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Abermals macht eine Petition auf Facebook die Runde bei der es um das “Dog Spinning Ritual” geht!

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Bereits im Jahre 2016 haben wir darüber berichtet. Es geht um Hunde, die an einem aufgezwirbelten Seil festgemacht und unter schnellem Drehen in einen Fluss geschleudert werden? Das kann doch nur ein Scherz sein!? Es handelt sich dabei um ein Ritual, dem sogenannten “Trichane na kuche“ (“der drehende Hund”), welches jedes Jahr stattfinden soll. Bei dieser haarsträubenden Tradition sollen Hunde an einem Seil etwa 3 bis 4 Meter hoch über einen Fluss hängend, mit hoher Geschwindigkeit gedreht werden. Sobald das Seil losgelassen wird, fallen die Hunde ins Wasser. Was sich die Anwender davon versprechen? Natürlich das Böse zu vertreiben und vor Unglück geschützt zu werden.

Statusbeitrag der Petition auf Facebook:

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Durch das schnelle Drehen verlieren die Hunde dabei ihre Orientierung und oft auch das Bewusstsein.

“Trichane no kuche” gab es wirklich

Leider. Dieses traditionelle Hundedrehen fand tatsächlich am 6. März 2011 in dem bulgarischen Dorf Brodilovo statt.

Nachdem das Ritual 2006 verboten wurde, da die Veröffentlichung in internationalen Medien massive Proteste hervorrief, entschied der Bürgermeister des kleinen Dorfs Brodilovo 2011 die Tradition nochmals aufleben zu lassen.

“Niemand tötet oder verletzt die Hunde. Ihre Besitzer bringen die Hunde zum Fluss damit sie an diesem Brauch teilnehmen, der die kleine Gemeinde vom Bösen befreien und darüber hinaus Fruchtbarkeit verspricht. Die Hunde drehen sich für 15-20 Sekunden und danach fallen sie ins Wasser – es ist nichts anderes als würden sie ein Bad nehmen.”,

so der Bürgermeister laut ‘Million Actions for animal rights’. Die Tradition gäbe den Dorfbewohnern in schlechten Zeiten Hoffnung.

Tierschutzgesetze in Bulgarien

Wer denkt, dass die Bulgaren diesem Treiben tatenlos zusehen würden, hat sich gehörig in den Finger geschnitten.

Der Premierminister Boyko Borisov hat die Staatsanwaltschaft sowie die Regierung aufgefordert über das Dorf Strafen zu verhängen.

Seit 2011 gibt es ein Tierschutzgesetz, das das Quälen von Tieren verbietet und dessen Zuwiderhandlung mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe und erheblichen Geldbußen geahndet werden kann.

Status quo heute

2012 gab es dann nochmals eine “abgeschwächte” Version des Rituals, bei der die Hunde direkt ins Wasser geworfen werden, ohne sie davor an einem Seil zu drehen.

Die bulgarische Tierschutzorganisation “Animal Rescue Sofia” war ebenfalls vor Ort und startete eine Facebook-Kampagne im Jahr 2012. Seit März 2013 läuft eine Petition, die verhindern soll – falls die Dorfbewohner Brodilovos jemals wieder auf den Gedanken kommen sollten – dass dieses Ritual nie wieder ausgeübt wird.

Seit 2014 ist es ruhig geworden um dieses haarsträubende Ritual. Man kann hoffen, dass die Menschen in den Dörfern Bulgariens gelernt haben, freundlichere Traditionen zu schätzen, als ihre Hunde einer solchen Gefahr auszusetzen.

Einen umfangreichen Artikel mit Bildern und Videos zu diesem Ritual gibt es hier. Warnung, diese Bilder können verstören.

Fazit:

Das Ritual des bulgarischen Hundeschleuderns gibt es wirklich. Es wurde 2006 verboten und fand nach dieser Zeit noch einmal 2011 in dem Dorf Brodilovo statt. Durch viele Proteste wird dieses Ritual nicht mehr praktiziert.

Quellen:  Million Actions for animal rights, ESDAW, Change, Occupy for animals, Animal Rescue Sofia