Brief aus Braunschweig ist ein Fake

Braunschweig und der Bundesparteitag der AfD: Brief ist ein Fake!

Von | 12. November 2019, 10:03

Aktuell wird ein Brief auf Social Media geteilt, der Verhaltensvorschriften der Stadt Braunschweig für die Bevölkerung gegenüber dem kommenden Bundesparteitag der AfD in der Stadt zeigen soll.

Vom 30. November bis zum 1. Dezember 2019 findet in der Volkswagen-Halle in Braunschweig der Bundesparteitag der AfD statt. Es handelt sich dabei um den 10. Bundesparteitag der Partei.

Die Wahl der Örtlichkeiten für verschiedene Parteitage gestaltete sich für die AfD in der Vergangenheit nicht immer einfach, es hagelte immer wieder Absagen für unterschiedliche Räume (vergleiche).

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Doch dieser Parteitag in Braunschweig steht nun fest, jedoch ist im Vorfeld ein Brief aufgetaucht, der vorgibt, von der Stadt Braunschweig zu stammen. Dieser Brief enthält Verhaltensinformationen für die Bevölkerung der Stadt.

Brief aus Braunschweig ist ein Fake

Brief aus Braunschweig ist ein Fake

Diese Verhaltensregeln besagen, dass man die „völkisch nationalen Rechten“ nicht provozieren solle, indem man linke Parolen ruft, Kleidung trägt, die dem linken Spektrum zuzuordnen sei, Musik von Interpreten höre, ,,die sich gegen die AfD richten“, keine Kopftücher oder andere nicht-christliche Symbole tragen soll und indem man auch keine Lebensweisen zur Schau stellen soll, die nicht traditionell heterosexuell sind.

Ferner, solle man den Raum um die Volkswagenhalle nicht beparken, so dass genügend Platz für die Parteimitglieder da sei.

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Faktencheck Brief aus Braunschweig

Bei dem Brief handelt es sich um einen Fake. Er wurde nicht von der Stadt Braunschweig verteilt, hier werden Name und Logo missbräuchlich genutzt. Im Briefkopf fehlen beispielsweise Fachbereich und Telefonnummer der zuständigen Stelle. Es ist weder unterschrieben, noch stimmt es mit den Gestaltungsvorlagen offizieller Schreiben der Stadt überein.

Abgesehen von kleineren Schreibfehlern („Des Weiteren Bitten“) ist die Druckqualität nicht besonders hoch, man erkennt Schmierspuren, die auf einen Laserdrucker hinweisen.

Brief aus Braunschweig

Brief aus Braunschweig

Wir haben uns zudem mit dem Bürgerbüro der Stadt Braunschweig in Kontakt gesetzt. Dort versicherte man uns, dieses Schreiben nicht erstellt und entsprechend auch nicht verteilt zu haben.

Die Stadt Braunschweig hat ebenso reagiert und auf Twitter veröffentlicht, dass es sich hierbei um eine Fälschung handelt. Eine Strafanzeige gegen Unbekannt wurde bereits erstattet.

Fake, aber warum?

Wenn man den Brief genauer liest, ja wirklich genau wirken lässt, erweckt die Verhaltensbeschreibung den Eindruck, als solle man sich exakt gegenteilig verhalten. Gemäß dieser These dürfte das Ziel des Briefes darin liegen, dass der Brief genau gegenteilig gelesen und verstanden werden soll.

In diesem Falle wäre der Brief eine False Flag Aktion, denn nicht die AfD oder Anhänger der AfD stünden dann hinter dem Fake, sondern eher Gegner der AfD, die mit diesem Brief eine versteckte Verhaltensanweisung zum Protest gegen den Parteitag in Braunschweig liefern.

Wer die Urheberschaft an diesem Brief hat, ist zunächst ungewiss. Fakt ist, dass die Stadt Braunschweig diesen Brief nicht verfasst und auch nicht verteilt hat. Es wäre nicht das erste Mal, dass die AfD von False Flag Aktionen begleitet wird.

 

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