaben beginnt. Ob es sich dabei um eine besondere Marketingstrategie handelt, um sich von der Masse abzuheben, kann leider nicht ausreichend beantwortet werden.

Mangelnde Rechtschreibung könnte jedoch ebenfalls auf einen unseriösen Seitenbetreiber hinweisen. Die AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) ersetzen diese drei Rubriken auf jeden Fall schon einmal nicht und geben keine Auskunft über ein Rücktrittsrecht.

Verdächtig ist auch die Tatsache, dass man hier nur mit Kreditkarte zahlen kann. Bei nur einer einzigen angebotenen Bezahlmöglichkeit sollten die Alarmglocken schrillen! Bei zwangsmäßiger Vorauskasse sind oft Kreditkartendaten und eventuell auch gleich das Geld auf nimmer wiedersehen weg.

Ergebnis:

Von einer klaren Kaufempfehlung muss abgesehen werden, da viele Punkte auf einen klassischen Fake-Shop hinweisen.

In der Regel sind Webshops ohne Impressum und ordentlichen AGB nicht vertrauenswürdig.

Ich bin auf einen Fake-Shop hereingefallen – Was kann ich tun?

Die Verbraucherzentrale rät allen Opfern zu folgenden Maßnahmen:

  • Wer schon Geld überwiesen hat, sollte umgehend seine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Wenige Stunden nach einer Onlinebestellung ist dies meist noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten wie dem Lastschriftverfahren kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden. Auch hierzu muss man sich an seine Bank wenden.
  • Alle Belege für die Online-Bestellung sollten gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.
  • Rechtlich handelt es sich bei einer solchen Vorgehensweise um Betrug. Betroffene können die ausgedruckten Unterlagen von der nächstgelegenen Beratungsstelle ihrer Verbraucherzentrale prüfen lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen. Dies ist auch online möglich.

Hinweis: Cyberkriminelle sind leider oft schwer strafrechtlich zu verfolgen, vor allem wenn sich diese im Ausland befinden. Stellen Sie trotzdem eine Strafanzeige! So kann zumindest eine Löschung der Fake-Seite vorangetrieben werden!

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