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Bitcoin-Porno-Erpressermail – Diesmal mit Adresse

Von | 25. Februar 2019, 11:50

Einige Zeit war es still geworden um die Bitcoin-Erpressermails, doch nun sind wieder neue Exemplare aufgetaucht.

Hier handelt es sich um eine besondere Variante: Sie ist kürzer gefasst als die üblichen Mails und enthält sogar die Adresse des Empfängers sowie Links zu Seiten, die genutzt werden können, um Bitcoins zu überweisen.

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Hallo XXX YYY

als du wieder mal fröhlich masturbiert hast, habe ich dich mit einem Computerwurm infiziert 🙂

ich habe ein schönes Video von dir über deine Kamera aufgenomen auserdem hab ich deine E-mail Kontakte und Socialmeida-Profile Gespeichert.
Deine Adresse hab ich natürlich auch:

Straße
00000 Ort

ich werde das Video von dir an deine Kontakte & Freunde senden auserderm werde ich das Video inclusive deiner Addresse im kompletten Internet verbreiten.

verhindern kannst du dies nur in dem du mir 150€ in Bitcoins schickst, danach versichere ich dir deine Daten zu lösche und das du nie wieder von mir hörst!

zeit gebe ich dir bis Mittwoch 27.02.2019

die Bitcoin sendest du an die folgende Bitcoinadresse: 1JaxomTa1yWa6eUYQ45fk7tFtwL2ebeSgn

Solltest du nicht Wissen wie du Bitcoins kaufen kannst hier ein paar links für dich: Per PayPal –  Per SofortÜberweisung (2.Option) – Kreditkarte / Sepa / Sofortüberweisung –

Ich versichere dir dies ist kein scherz, solltest du das Geld nicht bezahlen werde ich nicht davor zurück schrecken das Video zu veröffentlichen um damit dein Leben zuzerstören

Diese Videos existieren nicht!
Die Erpresser spielen mit der Angst der Nutzer, das dies ja „möglich sein könnte“, Namen, Email (und in diesem Fall auch Adressen) stammen aus Datenbank-Leaks.

Was haben alle Bitcoin-Erpessermails gemeinsam?

Die Mails variieren im Text zwar immer wieder, doch haben sie alle bestimmte Gemeinsamkeiten:

  • Jemand behauptet, Zugriff auf den Rechner zu haben
  • Es wurden vom Nutzer angeblich Pornoseiten aufgerufen
  • Der Erpresser habe Webcam-Aufnahmen davon
  • Der Nutzer soll eine bestimmte Summe in Bitcoins zahlen

Einer der schönsten Beweise dazu, dass dies nur eine Betrugsmasche ist:
Viele Nutzer gaben an, überhaupt gar keine Webcam zu haben!

Faktencheck

Neu sind diese Erpressungsversuche nicht. Ähnliche E-Mails tauchten bereits im letzten Jahr auf und die Polizei warnte ebenfalls vor dieser Masche.

Bitcoins sind nach wie vor hoch im Kurs – auch bei Cyberkriminellen. Zumeist werden solche E-Mails wahllos an verschiedene Personen (mit persönlicher Anrede, aber auch ohne) gemailt. Ein Beweis für die Existenz des angeblich mitgefilmten Materials wird nicht mitgeliefert. So kann nicht eindeutig bewiesen werden, ob die Erpresser wirklich im Besitz von Videomaterial der Opfer sind oder nicht.

Bis jetzt gibt es nur einen ähnlichen Fall, in dem ein Nutzer auch wirklich erpresst wurde.

Eine Infizierung mit Schadsoftware kann man jedoch nie ausschließen. Denn beim Besuch von unseriösen Seiten kann es immer passieren, dass man sich Malware einfängt. Ein guter Virenschutz schützt Nutzer vor dieser potentiellen Gefahr.

Sollte ich den Erpresser bezahlen?

Es ist davon abzuraten, den Erpresser zu bezahlen. Abgesehen davon, dass man sich auf das Wort eines Kriminellen nicht verlassen sollte, qualifiziert sich jeder Nutzer, der einer solchen Forderung nachgibt, als potentielles “Daueropfer”. Sinnvoller ist es, derartige E-Mails und andere Erpressungsversuche umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle oder online zu melden.

Das LKA Niedersachen hat auch einige Links veröffentlicht, unter denen man selbst checken kann, ob die eigene Mailadresse in geleakten Datenbanken auftaucht:

Doch Vorsicht: Die Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch werden geleakte Datenbanken oftmals erst Monate oder sogar Jahre später bekannt, so dass man sich leider nicht komplett in Sicherheit wiegen kann, wenn die eigene Mailadresse nicht in den Datenbanken auftaucht.

Ergebnis:

Es handelt sich bei solchen E-Mails um reine Betrugsversuche, und der Erpresser befindet sich nicht im Besitz pikanten Videomaterials seines Opfers.

Allerdings kann man diese Möglichkeit nie komplett ausschließen, so dass es sinnvoll ist, die Erpressung auf jeden Fall der Polizei zu melden!

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Kamera seines Geräts mit einem kleinen Sticker abkleben und ihn bei Bedarf entfernen. Ein guter Virenschutz sollte trotzdem eine hohe Priorität einnehmen.

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