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Nein. Trotzdem: Der Bericht ist kein Fake im Sinne eines Hoaxes.

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Nur die Aussage an sich ist nicht korrekt:

In der Tat hat Kätzchen „Bettie Bee“ keine zwei voll ausgebildeten, voneinander unabhängigen Köpfe mit zwei Gehirnen, sondern es handelt sich um das extrem seltene Phänomen der „Januskatze“.

Benannt nach dem römischen Gott Janus, der in der Mythologie mit zwei Gesichtern auf jeweils einer Seite des gleichen Kopfes dargestellt wird.

So erhielten wir viele Anfragen zu diesem kuriosen Bericht, der auf Facebook so oder so ähnlich geteilt wird:

image

Quelle: Facebook / Anfrage Mimikama

Bild im Klartext:

Was es nicht alles gibt…
aber niedlich ist sie

Doppeltes Miau: Kätzchen mit zwei Köpfen geboren
Der Stubentiger leidet an einer besonderen genetischen Störung. Doch sie lebt.

 

Diprosopus

Bei „Bettie Bee“ liegt eine angeborene Störung namens Diprosopus vor, bei der ein Teil oder das ganze Gesicht auf dem Kopf dupliziert abgebildet wird.

Zwei Augenpaare, zwei Münder und zwei Nasen „zieren“ einen einzelnen Kopf mit einem einzigen Gehirn, insofern ist die Schlagzeile falsch.

Eine „Besonderheit” und allemal Schlagzeilen wert ist Bettie Bee natürlich trotzdem.

Der Diprosopus gehört zwar zu den klassischen „Siamesen“, entsteht aber nicht aufgrund von Fusion oder unvollständiger Trennung von zwei Embryonen, sondern ist Ergebnis eines im Übermaß gebildeten Proteins während der embryonalen Entwicklung.

Unter anderem regelt dieses Protein die Breite der Gesichtszüge. Ein Zuviel führt zur Verbreiterung der Gesichtszüge oder gar zur kompletten Duplizierung von Gesichtsstrukturen, wie bei Kätzchen Bettie Bee.

Je deutlicher die einzelnen Strukturen dabei ausgebildet sind, bzw. voneinander getrennt ohne Verwachsungen mit anderen Organen funktionieren, desto höher die Überlebensschance: Zwei Mäulchen mit zwei funktionierenden Speiseröhren, von denen jede zum Magen führt, sprich, zwei komplett voneinander unabhängige Ernährungswege garantieren eine reibungslose Nahrungsaufnahme.

Es muss dabei nicht einmal, wie in der Presse kolportiert „für zwei essen“, da die Körperstrukturen unterhalb von Kopf und Hals denen einer völlig normalen Katze entsprechen.

Januskatzen sind ein seltenes, aber kein unbekanntes Phänomen:

Immer wieder kommen Tiere zur Welt, bei denen Gesichtszüge ganz oder teilweise verdoppelt, die inneren Organe von Kopf und Hals oft aber nur einfach ausgebildet sind. Oft sind Luft- und Speiseröhre verwachsen, was zum Verhungern oder Ersticken an aspirierter Nahrung führt.

Je nach Ausprägung des Gendefekts überleben diese Tiere im allgemeinen nur ein paar Stunden oder Tage, es sind aber auch Fälle verbrieft, in denen Januskatzen ein beinahe vollständig normales Leben führen. Die älteste bekannte Januskatze namens „Frankie-and-Louie“ starb laut „Guiness Buch der Rekorde“ mit sage und schreibe 15 Jahren – mehr, als so mancher „normale“ Stubentiger erreicht.

Im Gegensatz zu echten „Siamesen“ sind bei Bettie Bee die inneren Organe nicht von lebensgefährlichen Fehlbildungen oder untrennbaren Verwachsungen betroffen. Die kleine Bettie Bee hat somit alle Möglichkeiten für ein langes, erfülltes Katzenleben.

Wer sich für den Werdegang der süßen Samtpfote interessiert, für den hat die Besitzerin extra eine Facebook-Seite ins Leben gerufen.

Und zum Abschluss noch ein Video der kleinen Bettie Bee, wie sie bereits die Augen öffnet:

 

Autor: Dagmar K.; mimikama.at

Quellen:

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Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

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