Oder aber auch: was ist nur in unserer Onlinegesellschaft los? Auf der einen Seite “slangen” wir mit Worten wie #Gönnung, auf der anderen Seite ist diese Gönnung jedoch augenscheinlich komplett selbstbezogen. Was ist los? Wo sind unsere traditionellen Werte geblieben?

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Netzfund: dieser Inhalt ist kein „ZDDK“ im klassischen Sinne, sondern dient zur Unterhaltung. Der Netzfund basiert dabei auf einem in den sozialen Netzwerken gefundenen Inhalt.

Wo sind denn diese Werte geblieben, die es zu schützen gilt? Also ich heute wildwildsurfend auf Twitter mir die einzelnen Tweets anschaute, entdeckte ich folgenden Tweet von Danijel Majic, Redakteur der FROnline:

Auf Facebook wünscht die #Bundesregierung den Juden in Deutschland ein frohes #Chanukka. Hier ein Medley typischer Reaktionen

Das musste ich mir doch ebenso live anschauen, denn die Kommentare, welche unter dem Festwunsch zum Lichterfest von der Bundesregierung stehen, zeigen deutlich, dass viele Menschen es nicht schaffen, auch nur einen Klick entfernt zu schauen.

Doch beginnen wir vorne. Am 25.12.2016 um 10:42 Uhr wurde auf der verifizierten Facebookseite der Bundesregierung (Deutschland) die Statusmeldung “Wir wünschen ein frohes #Chanukka-Fest!” veröffentlicht. Ja, das darf man wünschen, gerade weil in diesem Jahr (2016) das jüdische Lichterfest an Weihnachten begann, was nicht in jedem Jahr so ist, da der jüdische Kalender und der gregorianische (also unser klassischer mitteleuropäischer) Kalender Unterschiede aufweisen. Chanukka beginnt in jedem Jahr am 25. Tag des Monats Kislew, ganz streng genommen wäre der Beginn von Chanukka sogar am Abend des 24.12.2016 gewesen, also mit dem Heiligabend zusammen, da der Tag des jüdischen Kalenders immer von Abend bis Abend gilt. Kürzen wir ab: in diesem Jahr fallen beide Feste auf dasselbe Datum.

Genug didaktischer Inhalt an dieser Stelle, schauen wir nun auf die Kommentarpraxis, denn die sieht nicht mehr ganz so festlich aus.

Eigentlich ein Grund zur Freude?

Mag man denken. Eigentlich. Wenn jemand was zu feiern hat, dann bitte! Ob Tag des Eunhornstaubs, der 4. Mai, Weihnachten oder eben Chanukka: frohes Fest, liebe Freunde! Doch halt – ist was lesen wir da in den Kommentarspalten unter dem frohen Festwunsch?

An die Schreiberlinge:
Hier, in Deutschland, heißt es immer noch:
“ Frohe Weihnachten“
!!!!!!

Ist es Neid? Ist es Missgunst? Ist es ein Einzelfall? Nein, einen Einzelfall kann man ausschließen, es gibt eine ganze Reihe an Kommentaren, die den Chanukka-wunsch nicht sehen wollen.

In Deutschland heißt es trotzdem erst einmal FROHE WEIHNACHTEN! Auch wenn alle friedlichen Religionen akzeptiert werden sollten. Überall auf der Welt und nicht nur bei uns.

Ah, ok. Es geht um das Germany-first. Erst muss es frohe Weihnachten heißen, dann schauen wir auf den Rest der Welt.

Merkt ihr es noch? Hier in Deutschland heißt es immer noch „Frohe Weihnachten“. Punkt. Aus.

Oha, wurde Weihnachten nun auf einmal abgeschafft, weil auf der Facebookseite der Bundesregierung nun ein “frohes #Chanukka-Fest” gewünscht wird? Ja wurde gar unsere Bundesregierung gegen die Israelische ausgetauscht?

Was ist Chanukka? Herrgott was zur Hölle stimmt nicht mit euch??? Seit ihr jetzt schon die Israelische Regierung? In diesem Land heisst es frohe Weihnachten. Den jüdischen Mitbürgern wünsche ich auch ein frohes Fest.

Und so schnell werden dann die freundlich gemeinten Wünsche zu einer bitter sweet symphony of comments, einer unfreiwilligen Tragödie des Unmutes.

Früher hieß das mal „Frohes Weihnachtsfest“ – Danke Bundesregierung. Euch wünsche ich eine baldige Abwahl.

Das alles wäre den Kommentatoren erspart geblieben, wenn sie nur ein Bild in der Bilderhistorie nach vorn gegangen wären. ein einziger Klick, lediglich ein Bruchteil von Sekunden.

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Weihnachten first! Ja. da ist er doch, der frohe Segenswunsch seitens der Bundesregierung für das Weihnachtsfest. Am 24. Dezember 2016 um 10:37 Uhr würde bereits folgende Meldung veröffentlicht:

Bitte vergleicht mal die Interaktionen beider Statusmeldungen. Interessant, dass der Weihnachtsgruß deutlich weniger Interaktionen aufweist, als der Chanukkagruß. (Stand 27.12. 11:33 Uhr Weihnachtsgruß ca. 5000 Interaktionen, Chanukkagruß ca. 6700 Interaktionen trotz 24 Stunden späterer Veröffentlichung).

Aber die anderen!

Auch ein immer wieder gerne gebrachtes Argument: aber die anderen! Die Anderen würden uns niemals so einen Wunsch senden, und dann erst recht nicht auf deutsch.

In Deutschland heißt es Frohe Weihnachten . Wird in Israel , Iran oder den Phillipinen den Deutschen in ihrer heimatsprache zu weihnachten gratuliert ? Glaub kaum das Deutschland so gut angesehen ist das das gemacht wird !

Sehr interessanter Vorwurf, dass “die Anderen” ja auch nicht “heimatsprache zu weihnachten [sic!!!]“ gratulieren. Ein Blick auf die offizielle Facebookseite des “Prime Minister of Israel” (verifiziert), wo ein rein deutscher Statustext am 22. Dezember 2016 veröffentlicht wurde [2]:

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Eigentlich wäre es so einfach  …

Abgesehen davon, dass man nur wenige Klicks benötigt hätte, um sich selbst zu zeigen, dass der eigenen Glaube nicht zu kurz gekommen ist und sogar zuerst erwähnt wurde, wäre es sogar letztendlich noch einfacher gewesen: wie wäre es, wenn man einfach andere in Ruhe lässt? Dem anderen sein Fest gönnt, gegebenenfalls (sofern es persönliche Schnittpunkte gibt) gemeinsam feiert? Was ist los? Wo sind unsere traditionellen Werte geblieben? „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und „Ertragt einer den andern in Liebe“. Kann man machen.

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