Artikelbild: Shutterstock / Von Jane Kelly

Achtung: Bewerbungsmail mit schädlichem Anhang („über Bundesagentur für Arbeit“)

Von | 16. Mai 2019, 13:06

Derzeit versenden Kriminelle allgemein gehaltene Mails mit dem Betreff „Bewerbung für Ihre Stellenausschreibung“.

So sieht eine solche Mail aus:

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Sehr geehrte Damen und Herren,

über die Webseite der Bundesagentur für Arbeit habe ich Ihr offenes Stellenangebot gefunden.

Aufgrund meiner langjährigen Berufserfahrung in Verbindung mit meiner kontinuierlichen und selbständigen Weiterbildung bin ich mir sich, die mit der herausfordernden Stelle verbundenen Anforderungen zu Ihrer Zufriedenheit erfüllen zu können.

Im Anhang erhalten Sie meine Bewerbungsunterlagen. Passwort: 0912

Mein Ziel ist es, die angeeigneten Fertigkeiten gewinnbringend in Ihrem Unternehmen einzusetzenDarüber hinaus strebe ich eine kontinuierliche Weiterentwicklung an, um auch zukünftige Anforderungen an diese Stelle erfüllen zu können.

Gerne stehe ich Ihnen für weitere Fragen zur Verfügung. Auf eine persönliche Vorstellung, in der ich Sie gerne von meinen fachlichen Kenntnissen sowie meiner Motivation überzeuge, würde ich mich freuen.

Freundliche Grüße

Die Mail ist sehr allgemein gehalten, ein Name findet sich bei der Verabschiedung ebenfalls nicht. Das angehängte Word-Dokument wurde mit einem Passwort geschützt, welches sich in der Mail findet.

Was geschieht, wenn man das Dokument öffnet?

Öffnet man das Dokument, dessen Passwort tatsächlich immer 0912 ist, sieht man eine Grafik, die vortäuschen soll, dass es sich um ein „kodiertes“ Dokument handelt, welches erst lesbar ist, wenn man die Bearbeitung und die Skripte in Word aktiviert:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Achtung!
Durch diese Aktivierung des Inhaltes wird ein im Dokument enthaltenes, schädliches Skript ausgeführt, welches Malware und Trojaner auf dem PC installiert. Bei uns verhinderte Kaspersky die Ausführung des Skriptes:

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Bei einem Blick auf das Zertifikat konnten wir auch erkennen, dass das Skript eine Verbindung mit einem anderen Computer aufbauen will.

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Betrüger haben damit die Möglichkeit, direkt auf den Computer des Nutzers zuzugreifen und schädliche Software darauf zu installieren.

Wie können Unternehmen sich schützen?

Es gibt einige Schritte, die gesetzt werden können, um Firmennetzwerke bestmöglich vor derartigen Angriffen zu schützen:

  • Mitarbeiter/innen sollten darauf geschult werden, Dateianhänge nur mit größter Vorsicht zu öffnen. Bei jeglicher Unsicherheit müssen weitere Angestellte und Kolleg/innen hinzugeholt werden.
  • Auf Firmencomputern sollte jeweils ein Benutzer- und ein Administratorkonto angelegt werden. Wird standardmäßig nur das Benutzerkonto genutzt, kann eingestellt werden, dass jegliche Programminstallation eine Freigabe durch das Administratorkonto benötigt. Unbemerkte Installationen von Programmen sind somit unmöglich.
  • Die automatisierte Ausführung von ‚Makros‘ in Microsoft Word sollte unbedingt deaktiviert und bei einer unerwarteten Abfrage zur Ausführung abgelehnt werden. Diese Makros können ansonsten umgehend beispielsweise Trojaner oder Spyware herunterladen und Systeme und Firmennetzwerke infizieren.
  • Betriebssysteme und Programme sind auf dem aktuellen Stand zu halten. So werden Systeme am besten vor diversen Sicherheitslücken geschützt.
  • Extern gespeicherte und verschlüsselte Backups sind ebenso unerlässlich wie aktuelle Firewalls und Virenprogramme.
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