Kennt ihr den „Honigmann“? Der schreibt immer tolle *hüstel* Artikel über Flüchtlinge, die in Wirklichkeit Invasoren sind, über außerirdisches „Zion-Satan-Gesindel“, über Waffenlieferungen an Flüchtlinge, über Illuminati-Verbindungen und eigentlich über alles, was einem so einfällt, wenn man seinen Honig mit zu viel Met zu sich nimmt.

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Aus dieser wahnsinnig seriösen Quelle kommt auch jenes Bild mit Text.

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Der komplette Text unter dem Bild lautet:

„Generalleutnant der Bundeswehr, Hans-Werner Fritz, verweigert den Befehl der Verteidigungsministerin Ursula von der Layen, deutsches Militär gegen die erwarteten Volksaufstände in der BRD einzusetzen. Unter dem Vorwand, die Bundeswehr zur Abschiebung von Flüchtlingen einzusetzen, versuchten Merkel und von der Layen die Bundeswehr zur blutigen Niederschlagung von erwarteten Volksaufständen einzuplanen. Merkel und Konsorten spüren, dass es überall im Land brodelt  und es leicht zu Volksauf-ständen kommen kann. Generalleutnant Fritz, der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, verweigerte jedoch schon im Vorfeld diesen Bürgerkriegsbefehl. Er sagte: In der Vergangenheit haben wir die Aufgaben von Polizei und Bundeswehr immer strikt getrennt. Und ich bin sehr dafür, dass das auch in Zukunft so bleibt. Dass die Bundeswehr wegen der Flüchtlingskrise künftig verstärkt im Inland eingesetzt wird, schließe ich aus.” Das hat gesessen. Und dann sagte der General noch: “Afghanistans Jugend soll zu Hause bleiben”. Damit hat er Merkel ebenfalls gedroht, dass die deutschen Soldaten nicht länger für diese miesen Feiglinge aus Afghanistan, weit von der Heimat, verbluten sollen, nur weil diese feigen afghanischen Parasiten sich hier für ihre Wehrdienstverweigerung auch noch alimentieren lassen wollen.“

Wer ist Hans-Werner Fritz?

Ja, der Herr ist Generalleutnant der Bundeswehr. Insofern ist der Text wahr. Das war es aber auch fast schon, denn der Rest ist sehr zusammengeschwurbelt. Nehmen wir das mal nach und nach auseinander.


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Deutsches Militär gegen Volksaufstände?

Als erstes wird behauptet, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (nicht von der Layen!) habe den Befehl erteilt, die Bundeswehr gegen zu erwartende Volksaufstände einzusetzen. Doch ist das überhaupt möglich?
Nein. Im Inland darf die Bundeswehr nur auf Grundlade des Artikels 35 Grundgesetz Amts- und Katastrophenhilfe leisten. Katastrophenhilfe ist z.B. bei Überschwemmungen gegeben, Amtshilfe wird z.B. geleistet, wenn die Bundeswehr in Zusammenarbeit mit der Polizei zivile Objekte schützt oder den Verkehr regelt. Militärisch dürfte die Bundeswehr im Inland nur tätig werden, wenn ein sogenannter „innerer Notstand“ gemäß Art. 87a Abs. 4 GG vorliegen würde, wenn also die die freiheitlich demokratische Grundordnung in Gefahr ist. In dem Falle darf die Bundeswehr mit Zustimmung des Bundestages und des Bundesrates zur Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer eingesetzt werden.

Haben wir diesen Zustand nicht schon?

Nein. Wir haben Demonstrationen, die im Rahmen der Demonstrationsfreiheit erlaubt sind. Für damit verbundene Eskalationen ist die Polizei zuständig, einen „Volksaufstand“ kann man das nicht nennen. Jene Demonstranten sind auch nicht militärisch bewaffnet. Anders sähe es aus, wenn z.B. tatsächlich jene organisierten IS-Kämpfer auftauchen würden, die militärisch bewaffnet Terror verbreiten. Dann käme die Bundeswehr auf jeden Fall zum Einsatz. Dieser Zustand ist jedoch, obwohl vom Honigmann und anderen Seiten schon für Ende September vorhergesagt, bisher nicht eingetroffen. Nicht mal annähernd.

Was ist mit Fritz’s Aussagen?

In der Vergangenheit haben wir die Aufgaben von Polizei und Bundeswehr immer strikt getrennt. Und ich bin sehr dafür, dass das auch in Zukunft so bleibt. Dass die Bundeswehr wegen der Flüchtlingskrise künftig verstärkt im Inland eingesetzt wird, schließe ich aus.”

Ja, das hat Hans-Werner Fritz tatsächlich gesagt, und zwar gegenüber der BILD-Zeitung, auch andere Medien berichteten darüber. Allerdings ging es um einen geplanten Grenzschutz und Abschiebung von Flüchtlingen mit Unterstützung der Bundeswehr. Dies lehnte Fritz abschließend mit den Worten ab: „Unser Auftrag ist klar definiert und durch das Grundgesetz begrenzt.“

Moment! Auf dem Bild sagt er aber was anderes am Schluss!

“Afghanistans Jugend soll zu Hause bleiben”

Und da klebt der Honig. Dies hat Fritz nämlich so nie gesagt. Was hier zusammengeklebt wurde, ist ein echtes Zitat von Fritz mit einer Überschrift der BILD-Zeitung.

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Wir kennen die BILD ja. Die Überschriften müssen da schon ein wenig kernig sein, damit man sich auch gleich darüber aufregen kann.

Konkret geht es in dem Artikel um den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und die dortigen Zustände. Aufgrund der Bedrohung durch die Taliban könnten auch Flüchtlinge aus Afghanistan nach Europa kommen. Dazu meint Fritz im Wortlaut:

„Ich würde mir sehr wünschen, dass vor allem die jungen Afghanen mehr Zutrauen in ihr Land hätten. Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich Afghanistan entwickeln kann. Mit besserer Bildung, besserer Gesundheitsversorgung, besseren Straßen.“

Das klingt doch weniger kalt und bellend als „Die sollen zu Hause bleiben!“. Afghanistan befindet sich auch noch im Aufbau, und die Bundeswehr wird auch in den nächsten Jahren dort noch nicht abziehen, wie Fritz meinte, da noch viel zu tun sei. Auch die Bedrohung durch die Taliban ist dort längst nicht gebannt, das ist kein Geheimnis.

Fazit:

Honigmann und Co befürchten mindestens einmal im Monat den Untergang Europas. Dementsprechend werden auch immer solche Meldungen rausgehauen, von „baldigen“ Volksaufständen, von „Flüchtlingen, die alle bewaffnet wurden“, von der „längst geplanten Invasion“, die jeden Tag kommen müsse. So halten sie die Leser bei der Stange, denn jedes Vorkommnis ist ein kommendes Zeichen für den baldigen Untergang in deren Augen.

Es hat schon was von fanatisch-religiösen Predigern, wenn da ein Honighirn was sagt und es alle ungeprüft nachplappern. Das ist die Wahrheit, alles andere ist „Lügenpresse“. Und so wird sich bewaffnet, es werden Molotow-Cocktails gebastelt und es wird aktiv gegen die „Invasoren“ vorgegangen. Und wenn man dann im Knast landet, hat man wahrscheinlich noch das Gefühl, etwas Gutes gemacht zu haben.

 


Liebe Honigmänner, Mannheimer, Netzplaneten etc.,

ihr hangelt euch von Lüge zu Lüge, von Halbwahrheit zu Halbwahrheit. Ihr vergesst eure vorherigen Lügen, um die Nächste aufzubauen. Ihr schimpft „Lügenpresse“, dabei tut ihr genau dies. Erscheint logisch, denn wie ein Sprichwort sagt: „Was ich selber denk und tu, das trau ich auch dem Anderen zu“.
Ihr baut hinter euch eine mehr oder weniger stumpfsinnige Masse auf, Menschen, die nicht denken wollen, sondern einfache Erklärungen bevorzugen. Ihr gebt sie ihnen: Die Flüchtlinge. Und wenn ihr auch etwas erfinden oder mit Honig Zitate zusammenkleben müsst, ist es ja egal. Es wird immer Leute geben, die euch den größten Schmarrn glauben.

Ihr lästert „NAZI-Merkel“, und keiner eurer Gefolgschaft merkt, dass ihr die gleiche Ideologie, die gleichen Sprüche, die gleiche Taktik benutzt wie jener Führer in den 40ern, der den Juden an allem die Schuld gab und das Volk zum Aufstand aufwiegelte.

Ihr widert uns an!

Autor: Ralf, mimikama.at

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