Fake-News lockt auf dubiose Trading-Plattform

Bohlen verlässt DSDS? – Dubiose Bitcoin-Plattformen werben mit Prominenten

Von | 3. Januar 2019, 11:43

Der Handel mit Bitcoins – Das klingt für Otto Normalnutzer eher langweilig und kompliziert. Deshalb locken dubiose Plattformen mit falschen Versprechen und noch falscheren Empfehlungen von Prominenten, die davon wahrscheinlich nicht einmal was wissen.

Aktuell sehen viele Facebook-Nutzer jene gesponserten Beiträge in ihrer Timeline, der auf den ersten Blick überhaupt gar nichts mit Bitcoins zu tun hat, aber mit einer Clickbait-Überschrift neugierig macht:

Screenshots: mimikama.at

Screenshots: mimikama.at

Bohlen verlässt diesen Monat „Deutschland sucht den Superstar“

…wird da getitelt. Und das lockt natürlich viele Nutzer auf die Seite, Dieter Bohlen war ja schließlich seit Anfang an bei DSDS dabei.
Klickt man nun den Link an, erfährt man den vermeintlichen Grund (der übrigens absolut erlogen ist!):

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

…um seine fantastische Finanzplattform der Öffentlichkeit vorzustellen

…wird also komplett in der Überschrift behauptet.
Angeblich habe Dieter Bohlen also eine Finanzplattform gegründet. Konkret soll es sich um eine Plattform handeln, auf der man mit der virtuellen Währung „Bitcoin“ handeln kann. Man zahlt 250 Euro ein, tippt darauf, ob ein bestimmter Kurs steigt oder fällt, soll damit fantastische Gewinne erzielen. Das System wird auch „binäre Optionen“ genannt und ist alles andere als einfach und risikolos!

Gehört die Seite Dieter Bohlen?

Dazu werfen wir einfach mal einen Blick auf „Crypto Revolt“, welche ja angeblich Bohlen gehören soll.

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Wir werden erst einmal enttäuscht:
Die Seite hat kein Impressum, der Inhaber der Seite versteckt sich hinter einem Anonymisierungs-Service.

Screenshot: domaintools.com

Screenshot: domaintools.com

Dafür, dass Dieter Bohlen die Seite angeblich gegründet habe und dafür“offiziell“ Werbung macht, ist sie erstaunlich intransparent, was schon einmal gegen die Echtheit der Behauptung spricht!

Was ist mit den Kundenaussagen?

Dazu überprüfen wir doch einfach mal wahllos das Bild einer angeblichen Kundin:

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Die Überprüfung mit der Bilder-Rückwärtssuche von Google zeigt, dass jenes Foto auf sehr vielen Seiten als Symbolbild verwendet wird, was gegen die Echtheit der angeblichen Gewinner spricht.

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Halten wir fest:

Man wird per Clickbait auf eine Seite gelockt, bei der es ausnahmslos um Werbung für die Seite „CryptoRevolt“ geht. Diese Werbeseite ist gespickt mit gefälschten Aussagen von Prominenten, die angeblich darin investiert haben, aber wahrscheinlich keine Ahnung haben, dass ihre Bilder für diese Seite mißbraucht werden.

Auf der Bitcoin-Handelsseite findet sich ein gefälschter Videobeitrag von CNN, gefälschte Kundenaussagen sowie kein Impressum und kein sonstiger Hinweis, wem die Seite gehört.

Da der Inhalt absolut frei erfunden ist, spricht man hierbei von fabricated content. Hier noch einmal zusammengefasst:

  • Kommerzielle Fake-News enthalten einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinen Wahrheitsgehalt hat und auch nicht haben muss. Ebenso muss der Inhalt auch in keinem Zusammenhang mit der Schlagzeile stehen.
  • Sie stellen sich in Form einer News / Nachrichtenwebseite dar, die jedoch letztlich keine ist.
  • Der Inhalt spricht ein Verlangen / eine Angst (in diesem Falle nur Verlangen) an.
  • Dem Verfasser ist der Inhalt egal, es geht darum, Werbung anzuzeigen, bzw. Werbelinks wirksam einzubauen.

Aber vielleicht funktioniert das ja?

Höchstwahrscheinlich eher nicht.
Wenn durch diese Methode viele Leute gleichzeitig Bitcoins kaufen, steigt der Preis in Sekundenschnelle, Gewinner sind dann nur diejenigen, die in den ersten Sekunden kauften.
Umgekehrt genauso: Verkaufen durch diese Methode viele Leute gleichzeitig ihre Bitcoins, fällt der Preis genauso schnell, wieder gibt es nur wenige Gewinner.
Dadurch würde ein unendlich schnelles Auf-und Ab des Bitcoin-Kurses entstehen, und zwar in extremem Maße. Somit kann das System eigentlich nur funktionieren, wenn nur wenige Anleger das System nutzen, je mehr Nutzer, umso schlechter funktioniert es.
Mal ganz davon abgesehen, dass es sich dabei dann um eine illegale automatisierte Beeinflussung des Bitcoin-Kurses handeln würde: Die echten Gewinner dürften nur die Betreiber der Seiten sein, die jedesmal Provisionen kassieren.

Fazit

Irreführende gesponserte Beiträge, die zu nachgebauten Nachrichtenseiten führen, die eine erfundene Geschichte erzählen und dabei immer wieder auf dubiose Bitcoin-Trading-Plattformen verlinken, bei denen man nur verlieren kann.

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