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Es wurde wirklich Zeit, dass Steve Bannon aufhört, Strategie in Herrn Trumps Präsidentschaft zu bringen und er sich wieder hauptamtlich um sein rechtsnationales Nachrichtenportal Breitbart News kümmert.

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Das tut bitter Not, denn Breitbart hat sich mit einem Artikel über einen Fahndungserfolg der spanischen Polizei gegen den Menschenschmuggel bis auf die Knochen blamiert. In dem Bericht war von einem Schlag gegen Schleuserbanden zu lesen, die Flüchtlinge für 5.000 Euro mit dem Jetski von Marokko nach Spanien bringen, mit dabei ein Bild von zwei Männern auf einem Jetski.

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Screenshort de „Breitbart“-Artikel / Lukas Podolski (Links) 2014 in Brasilien

Nur dumm, dass es sich bei einem der beiden Männer um den deutschen Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski handelt.

Das Bild wurde 2014 im Rahmen der Fussballweltmeisterschaft in Brasilien kurz vor Beginn des Wettbewerbs aufgenommen, anläßlich eines Segeltörns, der den Teamgeist der Mannschaft stärken sollte. Während die meisten Nationalspieler das Schlauchboot genommen haben, wurde Podolski von einem Mitarbeiter der Hafenbehörde auf einem Jetski zum Schiff gebracht. Daher trägt der Beamte auch eine Schutzweste und auf dem Fahrzeug ist sehr deutlich „CAPITANIA DOS PORTOS“ zu lesen. Zumindest wenn man genau hinsieht, was wohl nicht getan wurde.

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Solche vermeintlich passenden Bilder mit falschem Bezug finden sich immer wieder, auch in seriösen Medien, weil es heutzutage im Netz so gut wie keinen Artikel mehr gibt, bei dem nicht mindestens ein Foto genutzt wird.

 

Auch wenn es zur Geschichte gar kein Bildmaterial gibt, muss zumindest ein entsprechendes Archivbild oder Symbolfoto aus dem Bestand her, nur hier wurde der Griff ins Archiv ein Griff ins Klo.

Der Twitter-User „DSA Uranus“ berichtete wohl als Erster über diesen bemerkenswerten Fehlgriff, von Twitter aus hat die Geschichte dann den Weg über Social Media in die „klassischen“ Medien gefunden. Die meisten News-Portale im Netz haben amüsiert darüber berichtet und sogar vielen deutschsprachigen Fernsehsendern war es eine kurze Notiz in den sonntagabendlichen Nachrichten wert.

Die Reaktion von Podolski selbst ließ nicht lange auf sich warten, er hat seinen Anwalt damit beauftragt, das rechtsnationale Portal abzumahnen, wie die Welt berichtet.

„Wir werden Breitbart News abmahnen und sie auffordern, eine Unterlassungserklärung abzugeben sowie das Foto aus dem Netz zu nehmen bzw. es nicht in diesem Kontext zu verwenden. Ansonsten würden wir gerichtlich dagegen vorgehen.“

Nach Androhung von juristischen Schritten und zahlreichen Leserkommentaren zum Artikel selbst wurde das Bild ausgetauscht. Breitbart hat sich in aller Form bei Lukas Podolski entschuldigt und nun kann man in einer kleinlauten Anmerkung der Redaktion auf der ansonsten sehr lautstarken Seite lesen

„Es gibt keine Beweise, dass Herr Podolski ein Mitglied einer Schleuserbande oder ein Opfer des Menschenhandels ist“.

Podolski lässt aktuell noch durch seinen Anwalt prüfen, juristisch gegen die Seite vorzugehen. Selbst wenn er das nicht tun wird, der Imageschaden für Breitbart News ist nach Unmengen Spott und Häme sowie einer ausgiebigen Berichterstattung sicher beachtlich.

Quelle Originalbild: AFP/Markus Gilliar/pst/eba