Bohlen verlässt nicht DSDS, um eine Finanzplattform zu betreiben!

Von | 13. Juni 2019, 15:04

Der Handel mit Bitcoins – Das klingt für Otto Normalnutzer eher langweilig und kompliziert.

Deshalb locken dubiose Plattformen mit falschen Versprechen und noch falscheren Empfehlungen von Prominenten, die davon wahrscheinlich nicht einmal was wissen.

Auf vielen Seiten wird derzeit eine Werbung eingeblendet, die eine astreine Fake News ist:
DIeter Bohlen verlässt angeblich DSDS, um seine“fantastische FInanzplattform der Öffentlichkeit vorzustellen“.

Klickt man nun auf eine solche Werbung, gerät man auf eine Seite, die rein optisch dem „Spiegel“ nachempfunden ist:

Screenshot: mimikama.at

Angeblich habe Dieter Bohlen also eine Finanzplattform gegründet. Konkret soll es sich um eine Plattform handeln, auf der man mit der virtuellen Währung „Bitcoin“ handeln kann. Man zahlt 250 Euro ein, tippt darauf, ob ein bestimmter Kurs steigt oder fällt, soll damit fantastische Gewinne erzielen. Das System wird auch „binäre Optionen“ genannt und ist alles andere als einfach und risikolos!

Gehört die Seite Dieter Bohlen?

Dazu werfen wir einfach mal einen Blick auf „The News Spy“, welche ja angeblich Bohlen gehören soll.

Screenshot: mimikama.at

Wir werden erst einmal enttäuscht:
Die Seite hat kein Impressum, der Inhaber der Seite versteckt sich hinter einem Anonymisierungs-Service.

Screenshot: mimikama.at

Halten wir fest:

Man wird per Fake News-Werbung auf eine Seite gelockt, bei der es ausnahmslos um Werbung für die Seite „The News Spy“ geht. Diese Werbeseite ist gespickt mit gefälschten Aussagen von Dieter Bohlen, der angeblich diese Plattform gründete, aber wahrscheinlich keine Ahnung hat, dass Bilder von ihm für diese Seite mißbraucht werden.

Auf der Bitcoin-Handelsseite findet sich ein Video mit News-Ausschnitten, die vorgeben sollen, dass über diese Plattform berichtet wird, zudem findet sich kein Impressum und kein sonstiger Hinweis, wem die Seite gehört.

Da der Inhalt der „Lockseite“ absolut frei erfunden ist, spricht man hierbei von fabricated content. Hier noch einmal zusammengefasst:

  • Kommerzielle Fake-News enthalten einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinen Wahrheitsgehalt hat und auch nicht haben muss. Ebenso muss der Inhalt auch in keinem Zusammenhang mit der Schlagzeile stehen.
  • Sie stellen sich in Form einer News / Nachrichtenwebseite dar, die jedoch letztlich keine ist.
  • Der Inhalt spricht ein Verlangen / eine Angst (in diesem Falle nur Verlangen) an.
  • Dem Verfasser ist der Inhalt egal, es geht darum, Werbung anzuzeigen, bzw. Werbelinks wirksam einzubauen.

Aber vielleicht funktioniert das ja?

Höchstwahrscheinlich eher nicht.
Wenn durch diese Methode viele Leute gleichzeitig Bitcoins kaufen, steigt der Preis in Sekundenschnelle, Gewinner sind dann nur diejenigen, die in den ersten Sekunden kauften.
Umgekehrt genauso: Verkaufen durch diese Methode viele Leute gleichzeitig ihre Bitcoins, fällt der Preis genauso schnell, wieder gibt es nur wenige Gewinner.
Dadurch würde ein unendlich schnelles Auf-und Ab des Bitcoin-Kurses entstehen, und zwar in extremem Maße. Somit kann das System eigentlich nur funktionieren, wenn nur wenige Anleger das System nutzen, je mehr Nutzer, umso schlechter funktioniert es.
Mal ganz davon abgesehen, dass es sich dabei dann um eine illegale automatisierte Beeinflussung des Bitcoin-Kurses handeln würde: Die echten Gewinner dürften nur die Betreiber der Seiten sein, die jedesmal Provisionen kassieren.

Fazit

Irreführende Werbung, die zu einer nachgebauten Nachrichtenseite führt, die eine erfundene Geschichte erzählt und dabei auf eine dubiose Bitcoin-Trading-Plattform verlinkt, dessen Inhaber unbekannt, aber sicher nicht Dieter Bohlen ist und bei der man gerade als Laie nur verlieren kann.

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